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Das haben Sachsens kleine Parteien zu sagen

In Sachsen treten 22 Parteien zur Bundestagswahl an. Neben den sechs Bundestagsparteien hoffen auch kleinere Parteien auf Stimmen.

Auch die kleinen Parteien ringen in Sachsen um jede Stimme.
Auch die kleinen Parteien ringen in Sachsen um jede Stimme. © Parteien

Einige haben sich in diesem Jahr erst gegründet, andere kratzen schon länger an der Schwelle zum Bundestagseinzug: In Sachsen treten am Sonntag 16 Parteien an, die bislang nicht im Bundestag sitzen. Einige von ihnen stellen wir hier vor.

Volt Deutschland: Die Europa-Partei

Volt Deutschland gründete sich 2018 als Reaktion auf den Brexit und die Wahlerfolge populistischer Parteien, sie ist ein Ableger der paneuropäischen Bewegung "Volt Europa". Der Name "Volt" bezieht sich auf die Messeinheit für elektrische Spannung und soll Energie symbolisieren.

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Die Partei will in erster Linie die europäischen Institutionen stärken und die EU reformieren. Dafür soll ein gemeinsamer europäischer Bundesstaat mit einer eigenen Verfassung gegründet werden. Europa solle gegenüber der USA und China souverän sein.

Seit 2019 sitzt Volt Deutschland mit einem Mandat im europäischen Parlament. 2021 tritt sie erstmals für den Bundestag an. In Sachsen zählt die Partei 88 Mitglieder und hat Teams in Dresden, Chemnitz und Leipzig.

Wahlprogramm der Partei

V-Partei³: Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer

Die V-Partei³ gibt es seit 2016, damals wurde sie im Rahmen der "VeggieWorld"-Messe in München gegründet. Die Partei will die Landwirtschaft bio-vegan ausrichten und langfristig aus der Haltung von Nutztieren aussteigen. Zur Rettung des Klimas hält sie eine vegane Lebensweise für den besten Weg. Zu anderen Öko-Parteien unterscheidet sie sich durch ihre kompromisslose Haltung.

Die V-Partei3 hat für die Wahlkreise Chemnitz und Erzgebirgskreis I Direktkandidaten aufgestellt, die mit der Erststimme gewählt werden können. Die Landesliste führt Thomas Lörinczy an, er möchte sich im Bundestag besonders für die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs einsetzen. In Sachsen hat die Partei rund 50 Mitglieder.

Wahlprogramm der Partei

Bündnis C: An der Bibel orientiertes Weltbild

Die Partei "Bündnis C" entstand 2015 aus der Fusion zweier christlich-fundamentalistisch orientierten Parteien. Die Partei orientiert sich am biblischen Menschenbild und sieht sich christlichen Grundsätzen verpflichtet. Sie lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab und befürwortet die traditionelle Familienform. Umweltschutz begreift sie als Bewahrung der Schöpfung. Die Partei setzt sich außerdem für die Unterstützung Israels durch Deutschland ein.

Die Partei tritt in fünf Bundesländern an. In Sachsen hat die Partei in den Wahlkreisen Dresden I und Erzgebirgskreis I Direktkandidaten. Das Bündnis C zählt in Sachsen 55 Mitglieder.

Wahlprogramm der Partei

Die Basis: Protest gegen die Corona-Maßnahmen

Die Basisdemokratische Partei wurde im Juli 2020 gegründet. An der Gründung war auch der Vorstand der corona-kritischen Partei "Widerstand 2020" beteiligt, in der sich auch mehrere prominente Querdenker versammelt hatten. Bundestagskandidaten sind auch die dem Querdenken-Spektrum zuzuordnenden Mediziner Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen bildet das Hauptthema der Partei.

Für das Parteiprogramm zur Bundestagswahl haben die Mitglieder über verschiedene Themenbereiche abgestimmt, für die sich die Partei einsetzen soll. Eine Zustimmungsrate von 99 Prozent erhielten nach eigenen Angaben die Punkte "keine Impfpflicht", "Unabhängigkeit der Justiz", "keine Zensur" und "Bargeld erhalten".

Die Basis hat in allen sächsischen Wahlkreisen Direktkandidaten aufgestellt.In Sachsen hat die Partei nach eigenen Angaben 850 Mitglieder.

