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Die CDU auf der Höhe

Christdemokraten im Umfragetief? Bei Corinna Franke-Wöller aus Freital geht es aufwärts. Jedenfalls beim Wandern.

Selfie mit dem Ministerpräsidenten. SOE-Bundestagskandidatin Corinna Franke-Wöller mit Michael Kretschmer auf dem Rauenstein.
Selfie mit dem Ministerpräsidenten. SOE-Bundestagskandidatin Corinna Franke-Wöller mit Michael Kretschmer auf dem Rauenstein. © Daniel Förster

Respekt für Dich. Sagt Olaf Scholz auf dem Wahlplakat am Laternenpfahl, von wo er fein lächelnd Corinna Franke-Wöller zusieht, wie sie ihre Truppe sammelt. Scholz kann sich das Lächeln leisten. Glaubt man den Umfragen, gewinnt seine SPD die Bundestagswahl. Corinna Franke-Wöller von der CDU nimmt die Zahlen zur Kenntnis. Ins Bockshorn jagen lässt sie sich nicht. Sie will rein in diesen Bundestag.

Die Chancen sind da, sagt sie. Sonst wäre sie nicht angetreten. „Auf Himmelfahrtskommandos lasse ich mich nicht ein.“

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Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Ein bisschen himmelwärts soll es aber schon gehen an diesem Samstagvormittag im Struppener Örtchen Weißig in der Sächsischen Schweiz. Mit Freunden, Unterstützern und Bürgern will Corinna Franke-Wöller auf den Rauenstein wandern. Mit dabei ist ihr Mann, Innenminister Roland Wöller, der darauf besteht, in Sachen Wahlkampagne seiner Frau „nur der Fahrer“ zu sein, und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Ministerpräsident lobt die "Menschenfischerin"

Zur Stelle ist aber auch eine Flotte Blaulichtfahrzeuge mit knapp vierzig Polizisten. Die Partei „Freie Sachsen“, die vom Landesverfassungsschutz als eine Vernetzungsplattform für Rechtsextremisten eingestuft wird, hatte in sozialen Netzwerken zum Mitwandern aufgerufen.

Wie ein Familientreffen der Getreuen: Zur Wanderung mit der Bundestagskandidatin kamen vor allem CDU-Mitglieder, etwa aus Freital, Pirna, Heidenau und Dresden. Vertreten waren auch die Junge Union und die Frauenunion.
Wie ein Familientreffen der Getreuen: Zur Wanderung mit der Bundestagskandidatin kamen vor allem CDU-Mitglieder, etwa aus Freital, Pirna, Heidenau und Dresden. Vertreten waren auch die Junge Union und die Frauenunion. © Daniel Förster

Protestler sind jedoch nicht auszumachen. Aber auch kaum Menschen „von der Straße“. Es ist vor allem ein Familientreffen der Getreuen, von CDU-Mitgliedern, etwa aus Freital, Pirna, Heidenau und Dresden, von Mitgliedern der Jungen Union um ihren Kreisvorsitzenden Richard König und von den Damen der Frauenunion, deren Landeschefin Sandra Gockel ebenfalls die Wanderschuhe geschnürt hat. Schließlich sind es um die fünfzig Menschen, die durch den zerfließenden Morgennebel dem Rauensteingipfel entgegenein Familientreffen der Getreuen, von CDU-Mitgliedern, etwa aus Freital, Pirna, Heidenau und Dresden, von Mitgliedern der Jungen Union um ihren Kreisvorsitzenden Richard König und von den Damen der Frauenunion, deren Landeschefin Sandra Gockesteigen.

Für Corinna Franke-Wöller, 48 Jahre alt, aus Freital, promovierte Juristin und aktuelle Chefin der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung in Berlin, ist es der erste eigene Wahlkampf. Am Wanderparkplatz, bei Olaf Scholz, hängt auch ein Plakat von ihr. Ein seltsames Gefühl sei das, plötzlich überall in sein eigenes Gesicht zu schauen, sagt sie. „So eitel bin ich nicht.“ Aber es gehört eben dazu. „Die Leute haben ein Recht darauf zu wissen, welche Nase das ist.“

Zur Bundestagswahl 2017 hatte die bundesweit bekannte „Nase“ Frauke Petry von der AfD dem Langzeitabgeordneten Klaus Brähmig von der CDU das Mandat im Wahlkreis 158 Sächsische Schweiz-Osterzgebirge entrissen, war dann jedoch in der Versenkung verschwunden.

Festhalten am "Kapitän" Laschet

Angekommen auf dem Rauensteinplatteau, spricht Michael Kretschmer diesbezüglich von einem Wahlbetrug. Er wirbt für Corinna Franke-Wöller als neue Stimme des Landkreises in Berlin. Sie sei ein „Menschenfischer“, könne auf Leute zugehen und sie für sich einnehmen. „Das würde uns sehr viel helfen und viele Dinge einfacher machen“, verspricht er.

Auf die miesen Prognosen für die CDU unter Kanzlerkandidat Armin Laschet geht Kretschmer nur kurz ein. Es seien einige Dinge nicht richtig gelaufen, sagt er. Darüber müsse man sprechen. Allerdings nicht jetzt, drei Wochen vor der Wahl.

Corinna Franke-Wöller schließt sich Kretschmer in dieser Frage an. Es sei wie beim Fußball: Sei der Kapitän einmal gewählt, stünden alle hinter ihm. „Die nächsten drei Wochen ziehen wir engagiert durch.“ Als Hauptgegner sieht Franke-Wöller die AfD. Beim letzten Stimmungstest, der Landtagswahl von 2019, lagen beide Parteien im Landkreis in etwa gleichauf, mit leichten Vorteilen für die CDU.

Fragen und Meinungen aus dem Publikum gibt es nur wenige. Angesprochen auf die Investitionstätigkeit von Unternehmen in der Region warnt Corinna Franke-Wöller vor weiterem Hickhack um den IPO, den Industriepark Oberelbe. Damit „vertändele“ man es, vor Ort eine wirtschaftsnahe Struktur zu schaffen und Einnahmen zu gewinnen. „Das ist ein großes Problem.“

Warnung vor „russisch Roulette“ der Impfgegner

Gefragt wird Corinna Franke-Wöller auch, ob sie ihr Kind gegen Corona impfen lassen würde. Der Sohn der Wöllers ist acht. Insofern stelle sich die Frage noch nicht, entgegnet die Kandidatin. Grundsätzlich vertraue sie aber den Ratschlägen der Ständigen Impfkommission. Die Stiko hatte eine Coronaschutzimpfung zuletzt auch ab zwölf empfohlen.

Michael Kretschmer erklärt, er werde über niemanden, der eine Impfung ablehne, den Stab brechen. Allerdings nennt er die Hoffnung, eine Corona-Infektion auch ohne Impfung schadlos zu überstehen, russisches Roulette, das schiefgehen könne. „Und ich habe viele gesehen, wo es schiefgegangen ist.“

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