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Die Wahl der Unzufriedenen

Im Landkreis Meißen setzt sich nach der Bundestagswahl die AfD an die Spitze. Die Gründe dafür liegen auch in Frustrationen. Lichtblicke gab es aber auch.

Da hatte er noch Hoffnung: Sebastian Fischer (CDU) mit Unterstützern am Wahlabend im Lokal Goldener Anker in Meißen. Am Ende verliert er gegen Barbara Lenk (AfD). Die Gründe sind komplex.
Da hatte er noch Hoffnung: Sebastian Fischer (CDU) mit Unterstützern am Wahlabend im Lokal Goldener Anker in Meißen. Am Ende verliert er gegen Barbara Lenk (AfD). Die Gründe sind komplex. © Claudia Hübschmann

Jetzt wird ganz sicher bei allen größeren Parteien - außer bei einer - laut lamentiert. Wie konnte es nur dazu kommen? Die AfD gewinnt die Wahl auch im Landkreis Meißen. Sie gewinnt sie nicht nur einfach, sondern mit deutlichem Vorsprung. Die ehemalige Bibliothekarin Barbara Lenk ist Nachfolgerin von Thomas de Maiziere als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete im Landkreis Meißen. Man benötigt nicht allzu viel Fantasie, um sich die Reaktionen des christdemokratischen Ex-Bundesministers vorstellen zu können.

War es ein Versagen des CDU-Direktkandidaten Sebastian Fischer? Ist der anfangs zerstrittene CDU-Kreisverbandes schuld? Liegt es an Laschet und/oder Merkel? Oder ist die AfD einfach so stark, weil sie es schaffte, alle Protestler und Unzufriedenen hinter sich zu versammeln? Vermutlich ist das der Hauptgrund. Doch dann ergibt sich gleich eine neue Frage: Warum gibt es so viele Protestler und Unzufriedene? Darüber sollten alle demokratischen Parteien, aber insbesondere die regierenden, länger nachdenken.

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Nach dem AfD-Erfolg im Landkreis Meißen wird aus den Reihen der CDU Kritik laut. Die AfD wurde in allen Gemeinden stärkste Kraft. Eine Analyse.

Abseits der großen, sachsenweiten AfD-Trends gibt es aber noch ein paar Lichtblicke. Die junge SPD-Ersatzkandidatin Stephanie Dzeyk schlug sich äußerst achtbar und kam weit, weit über ihr selbst gestecktes Mindestziel von fünf Prozent. Auch die FDP und die Freien Wähler dürfen sich über ihren Aufstieg freuen. Bei den Linken ging es, wie in ganz Deutschland, abwärts. Das konnte auch der gute Direktkandidat Markus Pohle nicht verhindern.

Wie geht es jetzt weiter? Die ernsthafteste Fehleranalyse steht sicher für die CDU an. Der Kreisparteitag im Oktober bietet dazu Gelegenheit.

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