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Deutlich mehr Briefwähler in der Region Döbeln

Weit mehr Bürger der Region haben sich in diesem Jahr für die Briefwahl angemeldet. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Auch in Döbeln ist die Briefwahl in diesem Jahr gefragter denn je.
Auch in Döbeln ist die Briefwahl in diesem Jahr gefragter denn je. © Symbolfoto: dpa

Döbeln. Das Coronavirus hat auch zu Veränderungen bei der Bundestagswahl geführt. Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation und den damit verbundenen Regelungen zur Eindämmung des Virus hatten viele bereits im Frühjahr mit einer Zunahme bei der Zahl der Briefwähler gerechnet.

Mittlerweile hat sich die Lage jedoch geändert. Kurz vor dem Urnengang am 26. September fallen die Schutzmaßnahmen lockerer, die Fallzahlen niedriger als noch vor einigen Monaten aus, auch wenn letztere bereits wieder ansteigen. Wirken sich diese Entwicklungen noch auf die Vorhersagen aus?

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"Hatten etwa doppelt so viele erwartet"

Nachfragen bei den zuständigen Ämtern in der Region Döbeln zeigen: nein. "Wir haben deutlich mehr Briefwähler als bei den vorherigen Wahlen", erfuhr Sächsische.de vom Einwohnermeldeamt in Hartha.

Etwa 1000 Menschen sollen die Briefwahl bisher beantragt haben. "Wir hatten etwa doppelt so viele Briefwähler wie bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 erwartet. Ganz so viele sind es bisher noch nicht, aber definitiv deutlich mehr", erklärte eine Mitarbeiterin des Amtes.

Auch Döbeln verzeichnete einen deutlichen Anstieg. Bis 16. September hatte die Stadtverwaltung etwa 3800 Wahlscheine für die Briefwahl ausgestellt. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 waren es rund 2800 Wahlscheine, bei der Landtagswahl 2019 circa 2900.

Auch in der Gemeinde Großweitzschen ist die Nachfrage bei der Briefwahl sehr groß. Das bestätigte Hauptamtsleiterin Denise Lange auf Anfrage eines Gemeinderates zur Sitzung. Sie orderte die dreifache Menge an Briefwahlunterlagen im Vergleich zu den Wahlen in den Vorjahren.

Gemeinderat Mario Pohl (Freie Wähler) wollte wissen, ob die Gemeindemitarbeiter die Flut der Briefwahlanträge stemmen können. „Das ist kein Problem. Die Unterlagen sind bis auf den Stimmzettel schon fertig im Umschlag. Wird die Briefwahl beantragt, scannen wir den Code der Wahlbenachrichtigung. Drucken das Dokument aus und stecken es in den Umschlag“, so Denise Lange.

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Waldheim und Roßwein meldeten ebenfalls mehr Briefwähler. Ausnahmen bildeten lediglich Ostrau und Leisnig. "Wir haben nicht übermäßig mehr Briefwähler als sonst", sagte Silvia Diesmann, Leisnigs Hauptamts- und Wahlleiterin. "Zumindest nicht in dem Umfang, wie wir es erwartet haben."

Stand 16. September zählte Leisnig etwa 1200 Briefwähler. Bei vorherigen Wahlen sollen es zwischen 900 und 1000 gewesen sein. Ostrau meldete ebenfalls einen leichten Anstieg. "Wir haben jetzt die Zahl an Briefwählern erreicht, die wir auch bei der Bundestagswahl 2017 hatten", so Ostraus Amtsleiterin Antje Zornik am 16. September.

Am Wahlsonntag etwas anderes unternehmen

Zornik zufolge spielt nicht nur Corona eine Rolle bei der Zunahme der Briefwähler. "Viele Bürger sagten uns, dass sie auch noch verreisen oder am Sonntag schlichtweg etwas anderes unternehmen wollen", sagte die Amtsleiterin.

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Ähnlich lautete es auch aus Roßwein. "Ein paar unserer Bürger haben uns mitgeteilt, dass sie am Wahlsonntag im Urlaub sein werden", erklärte Nadine Tändler. "Aber Corona spielt noch immer eine wichtige Rolle."

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