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Politik

Indien sperrt Internet in Konfliktregion

Seit den 80ern ist die Kaschmir-Region zwischen Indien und Pakistan ein Krisenherd. Nach dem Tod eines Separatisten nimmt die Spannung zu.

Ein paramilitärischer Soldat steht vor einem geschlossenen Markt. Nach dem Tod eines bekannten Separatistenführers in der indischen Unruheregion Kaschmir an der Grenze zu Pakistan, hat die Regierung das Internet gesperrt sowie das Mobilnetz und die Bewe
Ein paramilitärischer Soldat steht vor einem geschlossenen Markt. Nach dem Tod eines bekannten Separatistenführers in der indischen Unruheregion Kaschmir an der Grenze zu Pakistan, hat die Regierung das Internet gesperrt sowie das Mobilnetz und die Bewe © Dar Yasin/AP/dpa

Nach dem Tod eines bekannten Separatistenführers in Kaschmir an der Grenze zu Pakistan ist das Internet in der Unruheregion gesperrt worden. Zudem wurde das Mobilfunknetz eingeschränkt, wie ein Polizeisprecher dem indischen Fernsehsender NDTV bestätigte. Separatistenführer Syed Ali Geelani starb nach Angaben seines Sohns im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit. Er hat sich in der mehrheitlich muslimischen Kaschmir-Region gegen die Herrschaft des mehrheitlich hinduistischen Indiens eingesetzt.

Syed Ali Geelani im Jahr 2010 vor einer Verhaftung.
Syed Ali Geelani im Jahr 2010 vor einer Verhaftung. © Altaf Qadri/AP/dpa

Geelani wurde unter Aufsicht der Polizei am frühen Donnerstagmorgen in einem Friedhof in der Nähe seines Hauses im Beisein seiner engen Familie und Nachbarn beigesetzt. Die Menschen in der Umgebung wurden nach Polizeiangaben angewiesen, nicht ihre Häuser zu verlassen. Sicherheitskräfte versperrten den Weg zu Geelanis Haus mir Barrieren und Stacheldraht und positionierten sich um den Friedhof, um Gruppenansammlungen zu verhindern.

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Pakistans Flagge auf Halbmast

In der indischen Kaschmir-Region gibt es seit den 1980ern eine Unabhängigkeitsbewegung und damit verbundene Gewalt hatte zu rund 45 000 Toten geführt. Indien wirft dem mehrheitlich muslimischen Nachbarland Pakistan vor, die Gewalt zu unterstützten, was dieses bestreitet.

Die beiden Nuklearmächte haben schon Krieg um die Region geführt, von der beide je einen Teil verwalten. Vor zwei Jahren hatte die indische Regierung dann ihrer Kaschmir-Region eine Teilautonomie abgesprochen - was vor Ort bei vielen Menschen unpopulär war, im Rest Indiens aber befürwortet wurde.

Pakistans Premier Imran Khan schrieb auf Twitter: "Sehr traurig zu erfahren, dass der kaschmirische Freiheitskämpfer Syed Ali Geelani, der sich sein ganzes Leben für seine Leute und ihr Recht auf Selbstbestimmung eingesetzt hat, verstorben ist." Die pakistanische Flagge würde auf Halbmast gesetzt. (dpa)

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