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Wo die Parteien ihre Hochburgen haben

Der Osten wählt anders als der Westen. So viel ist nach der Bundestagswahl klar. Der Erfolg der AfD lässt sich aber regional noch mehr eingrenzen.

Im Osten holt die AfD die höchsten Wahlkreisergebnisse. Vor allem Mittelsachsen ist Kernland der Partei.
Im Osten holt die AfD die höchsten Wahlkreisergebnisse. Vor allem Mittelsachsen ist Kernland der Partei. © [M] Robert Michael/dpa/SZ

Dresden. Zu sagen, der Osten wählt anders, trifft es nicht ganz. Der Blick auf die Verteilung bei Erst- und Zweitstimmen zeigt, es ist vor allem Mitteldeutschland, das im überwiegend rot-schwarzen Farbenspiel einen anderen Akzent setzt: einen hellblauen. Überraschend kommt der Erfolg der AfD in Sachsen und großen Teilen Thüringens nicht, die Deutlichkeit ist dennoch bemerkenswert.

In Sachsen wird die AfD bei der Zweitstimme nach 2017 wieder stärkste Kraft. Während vor vier Jahren nur 0,1 Prozentpunkt die beiden Spitzenreiter trennten, sind es nach vorläufigen Ergebnis diesmal 7,4 - und die SPD. Die Sozialdemokraten überholen die CDU (17,2 Prozent) und werden mit 19,3 Prozent zweitstärkste Kraft vor der AfD, die 24,6 Prozent holt.

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Ähnliches Bild in Thüringen, wenngleich dort die AfD mit 24,0 Prozent nicht so deutlich vor der SPD gewinnen kann, die auf 23,4 Prozent kommt. Die CDU holt die drittmeisten Stimmen: 16,9 Prozent.

Die AfD-Hochburgen liegen im Osten

Deutlich wird dieses Ergebnis auch beim Blick auf den bundesweiten Vergleich nach Partei-Hochburgen. Unter den 20 Wahlkreisen mit den stärksten prozentualen AfD-Ergebnissen liegen nur vier nicht in einem der beiden Bundesländer.

Der erste Wahlkreis im Westen Deutschlands kommt an 48. Stelle - Deggendorf in Bayern, wo 14,1 Prozent AfD gewählt haben. Nur drei Wahlkreise im gesamten Osten (ausgenommen Berlin) haben ein niedrigeres AfD-Ergebnis: Leipzig II mit 11,2 Prozent, Rostock – Landkreis Rostock II mit 12,7 Prozent und Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II mit 9,9 Prozent.

Fast umgekehrt stellt sich das Bild beim Betrachten der Ergebnisse nach Hochburgen der SPD dar. Auf dem 46. Platz der insgesamt 299 bundesdeutschen Wahlkreise findet sich der erste ostdeutsche wieder: Ludwigslust-Parchim II – Nordwestmecklenburg II – Landkreis Rostock I mit 35,2 Prozent der Zweitstimmen. Chemnitz ist in Sachsen Spitzenreiter mit 25,1 Prozent, in 160 anderen Wahlkreisen in Deutschland holte die Partei mehr Prozente.

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