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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Nach Corona-Fall in Kita: 39 Menschen in Quarantäne +++ Kretschmer warnt vor Spaltung des Landes +++ Erneuter Mega-Stau an Grenze +++

© dpa

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Guten Morgen,

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die Bilder des schreienden, laut in die Kamera krakeelenden Mannes habe ich auch Tage später noch gut vor Augen. Seine scharf-schneidende Stimme - den Ton musste ich, um ihn zu ertragen, ein wenig runterdrehen - hat noch lange hartnäckig in meinen Ohren verweilt. "Kennen Sie etwa jemanden, der Corona hat? Ich kenne keinen, es gibt überhaupt niemanden, der Corona hat", rief der junge Mann aufgeregt. Damit hatte er zwar eine Frage gestellt, aber auf eine Antwort wartete er nicht wirklich. Die Wahrheit ist manchen einfach zu viel.

Sollten Sie auch jemanden kennen, der so denkt wie der junge Mann aus der kurzen Fernsehsequenz, empfehle ich Ihnen morgen die Reportage meines Kollegen Tobias Wolf. Er hat mit mehreren Corona-Infizierten gesprochen, sie befragt nach ihrem Krankheitsverlauf. Drei Fälle, drei ganz unterschiedliche Erlebnisse. 

Da ist der durchtrainierte Marathonläufer, dem die Infektion erstmal die Beine weggerissen hat. Eine Woche mit hohem Fieber und die Erschöpfung, die sich über Wochen hinzieht. Da ist die 57-Jährige, die nur mit zusätzlicher hochdosierter Sauerstoff-Zufuhr überleben konnte. Und es ist die Geschichte einer 53-jährigen Krankenschwester, die tagelang im Koma lag. Schicksale, so verschieden und tückisch wie auch das Corona-Virus ist. Behutsam, aber akribisch recherchiert und eindringlich aufgeschrieben. 

Mehr will ich Ihnen gar nicht "vor-schreiben" - lesen und urteilen Sie bitte selbst.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen, 

herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Corona-Fall in Kita: 39 Menschen in Quarantäne +++

Nachdem ein Corona-Fall in einer Dresdner Kita bekannt geworden war, befinden sich nun 19 Erwachsene und 20 Kinder in Quarantäne. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Die Kita bleibe aber weiter geöffnet. Hier gibt es alle Details zu dem Fall und zu den Folgen. Im Gespräch mit sächsische.de betont der Dresdner Kindermediziner Reinhard Berner, dass es nach so vielen Wochen der Schließung nun wichtig gewesen sei, Kitas und Schulen wieder zu öffnen. Für die Familien hat er einen bestimmten Rat. Am Mittwoch hat die Gewerkschaft GEW 600 Protestnoten zur Öffnung von Kitas und Schulen an Kultusminister Christian Piwarz übergeben. Sie fordert unter anderem eine stärkere Einbeziehung der Lehrer und Erzieher bei Entscheidungen.

Unterdessen ist die Zahl neu nachgewiesener Infektionen in Sachsen von Mittwoch auf Donnerstag um 21 Menschen auf 5.194 gestiegen. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 beträgt nunmehr 202 (plus 2 verglichen zum Vortag). Geschätzt 4.620 Betroffene im Freistaat gelten als genesen. Den Überblick über alle aktuellen Entwicklungen in Sachsen, Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog. Außerdem: Wo in Deutschland droht der nächste Lockdown? Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus, laufend aktualisiert.

Am gestrigen Vatertag hat die Polizei in Sachsen laut einer ersten Zwischenbilanz keine größeren Einsätze absolvieren müssen. Die Lage sei entspannt und noch einmal ruhiger als in den vergangenen Jahren, sagte der Dresdner Polizeisprecher. Für Wirbel sorgten Aushänge an einigen Dresdner Haltestellen. Einen antisemitischen Vorfall gab es auf der Bastei, wo ein jüdisches Ehepaar mit "Sieg heil" begrüßt wurde.

+++ Kretschmer warnt vor Spaltung des Landes +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnt vor einer weiteren Spaltung des Landes. Man dürfe nicht jeden mit kritischer Meinung sofort in eine bestimmte Ecke drängen, sagte Kretschmer in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe. Zugleich erwartet er, dass die kommenden zwölf Monate hart für die Bürger werden. Der Regierungschef hatte sich am Mittwochabend einem von Pirnas Oberbürgermeister, Klaus-Peter Hanke (parteilos), initiierten Spaziergang durch die Stadt angeschlossen. Dabei gab es neben einiger Kritik auch viel Zuspruch. 

Mit Demonstranten ins Gespräch kommen und friedlich über die Einschränkungen während der Corona-Pandemie diskutieren - diesen Weg gehen Rathauschefs auch in anderen Orten Sachsens, wie zum Beispiel in Großenhain. Oberbürgermeister Sven Mißbach mischte sich dort unter die Demonstranten. Es sei ihm wichtig gewesen, sich selbst einmal ein Bild zu machen, sagt er. Und sich eben nicht zu verkrümeln, in eine hintere Ecke.

+++ Erneuter Mega-Stau an Grenze +++

Die geschlossene Grenze in Polen und eine Rückreisewelle polnischer Arbeitnehmer hat am Donnerstag erneut zu einem riesigen Stau auf der Autobahn 4 von Dresden nach Görlitz geführt. Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilte, staute sich der Verkehr zeitweilig bis zur Anschlussstelle Bautzen-Ost - das ist etwa 50 Kilometer von der Grenze entfernt. Am Nachmittag entspannte sich die Lage. Auch in Görlitz ist das Vorankommen derzeit schwer. Die lokale Politik kritisiert Polens Regierung.

Unterdessen hat Sachsen wie schon andere Bundesländer zuvor die Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus dem Ausland aufgehoben. Seit gestern muss sich nur noch in eine 14-tätige häusliche Isolation begeben, wer von außerhalb Europas in den Freistaat kommt. Andersherum freilich haben es Berufspendler immer noch schwer. So müssen zum Beispiel Tschechen, die in Sachsen arbeiten und nach Hause wollen, einen negativen Corona-Test vorlegen, um 14 Tage Quarantäne zu entgehen. Im Gespräch mit sächsische.de zweifelt ein Pendler den Sinn des Ganzen an, weil die Testergebnisse mehrere Tage alt sein können.


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