Wahlprogramm der Partei

Partei der Humanisten: Mit Vernunft zur Macht

"Rational im Handeln, liberal im Herzen und fortschrittlich im Denken": Das ist der Grundsatz der Partei der Humanisten. Die Weltsicht der Humanisten beruht auf den Naturgesetzen und der Wissenschaft. Der Partei ist es dabei wichtig, komplexe und oft emotionale Themen wie Kernenergie oder Gentechnik ergebnisoffen und undogmatisch zu diskutieren. Das nennen sie faktenbasierte Politik, die ihre Standpunkte regelmäßig hinterfragt. Ganz konkret fordern sie unter anderem das Wahlrecht ab 16 Jahren, eine veränderte Drogenpolitik, ein Grundeinkommen, Netzneutralität im Internet und Beseitigung des Weltraumschrotts.

2014 wurde die Partei der Humanisten in Berlin gegründet und hat mittlerweile bundesweit mehr als 2.100 Mitglieder, in Sachsen sind es 132. In Sachsen gibt es eine Landesliste mit zehn Kandidatinnen und Kandidaten. Zudem gibt es drei Direktkandidierende in Dresden und Leipzig.

Wahlprogramm der Partei

Die Partei: Wenn Satiriker Politik machen

Im Bundestagswahlkampf 2017 formulierte der damalige Spitzenkandidat und Satiriker Nico Semsrott in einem Interview die Essenz der Partei: "Wenn Politiker nur noch Satire machen, müssen wir Satiriker wohl Politik machen." Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz Die Partei, gilt als Satirepartei. Sie ist eng mit Martin Sonneborn und dem Satiremagazin Titanic verbunden und gründete sich schon 2004 auf Bundesebene. Den Landesverband Sachsen gibt es seit 2013.

Die Partei kommentiert meist Inhalte anderer Parteien. Punkte im Programm sind die Abschaffung von Tierversuchen – stattdessen sollen Medikamente an Spitzensportlern getestet werden. Zudem steht sie für eine Bierpreisbremse, die gezogen werde, "sobald irgendwo in der Wirtschaft zwei Indikatoren gleichzeitig auftreten: großer Durst und eine nachweisbare Gläserleerstandsquote". Die Partei hat 19 Kandierende auf der sächsischen Landesliste und in mehreren Wahlkreisen Direktkandidatinnen und -kandidaten.

Wahlprogramm der Partei

ÖDP: Die wertkonservativen Grünen

Wie der Name schon verrät: Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ist ökologisch geprägt. Sie fordert auf der einen Seite den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen sowie von Tieren, den Erhalt der Artenvielfalt und nachhaltiges Wirtschaften. Die ÖDP fordert, die Energiegewinnung bis 2030 auf 100 Prozent erneuerbare Ressourcen umzustellen. Auf der anderen Seite steht die Partei für eine wertkonservative Politik. Das heißt, sie will die Familie fördern sowie Schwangere besonders unterstützen und steht für den Lebensschutz, der unter anderem Klonen verbietet. Außerdem will die ÖDP mehr Direktdemokratie, wiundesweite Volksentscheide.

Seit 1981 gibt es die ÖDP, in Bayern ist sie am stärksten etabliert. Seit 2015 gibt es einen Landesverband in Sachsen mit aktuell etwas mehr als 100 Mitgliedern. Bundesweit hat die Partei mehr als 8.000. Die Partei ist mit 16 Kandidatinnen und Kandidaten auf der Landesliste vertreten und in fast allen sächsischen Wahlkreisen mit Direktkandidierenden.

Wahlprogramm der Partei

Team Todenhöfer: Ein Mann für Deutschland

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Am Sonntag wird der neue Bundestag gewählt. Sächsische.de gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen zum Ablauf der Wahl.

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer gründete 2020 die Partei. Er ist gleichzeitig Spitzen- und Kanzlerkandidat. Die neue Partei möchte alle Bundeswehr-Auslandseinsätze beenden, fordert eine Begrenzung der Amtszeit von Abgeordneten auf zwei Legislaturperioden sowie ein Verbot von Parteispenden, die mehr als 5.000 Euro betragen. Darüber hinaus möchte die Partei Waffenexporte in Krisengebiete unter Strafe stellen. Team Todenhöfer versteht sich auch als Partei, die gegen den Rassismus in der Gesellschaft ankämpfen möchte. Dafür fordert sie einen „Beauftragten gegen Islamfeindlichkeit“.

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 7.500 Mitglieder, in Sachsen etwa 100. Die Partei hat vier Mitglieder auf der Landesliste, aber keinen Direktkandidierenden in Sachsen.

Wahlprogramm der Partei

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