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Afghanischer Fluglotse verklagt Bundesregierung

Es könnte ein Präzedenzfall werden: Jahrelang war ein Afghane für die Bundeswehr tätig. Weil er zurückgelassen wurde, klagt er jetzt.

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Weil er nach jahrelangem Einsatz für die Bundeswehr in Masar-i-Scharif schutzlos zurückgeblieben ist, hat ein afghanischer Fluglotse Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht.
Weil er nach jahrelangem Einsatz für die Bundeswehr in Masar-i-Scharif schutzlos zurückgeblieben ist, hat ein afghanischer Fluglotse Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. © dpa

Frankfurt a.M./Berlin. Weil er nach jahrelangem Einsatz für die Bundeswehr in Masar-i-Scharif schutzlos zurückgeblieben ist, hat ein afghanischer Fluglotse Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Der Mann und seine Familie fordern demnach die Erteilung eines Visums, wie sein Anwalt Matthias Lehnert am Mittwoch erklärte. Nach Einschätzung des Juristen und von Helfern könnte das ein Präzedenzfall werden. Über den Fall hatte zuerst die "Tagesschau" in einem Exklusiv-Beitrag berichtet.

Der Mann und weitere Kollegen hätten bis zuletzt für die Bundeswehr gearbeitet, heißt es in dem Beitrag. Mit ihren Familien seien sie zu einem Evakuierungstermin bestellt worden, bei dem sie aber nicht abgeholt worden seien. Die Mission sei dann aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Seitdem sitzen die zehn Fluglotsen dem Bericht zufolge mit ihren Familien in Afghanistan fest.

Der Kläger verlangt nun mit seiner Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin von der Bundesrepublik Deutschland ein Visum für sich, seine Frau und seine beiden kleinen Kinder. Anwalt Lehnert sieht die Schutzverantwortung Deutschlands klar gegeben. Auch wenn die Bundesregierung bei den Fluglotsen immer wieder darauf verweise, dass es sich meist um Werkverträge und nicht um Ortskräfte gehandelt habe, sei eine solche Abgrenzung nicht haltbar, sagte Lehnert. Klar sei auch: Sein Mandant sei in Afghanistan gefährdet. (epd)