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Noch mehr Anerkennung und Geld für Sachsens Sport

Innenminister Roland Wöller wirbt in seiner Regierungserklärung um dauerhafte Unterstützung, auch fürs Ehrenamt. Da widerspricht selbst die Opposition nicht.

Roland Wöller macht sich als Innenminister für den Sport als tragende Säule der Gesellschaft stark.
Roland Wöller macht sich als Innenminister für den Sport als tragende Säule der Gesellschaft stark. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Manchmal werden auch Kraft und Einfluss des sächsischen Ministerpräsidenten unterschätzt, sogar oder gerade von der Opposition. Dass Michael Kretschmar (CDU) und die Landesregierung nichts gegen den Abstieg von Dynamo Dresden getan haben, warf ihnen Marika Tändler-Walenta, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion, am Mittwoch hörbar echauffiert vor.

Der Freistaat hätte protestieren müssen, als Dynamos komplettes Team im Mai wegen mehrerer Corona-Fälle in Quarantäne geschickt wurde, daher beim Saison-Re-Start fehlte und wegen des dann dicht gedrängten Spielplans den Klassenerhalt verpasste. Mancher Abgeordnete der anderen Fraktionen reagierte sichtlich amüsiert, der Innenminister aber war nicht zum Spaßen aufgelegt. Der Sport fällt schließlich in seine Verantwortung, er musste nun dazu Stellung nehmen. Roland Wöller (CDU) erklärte also mit strenger Miene, dass man im konkreten Fall abwägen musste zwischen Dynamos Interessen als mit rund 23.500 Mitgliedern größtem Sportverein im Freistaat und denen der gut vier Millionen hier lebenden Menschen.

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Damit war die Sache abgehakt, Wöller aber noch nicht fertig. Ihm ging es am Mittwochvormittag im Landtag um Grundsätzliches, um den Sport in Sachsen als „eine tragende Säule der Gesellschaft“, so der Titel seiner Fachregierungserklärung.

Es mag derzeit im Freistaat tatsächlich drängendere Angelegenheiten geben und der Sport nicht unbedingt Wöllers absolutes Lieblingsthema sein. Das wird meist in den Details deutlich, wenn er beispielsweise Namen nicht korrekt ausspricht oder wie diesmal den dritten Platz des Dresdner Bobfahrers Nico Walther bei der WM in Altenberg explizit erwähnte, die zwei Goldmedaillen an gleicher Stelle vom Pirnaer Francesco Friedrich aber nicht. Doch der organisierte Sport, mit 676.000 Mitgliedern in 4.500 Vereinen die größte Bürgerbewegung des Landes, ist ein Bereich, mit dem sich gut punkten lässt.

Auch die Basis guckt ganz genau hin

Das tut Wöller, jedenfalls sprechen die Zahlen für sich – und für ihn. 60 Millionen jährlich stehen dem Sport im Doppelhaushalt 2020/2021 zur Verfügung. Ein Rekordetat. Dies, betonte der Innenminister nicht zuletzt mit Blick auf umkämpftere Budgets in Zeiten mit dem Coronavirus, müsse die Basis in den nächsten Jahren sein. „Bei allen Erfolgen bleibt noch viel zu tun, und durch Corona ist die Situation in den Vereinen nicht einfacher geworden“, so Wöller.

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Wobei Sachsen in der Pandemie geradezu vorbildhaft handelte. Das im April beschlossene Hilfspaket für Sportvereine in Höhe von 20 Millionen – zehn Millionen für Darlehen, zehn Millionen als Zuschüsse zur Existenzsicherung – fand bundesweite Beachtung. „Wir wussten: doppelt hilft, wer schnell hilft. Dass andere Bundesländer sich an unserer Richtlinie orientiert haben, zeigt ihre Zielgenauigkeit“, sagte Wöller, die Tonlage weiter ernst. Besonders an der Basis verfolgt man genau, was sich in Dresden tut. Da macht der Sport keine Ausnahme.

Das Ehrenamt müsse weiter gestärkt werden, betonte Wöller also und nannte es sein persönliches Ziel, die Übungsleiterpauschale von derzeit 350 Euro im Jahr anzuheben. In einer durchaus lebhaften Debatte danach blieb dies unwidersprochen.

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