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Wahlkreis Bautzen: 6 Kandidaten, 6 Programme

Wer sind die Direktkandidaten bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Bautzen I? Sächsische.de stellt die Bewerber und ihre politischen Schwerpunkte vor.

Von David Berndt
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Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Bautzen I: Das sind die sechs Direktkandidaten der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien.
Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Bautzen I: Das sind die sechs Direktkandidaten der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien. © Montage/SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Wahlkreis 156 – Bautzen I deckt den Großteil des Landkreises Bautzen ab. Hier bewerben sich zehn Direktkandidaten um den Einzug in den Bundestag bei der Wahl am 26. September. Sächsische.de stellt die sechs Kandidaten näher vor, deren Parteien derzeit im Bundestag vertreten sind. Das sind AfD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, FDP und die SPD. Diese Kandidaten nehmen auch am Wahlforum am kommenden Dienstagabend im Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen teil.

Roland Ermer (CDU): Eigenverantwortung stärken

Roland Ermer will das Direktmandat für die CDU im zweiten Anlauf gewinnen.
Roland Ermer will das Direktmandat für die CDU im zweiten Anlauf gewinnen. © SZ/Uwe Soeder

Die Hoffnungen der CDU ruhen auf Roland Ermer. Der 57-jährige, selbstständige Bäckermeister aus Bernsdorf ist nach 2017 erneut der CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl. Damals hatte er sich nach der verlorenen Wahl wieder seinem Handwerk gewidmet. Im März dieses Jahres wurde Roland Ermer nun erneut als Direktkandidat nominiert und probiert’s nochmal. Außerdem steht der Kreisrat auf der CDU-Landesliste in Sachsen auf Platz neun.

Ein zweites Mal gegen Karsten Hilse von der AfD zu verlieren dürfe ihm und der CDU nicht passieren, sagte er bei seiner Nominierung in der Lausitzhalle Hoyerswerda. Denn auch bei den Zweitstimmen hatte die CDU vor vier Jahren das Nachsehen. Im März ging er davon aus, dass es erneut auf einen Zweikampf zwischen ihm und Karsten Hilse hinauslaufen werde. Ob sich das so darstellt, werden die Wahlergebnisse am 26. September zeigen.

Der verheiratete und dreifache Vater stellt sich zur Wahl, um dem Wahlkreis „eine starke Stimme in Berlin“ zu geben. Er stehe mit beiden Beinen im Arbeitsleben und bei den Menschen, um den Strukturwandel positiv zu gestalten. Im Landkreis Bautzen wolle er im Fall seiner Wahl „die Eigenverantwortung stärken und Gelder zur freien Verwendung zur Verfügung stellen.“

Besonders einsetzen möchte sich Roland Ermer für „die Entfesselung der Wirtschaft und eine neue Gründerpolitik. Nur so werden neue, gut bezahlte Arbeitsplätze möglich.“

Abgesehen von seinen politischen Forderungen erklärt der CDU-Direktkandidat auf seiner Homepage etwa, welche feste Prinzipien er hat. Er glaube an die Familie, an Gott, an die Gerechtigkeit im Arbeitsleben und an die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements.

Karsten Hilse (AfD): Kohleausstieg aussetzen

Karsten Hilse ist der Direktkandidat der AfD. Er hatte das Mandat 2017 errungen und ist seitdem Bundestagsabgeordneter.
Karsten Hilse ist der Direktkandidat der AfD. Er hatte das Mandat 2017 errungen und ist seitdem Bundestagsabgeordneter. © SZ/Uwe Soeder

Karsten Hilse von der AfD will das Direktmandat nach 2017 erneut gewinnen. Damals hatte der Polizeibeamte Roland Ermer hinter sich gelassen und der CDU damit den Wahlkreis abgenommen.

Der gelernte Elektromonteur, frühere Polizist und jetzige Bundestagsabgeordnete ist unter anderem Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Als seine wichtigste Forderung für den Landkreis Bautzen gibt er an, den Kohleausstieg „solange auszusetzen, bis eine preisgünstige, adäquate, grundlastfähige Stromerzeugungsart in Deutschland zur Verfügung steht“. Dies könne etwa durch Kernreaktoren umgesetzt werden. Die „sogenannten erneuerbaren Energien“ seien nicht in der Lage, Deutschland sicher und kostengünstig mit Strom zu versorgen.

Der Bundestagsabgeordnete bestreitet - wie die AfD insgesamt - den menschengemachten Klimawandel. Wissenschaftliche Erkenntnisses zum diesem Thema nennt Hilse „Klimareligion“, die Grünen bezeichnet er als „kommunistische Umweltzerstörer“.

Neben dem Klima ist Corona das wiederkehrende Thema bei Karsten Hilse. Er wolle die Bundesregierung auffordern, „alle Corona-Zwangsmaßnahmen sofort und ohne Ausnahme zu beenden“, erklärt er. Bei einer Kundgebung in Bautzen im August behauptete er, es habe nie „eine epidemische Lage von nationaler Tragweite“ gegeben.

Im Falle seiner Wahl wolle er sich dafür einsetzen, das gesellschaftliche Klima mit „Zuversicht, Hoffnung und Aufbruchsstimmung“ zu prägen, sagt Hilse. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Lohsa bei Hoyerswerda. Neben seiner Direktkandidatur steht er zudem auf Platz vier der AfD-Landesliste in Sachsen.