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Politik

Präsident gewinnt Wahl in Zentralafrika

Präsident Faustin-Archange Touadéra hat sich in der Zentralafrikanischen Republik eine zweite Amtszeit gesichert. Das Land ist fest im Griff des Terrors.

Faustin-Archange Touadéra Präsident der Zentralafrikanischen Republik, kommt in das Wahllokal in der Boganda Schule, um seine Stimme für die Präsidenten- und Parlamentswahl abzugeben.
Faustin-Archange Touadéra Präsident der Zentralafrikanischen Republik, kommt in das Wahllokal in der Boganda Schule, um seine Stimme für die Präsidenten- und Parlamentswahl abzugeben. © AP/dpa

Bangui. In der von Terror überschatteten Zentralafrikanischen Republik hat sich Präsident Faustin-Archange Touadéra ein zweites Mandat gesichert. Nach den noch vorläufigen Ergebnissen, die die staatliche Wahlkommission am Montagabend verkündete, errang Touadéra bei den Wahlen von Ende Dezember 53,92 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Herausforderer, Ex-Regierungschef Anicet-Georges Dologuélé, kam demnach nur auf 31 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag nach den Angaben zufolge bei 76,3 Prozent - obwohl in 2 von 16 Präfekturen angesichts der Rebellentätigkeit keine Abstimmung möglich war. Einige Oppositionskandidaten forderten angesichts der von Unsicherheit und Betrug überschatteten Wahl eine Annullierung.

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Sicherheitslage verschlechtert sich

In dem afrikanischen Binnenstaat wurde inmitten eines bewaffneten Konflikts am 27. Dezember trotz Übergriffen bewaffneter Rebellen gewählt. Die Rebellenallianz wird nach Angaben der UN-Mission Minusca von Ex-Präsident François Bozizé unterstützt und hatte zum Ziel, den Wahlprozess in dem Land mit rund 4,7 Millionen Einwohnern zu stoppen.

Die Kandidatur von Bozizé - der Verstrickung in Rebellenaktivitäten bestreitet - wurde vom Verfassungsgericht zurückgewiesen. Am Montag eröffnete der Generalstaatsanwalt ein Ermittlungsverfahren gegen Bozizé wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Das Land verfügt über reiche Mineralienvorkommen, ist aber trotzdem verarmt und seit Jahren von Konflikten und Umstürzen gebeutelt. Eine Allianz von Rebellen lieferte sich dort zuletzt immer wieder Kämpfe mit Sicherheitskräften und UN-Soldaten. Ruanda und Russland schickten Truppen und Militärberater in das Land.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) haben bewaffnete Rebellen am Wochenende das südöstlich gelegene Städtchen Bangassou eingenommen. Tausende Bewohner flohen demnach vor den Angreifern über die nahe Grenze in die benachbarte Republik Kongo. Die Sicherheitslage verschlechtere sich von Tag zu Tag, heißt es in einer Erklärung des MSF-Regionalchefs Emmanuel Lampaert. (SZ+)

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