Merken
Update Politik

Weitere 1.700 Festnahmen in Kasachstan

In Almaty wurden weitere 1.700 Personen festgenommen. Nach den Unruhen hat Kasachstan seit Dienstag einen neuen Regierungschef.

 2 Min.
Soldaten blockieren die Straße, um den Verkehr zu kontrollieren. Fast 1.700 Menschen wurden in Almaty in den letzten 24 Stunden festgenommen.
Soldaten blockieren die Straße, um den Verkehr zu kontrollieren. Fast 1.700 Menschen wurden in Almaty in den letzten 24 Stunden festgenommen. © AP

Almaty. In der von Unruhen besonders betroffenen kasachischen Stadt Almaty sind knapp 1.700 weitere Menschen festgenommen worden. Es handele sich um Plünderer und andere Verbrecher, berichteten kasachische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Stadtverwaltung in der Millionenmetropole im Südosten des zentralasiatischen Landes.

Die Zahl der Festnahmen wurde landesweit zuletzt mit rund 10.000 angegeben. Menschenrechtler mahnten, die autoritär geführte Ex-Sowjetrepublik müsse faire Prozesse gewährleisten. Die Lage in Kasachstan schien sich zuletzt wieder zu stabilisieren.

Anzeige DDV Lokal
FÜR SIE NUR DAS BESTE - DDV Lokal
FÜR SIE NUR DAS BESTE - DDV Lokal

Unser DDV-Lokal-Shop ist der Ort, an dem wir für Sie das Besondere großschreiben. Egal ob als Überraschung für Ihre Liebsten oder für Sie selbst: Unsere Geschenke und Manufakturwaren vereinen Tradition, Qualität und Handwerkskunst vom Feinsten. Hier mehr erfahren!

Neuer Regierungschef

Das Parlament des zentralasiatischen Landes stimmte am Dienstag für Alichan Smailow als neuen Regierungschef. Wie das Staatsfernsehen berichtete hatte er den Posten bereits übergangsweise nach der Entlassung der alten Regierung vor gut einer Woche inne. Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte kurz zuvor den 49-Jährigen als Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Smailow war zuvor Vize-Regierungschef sowie in der Vergangenheit mehrere Jahre lang Finanzminister.

Seit Dienstag ist Alichan Smailow neuer Regierungschef.
Seit Dienstag ist Alichan Smailow neuer Regierungschef. © Kazakhstan President Press Offic

In der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik, die unter anderem an Russland grenzt, war Unmut über gestiegene Treibstoffpreise in Proteste gegen die Staatsführung umgeschlagen.

Neben friedlichen Demonstrationen kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen, insbesondere in der Millionenstadt Almaty. Tokajew hatte angesichts der Unruhen ein von Russland geführtes Militärbündnis um Unterstützung gebeten. Es gab viele Tote und Verletzte.

Tagelange Unruhen

Experten gehen davon aus, dass der Präsident die Krise auch dafür nutzte, um seinen Vorgänger, den einflussreichen Ex-Langzeit-Präsidenten Nursultan Nasarbajew, zu entmachten. Weiter unklar ist aber, wer die bewaffneten Randalierer waren, die insbesondere in Almaty Verwaltungsgebäude und Polizeidienststellen stürmten. Tokajew sprach mehrfach von "Terroristen".

Weiterführende Artikel

Kasachstans Staatsfernsehen: 164 Tote bei Unruhen

Kasachstans Staatsfernsehen: 164 Tote bei Unruhen

Die autoritär geführte Republik Kasachstan wird von beispiellosen Unruhen erschüttert. Nach einem Schießbefehl gibt es offizielle Zahlen zu Todesopfern.

Bautzenerin berichtet aus dem Krisengebiet Kasachstan

Bautzenerin berichtet aus dem Krisengebiet Kasachstan

Edda Schlager aus Bautzen arbeitet seit 17 Jahren als Korrespondentin in Zentralasien. Gerade ist sie eine gefragte Gesprächspartnerin für viele Medien.

Kasachstan: 2.000 Festnahmen in Almaty

Kasachstan: 2.000 Festnahmen in Almaty

Bei landesweiten Protesten in der Ex-Sowjetrepublik gibt es Tote und Verletzte. Allein in Almaty wurden 2.000 Personen festgenommen.

In dem öl- und gasreichen Land an der Grenze zu Russland war Unmut über gestiegene Treibstoffpreise vor rund einer Woche in Proteste gegen die Staatsführung umgeschlagen. Nach friedlichen Demonstrationen kam es tagelang auch zu gewaltsamen Ausschreitungen. Präsident Kassym-Schomart Tokajew sprach von einem versuchten "Staatsstreich", der auch aus dem Ausland gesteuert gewesen sei. Er setzte eine neue Regierung ein und ließ das Militär gegen Demonstranten vorgehen. (dpa)

Mehr zum Thema Politik