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Deutschland & Welt

Tschad: Deutsche sollen sofort ausreisen

Die Bundesregierung hat im Tschad lebende Deutsche aufgefordert, das Land sofort zu verlassen. Nach dem Tod des Präsidenten werden Unruhen erwartet.

Nach dem überraschenden Tod von Staatschef Idriss Déby Itno (68) hat die Militärelite des zentralafrikanischen Tschads blitzschnell reagiert und Débys Sohn Mahamat zum Nachfolger ernannt.
Nach dem überraschenden Tod von Staatschef Idriss Déby Itno (68) hat die Militärelite des zentralafrikanischen Tschads blitzschnell reagiert und Débys Sohn Mahamat zum Nachfolger ernannt. © Tele Tchad/AP/dpa

Berlin. Angesichts der unübersichtlichen Lage im Tschad hat die Bundesregierung die dort lebenden Deutschen zum sofortigen Verlassen des Landes aufgerufen. Sie sollten die noch bestehenden Flugverbindungen nutzen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Mittwoch in der Bundespressekonferenz in Berlin. Es sei auch eine Reisewarnung ausgesprochen worden.

Nach dem überraschenden Tod des tschadischen Langzeitherrschers Idriss Déby Itno hat der neue Übergangs-Militärrat die Machtverhältnisse in einer Regierungscharta geregelt. Die Führung des zentralafrikanischen Landes setze sich ab sofort aus dem Militärrat, einem Nationalen Übergangsrat und einer Übergangsregierung zusammen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Dokument.

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Bewaffnete Auseinandersetzungen möglich

Als Präsident des Übergangsmilitärrates übernehme Débys Sohn Mahamat die Aufgaben des Präsidenten der Republik und Obersten Chefs der Armeen. Er werde eine Übergangsregierung ernennen, die ihm unterstellt sei.

Déby war nach offiziellen Angaben bei schweren militärischen Zusammenstößen mit der Rebellengruppe "Front für Wandel und Eintracht im Tschad" (FACT) an der Front gestorben.

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Das Auswärtige Amt warnt auf seiner Internetseite, dass im Tschad mit politischer Instabilität und bewaffneten Auseinandersetzungen zu rechnen sei. Die Bundesregierung werbe dafür, dass das Land so schnell wie möglich zu einer verfassungsgemäßen Ordnung zurückkehrt, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes.

"Das heißt, dass wir das Militär und alle gesellschaftlichen Kräfte im Tschad dazu aufrufen, unter der Achtung der Menschenrechte einen friedlichen Übergang in eine neue demokratische Ordnung im Rahmen der Verfassung zu ermöglichen." (dpa)

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