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Deutschland & Welt

Schwere Kämpfe um Berg-Karabach

Im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan gibt es nach neuen Gefechten viele Verletzte und auch Tote. Jetzt gilt sogar der Kriegszustand.

Fallschirmjäger sind im Kaukasus im Einsatz.
Fallschirmjäger sind im Kaukasus im Einsatz. © Vadim Grishankin/Russian Defense Ministry Press Se

Baku/Eriwan. Einen Tag nach der Gewalteskalation zwischen den verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan dauern die Kämpfe um die Unruheregion Berg-Karabach an. Beide Seite berichteten am Montag von Beschuss. In der Nacht gingen die Gefechte mit unterschiedlicher Intensität weiter, wie die Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums mitteilte. 

Die gegnerische Seite soll am Morgen auch schweres Gerät und Artillerie eingesetzt haben. Das Militär in Aserbaidschan teilte mit, dass armenische Streitkräfte die Stadt Terter an der Grenze zu Berg-Karabach beschossen hätten. Man warne Armenien vor «angemessenen Gegenmaßnahmen», hieß es.

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Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan eskaliert.
Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan eskaliert. © AP/Armenian Defense Ministry/dpa

Die Gefechte zwischen den Ländern begannen am frühen Sonntagmorgen. Dabei soll auch Berg-Karabachs Hauptstadt Stepanakert beschossen worden sein. Beide Länder gaben sich gegenseitig die Schuld für die Gefechte und verhängten den Kriegszustand. In Aserbaidschan gibt es in einigen Regionen auch Ausgangssperren am Abend.

Auch Zivilisten sind gestorben

In Berg-Karabach wurden nach offiziellen Angaben am Sonntag 16 Soldaten durch Beschuss getötet und mehr als 100 verletzt. Aserbaidschan teilte mit, dass es fünf Tote und Verletzte in den eigenen Reihen gebe. Unter den Opfern sind auch Zivilisten. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahren. 

Nikol Paschinjan, Ministerpräsident von Armenien.
Nikol Paschinjan, Ministerpräsident von Armenien. © Kay Nietfeld/dpa

Die EU, Deutschland und auch Russland riefen die Konfliktparteien auf, die Kämpfe sofort einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) betonte, dass die OSZE-Minsk-Gruppe mit ihren drei Co-Vorsitzenden Frankreich, Russland und USA für Verhandlungen bereit stehe. Die OSZE ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Iran, der gute Beziehungen zu beiden Ländern hat, bot sich ebenfalls als Vermittler an.

Die von Armenien kontrollierte Region mit geschätzt 145.000 Einwohnern gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Baku hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das Gebiet verloren. Seit 1994 gilt in der Region eine Waffenruhe. 

Zuletzt flammte der Konflikt 2016 stark auf - es starben mehr als 120 Menschen. Das völlig verarmte Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, das dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat. Das öl- und gasreiche Aserbaidschan hat die Türkei als verbündeten Bruderstaat.

Ilham Alijew, Präsident der Republik Aserbaidschan.
Ilham Alijew, Präsident der Republik Aserbaidschan. © Azerbaijan's Presidential Press/

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Das Auswärtige Amt riet von Reisen in die Region ab. "Von Reisen in die Nähe der Line of Contact um Bergkarabach und den besetzten Gebieten sowie in das gesamte Grenzgebiet zu Armenien wird dringend abgeraten", hieß es am frühen Sonntagabend in den Reise- und Sicherheitshinweisen. Desselbe gilt demnach für Reisen in das gesamte Grenzgebiet auf armenischer Seite. Die Einreise nach Berg-Karabach ohne eine entsprechende aserbaidschanische Erlaubnis stelle nach aserbaidschanischem Recht einen Straftatbestand dar, heißt es zudem.  (dpa)

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