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Was würden Dresdner Kinder und Jugendliche wählen?

Die Ergebnisse der symbolischen U18-Bundestagswahl liegen vor. Eine Partei schafft es in beiden Dresdner Wahlkreisen auf den ersten Platz.

In Dresden haben sich mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche an der U18-wahl beteiligt.
In Dresden haben sich mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche an der U18-wahl beteiligt. © Norbert Millauer

Dresden. Mindestens 18 Jahre alt müssen Wähler sein, um an der Bundestagswahl teilzunehmen. Versuche, das Wahlrecht auf 16 abzusenken, scheiterten in der Vergangenheit immer wieder. Dennoch wird Kindern und Jugendlichen eine Stimme gegeben. Rund 12.000 sächsische Minderjährige haben an der symbolischen U18-Bundestagswahl teilgenommen, die immer neun Tage vor der eigentlichen Wahl stattfindet. Die Ergebnisse für die beiden Dresdner Wahlkreise überraschen.

Welche Parteien liegen bei der U18-Wahl vorn?

Die Kinder und Jugendlichen hatten bei der Wahl nur eine Stimme. Sie sollten sich auf eine Partei festlegen, nicht gleichzeitig auch auf einen Direktkandidaten. Bei diesen sogenannten Zweitstimmen liegen im Wahlkreis Dresden I - das ist die Altstädter Elbseite zwischen Friedrichstadt und Kleinzschachwitz - die Grünen mit 16,9 Prozent vorn.

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Die erste Überraschung folgt danach: Es schließt sich nicht etwa eine im Bundestag vertretene Partei an, sondern sonstige Parteien - also alle, die es im Wahlkreis nicht über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft haben. Darunter befinden sich die Satirepartei Die Partei, aber auch die Piraten. Auf Platz drei schafft es die AfD, sie kommt auf 13,3 Prozent. SPD und CDU fallen beide tiefer als in den aktuellen Wahlprognosen. Bei den Kindern und Jugendlichen erhalten sie jeweils gut zwölf Prozent der Stimmen. Gleich dahinter, noch vor Linke (8,6 Prozent) und FDP (9,1 Prozent) schiebt sich die Tierschutzpartei mit 10,7 Prozent.

Wie sehen die Ergebnisse für Dresden II aus?

Der zweite Dresdner Wahlkreis erstreckt sich von Cotta über die Elbe bis nach Radeberg. Auch hier liegen die Grünen vorn, allerdings mit größerem Vorsprung. Auf 32,8 Prozent schafft es die Partei bei den Kindern und Jugendlichen. Mit 15,7 Prozent folgen die sonstigen Parteien, die Linke (elf Prozent) und die SPD (10,2 Prozent). Tierschutz steht bei den Jungen offenbar weit vorn. Die gleichnamige Partei schiebt sich im zweiten Dresdner Wahlkreis mit 8,7 Prozent noch vor CDU (7,7 Prozent) und FDP (7,5 Prozent). Die AfD schafft es mit 6,6 Prozent geradeso über die Zählhürde.

Wie unterscheiden sich die Ergebnisse von den Nachbar-Wahlkreisen?

Sehr deutlich. Im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zum Beispiel liegt die AfD bei der U18-Wahl vorn. Sie erreicht dort 20,1 Prozent. Im Meißener Wahlkreis ergibt sich ein ähnliches Bild. Die AfD schafft dort es dort auf 26,1 Prozent. Im Bautzner Wahlkreis bekommt sie sogar 33,7 Prozent der Stimmen. "Im Detail macht die U18-Wahl große Unterschiede im Wählerinnen- und Wählerverhalten zwischen städtisch und ländlich geprägten Regionen deutlich. Diese Wahlergebnisse und die dahinterliegenden Unterschiede in den Lebenswelten, Wünschen und Zukunftsvorstellungen junger Menschen müssen sowohl in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als und vor allem bei politischen Entscheidungen noch deutlicher bedacht werden, schätzt der Kinder- und Jugendring ein, der die U18-Wahl in Sachsen organisiert hat.

"Auch wenn das sächsische Ergebnis der U18-Wahl für mich und andere mehr Fragen als Antworten birgt, so freue ich mich doch über die konstant hohe Wahlbeteiligung", sagt der KJRS-Vorsitzende Jan Witza. "Junge Menschen nehmen die Wahl ernst und erwarten ihrerseits ernst genommen und gehört zu werden." Vor diesem Hintergrund seien politische Diskussionen um eine Wahlalter-Absenkung so relevant wie nie. Der KJSR forderte eine Wahlberechtigung ab 14 Jahren. "Ich wünsche mir, dass dies die letzte U18-Wahl zu einer Bundestagswahl war und wir zur nächsten Bundestagswahl bereits eine U16-Wahl veranstalten können."

Wie viele Kinder und Jugendliche haben teilgenommen?

Etwa 30 Kinder- und Jugendwahllokale hat es in Dresden gegeben, darunter in Kindertreffs, Jugendhäusern, Oberschulen und Gymnasien. Dort sind für den ersten Dresdner Wahlkreis insgesamt 1.027 gültige Stimmen abgegeben worden, für den zweiten Dresdner Wahlkreis waren es 1.096.

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