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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Wöllers Fehler in der Krise - die Analyse +++ SPD-Oberbürgermeister in der Kritik +++ Corona-Krise stresst Sachsen mehr als andere +++

© dpa

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Guten Morgen,

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Weinsommer auf Schloss Wackerbarth
Weinsommer auf Schloss Wackerbarth

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt. Im wunderschönen Elbland kann man Genuss mit allen Sinnen erleben.

heute startet die letzte Schulwoche vor den großen Sommerferien. Dass in den sächsischen Schulen mittlerweile so etwas wie Alltag eingekehrt ist und, wie am Wochenende zu lesen war, sogar mehr 1,0-Abiturienten als im Vorjahr zu verzeichnen sind, wäre vor einigen Wochen noch undenkbar gewesen. Wir erinnern uns: Wochenlang waren die Schulen geschlossen. Der Heimunterricht funktionierte mal schlechter, mal besser, war aber vor allem für Eltern eine Riesenbelastung.

Mitten in der Hochphase der Corona-Krise Mitte April diskutierte die sächsische Landesregierung, ob die Schulen nicht wieder schrittweise geöffnet werden könnten und setzte dies dann auch am 20. April zunächst für die Abiturienten um. Sachsen war damit deutschlandweit Vorreiter. Jetzt lässt sich sagen: Alles richtig gemacht! Damals gab es jedoch nicht wenige, die vor einer möglichen Ausbreitung des Coronavirus in den Schulen und den "angeschlossenen" Elternhäusern gewarnt haben. Ein gewisses Risiko schwang auch deshalb mit, weil es kaum wissenschaftliche Studien zum Ansteckungsgeschehen in Schulen gab.

Warum ich Ihnen das alles schreibe? Weil wir in dem Punkt heute Abend hoffentlich etwas schlauer sind. Die Dresdner Uniklinik stellt heute erste Ergebnisse einer Studie vor, für die Hunderte Oberschüler, Berufsschüler und Gymnasiasten in Dresden und im Landkreis Bautzen auf das Coronavirus getestet worden sind. Zugleich will Kultusminister Christian Piwarz sagen, wie es mit dem Schulbetrieb nach den Ferien weitergeht. Wir dürfen also gespannt sein. 

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Was Wöller in der Krise falsch macht +++

Seit einigen Tagen steht Innenminister Roland Wöller (CDU) wegen eines ungewöhnlichen Konflikts zwischen Ministerium und Verfassungsschutz unter Druck. Es geht darum, ob der Nachrichtendienst offen zugängliches Material über AfD-Abgeordnete sammeln darf. Die Geschichte zieht auch bundesweit ihre Kreise, der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz lud Wöller dieser Tage zu einem Gespräch nach Berlin ein. Es ist nach der "Fahrrad-Affäre" der zweite Skandal innerhalb kurzer Zeit für den Innenminister. Sächsische.de-Reporterin Karin Schlottmann analysiert, woran das liegt und stellt fest, dass sich Wöller manchmal selbst im Weg steht.

+++ Ahrens nach Rassismus-Vorwurf in der Kritik +++

Der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) steht in der Kritik. Nach zwei Artikeln, die im Tagesspiegel erschienen sind, wirft er der Redaktion "Sachsen-Bashing" vor und nennt dies eine Form von "Rassismus". In einem der Artikel geht es um die "Corona-Proteste" an der Bundesstraße 96 und der Beteiligung Rechtsextremer daran. (Hier erklärt ein Experte, wie die Flaggen und Symbole, die dort gezeigt werden, einzuordnen sind.) Mittlerweile beschäftigt der Vorgang auch die Bundes-SPD. Am Sonntag legte Ahrens nach und veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite ein anonymes Schreiben, das sich vorwiegend gegen den Tagesspiegel-Autor Sebastian Leber und die Grünen-Stadträtin Annalena Schmidt richtet.

+++ Corona-Krise stresst Sachsen mehr als andere +++

Die Sachsen leiden unter der Corona-Krise offenbar stärker als der Durchschnitt der Bundesbürger. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse wurden im Freistaat bei den Fragen nach Stress, Existenzängsten oder anderen Belastungen zum Teil deutlich höhere Werte ermittelt als im Schnitt der Länder. So ist für mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Erwerbstätigen in Sachsen in der Corona-Krise der Arbeitsalltag stressiger geworden. Im gesamten Bundesgebiet empfanden das dagegen nur 38 Prozent der Befragten so. Außerdem haben in Sachsen relativ viele Menschen Angst vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch.


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