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Angst wählt AfD

Domokos Szabó, SZ-Regionalleiter, kommentiert das Wahlergebnis im Landkreis SOE.

© Daniel Förster

Der Ausgang der Bundestagswahl im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist so wie von vielen Beobachtern vorhergesagt. Der AfD-Mann Steffen Janich aus Dohma bei Pirna bekommt das Direktmandat für die nächsten vier Jahre im Deutschen Bundestag. Janich ist Mitglied einer Partei, die der Verfassungsschutz als Verdachtsfall Rechtsextremismus einstuft. Einer Partei, deren Funktionäre und Abgeordnete demokratische Institutionen regelmäßig verächtlich machen, immer wieder mit antisemitischen und flüchtlingsfeindlichen Sprüchen auffallen und die Verbrechen von Nazi-Deutschland relativieren.

Etliche wählen die AfD, weil sie genau das gut finden. Aber das ist nicht die ganze Wählerschaft. Was die Klientel der AfD eint, ist die Angst vor Veränderung; die Sehnsucht, dass alles bleibt, wie es ist oder noch besser: so wird wie früher. Mehr Geschlechtergerechtigkeit? Deutschland als offenherziges Land für Einwanderung? Den Klimawandel dämpfen? Alles Punkte, bei denen ein Teil der Wähler nur Risiken und Gefahren statt Chancen sieht. Tatsächlich aber ist nichts so beständig wie die Veränderung.

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Steffen Janich wird in Berlin Oppositionspolitik machen, sich für Themen der inneren Sicherheit einsetzen. Dass er dabei in einer Manier wie Björn Höcke oder Jens Maier vorgehen wird, ist ebenso wenig zu erwarten wie eine klare Distanzierung von den Extremisten in seiner Partei. Eines wird aber nicht in Erfüllung gehen: Der Wunsch, Modernisierung und Veränderung mögen bitte nicht stattfinden. Zum Guten kann sich all das nur wenden, wenn man die Skeptiker mitnimmt. Eine Aufgabe, die den Politikern, aber auch der ganzen Gesellschaft über den Wahltag hinaus erhalten bleibt.

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