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Briefwahl wird immer beliebter

Bei der Bundestagswahl im September wird auch wegen Corona mit deutlich mehr Briefwählern gerechnet. Wie sich Wahlleiter darauf vorbereiten.

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Bei der Bundestagswahl wird eine Flut an Briefen mit Wahlunterlagen gerechnet.
Bei der Bundestagswahl wird eine Flut an Briefen mit Wahlunterlagen gerechnet. © dpa/Hauke-Christian Dittrich (Symbolfoto)

Wiesbaden. Der Bundeswahlleiter rechnet für die Bundestagswahl am 26. September mit einem erneuten Zuwachs an Briefwählern. Darauf deuteten die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hin, sagte Georg Thiel in Wiesbaden. Bei den drei Abstimmungen im März und Juni sei der Anteil der Briefwähler im Vergleich zur vorangegangenen Landtagswahl stark gestiegen. In Baden-Württemberg kletterte die Quote von 21 auf 51 Prozent, in Rheinland-Pfalz von 30 auf 66 und in Sachsen-Anhalt von 13 auf 29 Prozent.

Die Briefwahl gibt es in der Bundesrepublik seit 1957. Damals lag der Anteil bei 4,9 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 waren es bereits 28 Prozent. In Sachsen nutzten vor vier Jahren 21 Prozent der Wähler die Briefwahl. Hier war der Anteil in Universitätsstädten wie Dresden, Leipzig und Freiberg am höchsten.

Die Wählerverzeichnisse werden einheitlich am 42. Tag vor der Wahl erstellt, das ist der 15. August. Damit kann die Ausgabe der Briefwahlunterlagen ab dem 16. August starten. Einen bundesweit einheitlichen Stichtag für den Versand oder die Ausgabe der Briefwahlunterlagen gibt es nicht, wie eine Sprecherin erläuterte. „Allein dadurch bedingt, dass für jeden der 299 Wahlkreise ein eigener Stimmzettel gedruckt wird, kann es bei der Druckdauer zu regionalen Unterschieden kommen.“

Mehr Helfer in Briefwahlzentren

Auf einen Corona-bedingt steigenden Anteil an Briefwählern seien die Landes- und Kreiswahlleiter gut vorbereitet, sagte der Bundeswahlleiter kürzlich in einem Interview mit der Rheinischen Post. So gebe es QR-Codes auf den Wahlbenachrichtigungen, um die Beantragung der Unterlagen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Auch sei das Personal für die Bearbeitung dieser Anträge aufgestockt worden.

Es werde vielerorts weniger Wahlhelfer in den Wahllokalen geben, dafür mehr in den Briefwahlbezirken. Und es solle nach Möglichkeit größere Wahllokale geben, um Abstände zwischen Personen besser einhalten zu können. Unter dem Strich werde man mehr Wahlhelfer brauchen, sagte Thiel. Er appellierte an die Bürger, sich am 26. September für das Ehrenamt des Wahlhelfers zur Verfügung zu stellen. „Wenn es gar nicht anders geht, können zum Beispiel Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zur Wahlhilfe verpflichtet werden“, betonte Thiel.

Spekulationen, die Briefwahl sei unsicher, trat Thiel entgegen. „Es gibt keine Anhaltspunkte für eine unsichere Briefwahl. Diese Stimmzettel werden genauso öffentlich ausgezählt wie alle anderen“. Die Verdoppelung des Briefwähler-Anteils bei den zurückliegenden Landtagswahlen zeige das Vertrauen der Bürger darauf, „dass die Briefwahl sicher ist“. (SZ/dpa)