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Bautzen

Bautzen: So viele Briefwähler wie noch nie

Während die Parteien noch um Stimmen kämpfen, haben sich viele Wähler bereits entschieden. Für die Städte und Gemeinden ist das eine Herausforderung.

Noch nie haben im Kreis Bautzen so viele Menschen per Brief gewählt, wie in diesem Jahr.
Noch nie haben im Kreis Bautzen so viele Menschen per Brief gewählt, wie in diesem Jahr. © dpa/Hauke-Christian Dittrich (Symbolfoto)

Bautzen. Endspurt im Wahlkampf: Wenige Tage vor der Bundestagswahl geben die Parteien noch einmal alles. In Fernseh-Duellen, an der Haustür und auf den Marktplätzen des Landes werben sie um Stimmen. Zugleich ist für viele Wählerinnen und Wähler die Bundestagswahl schon gelaufen. Denn sie haben per Brief abgestimmt. Wie Zahlen aus den Städten und Gemeinden zeigen, gibt es am kommenden Sonntag voraussichtlich so viele Briefwahl-Stimmen wie noch nie.

So hatten in der Stadt Bautzen bis Ende letzter Woche mehr als 6.700 Personen die Briefwahl beantragt. Das sind rund 21 Prozent der Wahlberechtigten. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 und der Landtagswahl 2019 waren es jeweils rund 15 Prozent. Insgesamt geht die Stadtverwaltung in diesem Jahr von 25 Prozent Briefwählern aus.

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Arbeit der Wahlhelfer neu organisiert

Damit es am Wahlabend nicht zum Zählstau kommt, wurde die Arbeit der Wahlhelfer neu organisiert. Neun Briefwahlvorstände werden sich um das Auszählen kümmern. Das beginnt wie bei allen anderen Stimmen erst am Wahltag ab 18 Uhr. Zur Bundestagswahl 2017 gab es in Bautzen vier Briefwahlvorstände, zur Landtagswahl 2019 waren es sechs.

Ähnlich wie in der Kreisstadt ist die Tendenz auch in Kamenz. Laut Stadtverwaltung haben bislang 2.600 Personen einen Wahlschein beantragt. Dies sind – im Vergleich zu anderen Wahlen – fast doppelt so viele. Wenn der Trend bis zum Wahltag anhält, könnten es in Kamenz bis zu 3.000 Briefwählerinnen und -wähler geben. Deren Stimmen werden am Sonntag von drei Briefwahlvorständen ausgezählt. Bislang waren es je nach Wahl ein oder zwei.

Die Stadt Bischofswerda hat die Zahl der Wahlhelfer für die Briefwahl verdoppelt. Die Verwaltungsgemeinschaft Pulsnitz stockt die Wahlvorstände ebenfalls von zwei auf drei auf. Dort gingen bislang 2.300 Anträge auf Briefwahl ein, 500 mehr als bei der letzten Landtagswahl. Großröhrsdorf rechnet mit einem Drittel Briefwahlstimmen und setzt ebenfalls mehr Helfer für das Auszählen ein.

Weniger Briefwähler in ländlichen Regionen

Grundsätzlich gilt: Je ländlicher die Region, ums so geringer der Anteil der Briefwähler. Dies lässt sich in Bautzen sogar anhand der Stadtteile nachvollziehen: In einigen Wahlbezirken der Innenstadt und des Villenviertels hat bereits jeder Dritte seine Stimme abgegeben. In ländlichen Ortsteilen wie Niederkaina und Stiebitz ist der Anteil nur halb so hoch.

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Sachsenweit hat der Anteil der Briefwähler bei Bundestagswahlen seit 1998 stetig zugenommen. Damals setzten gerade einmal zehn Prozent der sächsischen Wähler ihre Kreuze vor dem eigentlichen Wahltag. 2017 waren es bereits 21,6. Bei der Wahl zum sächsischen Landtag 2019 wurde der bisherige Höchststand an Briefwählern erreicht: Mehr als jeder Vierte gab seine Stimme per Brief ab.

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