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Energiewende, Corona, Föderalismus

Mittelsachsens Bundestagskandidaten standen in einem Wahlforum den Bürgern Rede und Antwort. Dabei durften auch die Gäste Fragen stellen.

Mittelsachsens Direktkandidaten während des Wahlforums (von links): Stefan Hartmann (Linke), Lea Fränzle (Grüne), Alexander Geißler (SPD), Philipp Hartewig (FDP), Carolin Bachmann (AfD) und zugeschalten Veronika Bellmann (CDU).
Mittelsachsens Direktkandidaten während des Wahlforums (von links): Stefan Hartmann (Linke), Lea Fränzle (Grüne), Alexander Geißler (SPD), Philipp Hartewig (FDP), Carolin Bachmann (AfD) und zugeschalten Veronika Bellmann (CDU). © Eric Mittmann

Freiberg. Anke Martin-Hede wollte wissen, welche Ideen die Bundestagskandidaten haben, um die Menschen gesund zu halten.

Carolin Bachmann (AfD) antwortete darauf, dass ihr das Thema Ernährung zu kurz kommt. Sie wolle verstärkt auf gesunde Lebensmittel hinweisen.

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Der Garten verwöhnt im Spätsommer mit frischem Obst und Gemüse. Und langsam heißt es auch, sich auf den Herbst und die anstehenden Arbeiten vorzubereiten.

Philipp Hartewig (FDP) konnte in seiner Antwort sein Herzensthema Sport aufgreifen. Dieser solle einen höheren Stellenwert erhalten.

Alexander Geißler (SPD) konzentrierte sich in seiner Antwort auf das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz. Er wolle Radwege ausbauen, um für mehr Bewegung zu sorgen.

Lea Fränzle (Grüne) erklärte, dass Stress einer der größten Krankmacher sei. Mentale Gesundheit sollte ihrer Meinung nach nicht außer Acht gelassen werden.

Stefan Hartmann (Linke) sprach sich für eine eindeutige Kennzeichnung von Lebensmitteln aus.

Laut Veronika Bellmann (CDU) seien Sport, Bewegung und Psychologie bereits mit dem Präventionsgesetz abgedeckt. Dabei gebe es jedoch Nachholbedarf.

Kandidaten äußerten sich zur Corona-Politik

Christoph Hähnlich forderte ein Statement zu einem Artikel der "Welt", nach dem bei der Mehrheit der Corona-Toten nicht das Virus die Todesursache war. Er wollte zudem wissen, wie die Corona-Politik weitergeführt werden solle.

Veronika Bellmann (CDU) stellte klar, dass die Gefahr des Virus nicht zu leugnen sei. Sie kritisierte jedoch die Maßnahmen und forderte eine Trennung von mit und an Corona Verstorbenen in der Statistik.

Philipp Hartewig (FDP) zufolge ist die Pandemielage noch immer angespannt. Mit Andauern der Maßnahmen müssten die Regelungen jedoch vereinfacht werden.

Alexander Geißler (SPD) sieht das Problem eher im Vertrauen gegenüber der Wissenschaft. Er sprach sich zudem für einen Corona-Ausschuss aus.

Stefan Hartmann (Linke) wäre statt eines Ausschusses lieber für einen runden Tisch, erklärte er.

Carolin Bachmann (AfD) kritisierte, dass sich erst jetzt von der Inzidenz als einzigem Richtwert entfernt werde und Corona-Tote noch immer nicht obduziert würden.

Lea Fränzle (Grüne) widerlegte dies wiederum. In Mittelsachsen sei die Statistik in an und mit Corona Verstorbene aufgeteilt gewesen. Es habe eine Übersterblichkeit gegeben, Krematorien seien ausgelastet und Krankenhäuser überlastet gewesen.

Föderalismus ja, aber effektiver

Jana Pinka fragte, ob die Kandidaten eine Reform des Deutschen Föderalismus in Bezug auf das Bildungssystem befürworten.

Philipp Hartewig (FPD) wolle das Thema lieber auf Länderebene belassen. Einheitlichkeit könne auch erreicht werden, ohne den Föderalismus abzuschaffen.

Auch Carolin Bachmann (AfD) erklärte, dass Bildung Ländersache bleiben müsse.

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Alexander Geißler (SPD) sprach sich dafür aus, zumindest einige Sachen zu zentralisieren. Er könne sich nicht vorstellen, dass es gut ist, 16-mal über eine Abitur-Prüfung zu diskutieren.

Lea Fränzle (Grüne) will Bildung als Teil des Föderalismus belassen. Einige Aufgaben, so sagte sie, müssten jedoch klarer verteilt werden.

Veronika Bellmann (CDU) erklärte, dass der Föderalismus bleiben muss, aber nicht die Aufgabenverteilung. Sie forderte eine Bestandsaufnahme.

Stefan Hartmann (Linke) betonte, dass der Föderalismus sicherstellen muss, dass ein Kind eine gute Ausbildung bekommt. Gleichzeitig bemerkte er, dass keiner der Kandidaten den Föderalismus in Frage stellt.

Erneuerbare Energien für mehr Arbeitsplätze

Ebenso populistisch wie Hähnlich hielt es auch Jens Uhlmann. Er wollte wissen, wie die Kandidaten einem angeblichen Arbeitsplatzabbau durch die Energiewende und einem Verlust von Landflächen unter anderem durch Solaranlagen entgegenwirken wollen.

Lea Fränzle (Grüne) sagte, sie sei bereits im Kreistag mit Uhlmann aneinander geraten und wisse um dessen klimafeindliche Haltung. Seine Behauptungen stellte sie als falsch dar. Durch die Energiewende würden zwar Arbeitsplätze in der Kohleindustrie wegfallen, gleichzeitig jedoch neue Stellen im Bereich der erneuerbaren Energien geschaffen.

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Alexander Geißler (SPD) ergänzte, dass ein Flächenverbrauch ebenso nicht nötig sei. Stattdessen könnten Alternativen wie Solaranlagen auf Dächern gefördert werden. Deutschland müsse erneuerbare Energien fördern, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Stefan Hartmann (Linke) zufolge haben andere Länder diese Erkenntnis bereits erlangt und würden erneuerbare Energien weit intensiver fördern. In Bezug auf Uhlmanns Frage sei genau das Gegenteil der Fall: Sie würden zukunftsweisende und zukunftssichernde Arbeitsplätze schaffen.

Hinweis in eigener Sache: Wie Verlag und Redaktion mit Berichten und Anzeigen im Zusammenhang mit der AfD im Bundestagswahlkampf umgehen.

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