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Bundestagswahl: So haben die Freitaler entschieden

Auch in der Großen Kreisstadt gewinnt die AfD. Nur in einem Wahllokal lag die CDU-Kandidatin vorn. Die FDP hat auf dem Berg viele Anhänger.

Elf Einzelkandidaten und 22 Parteien traten an - aber in Freital fiel das Votum eindeutig aus.
Elf Einzelkandidaten und 22 Parteien traten an - aber in Freital fiel das Votum eindeutig aus. © Karl-Ludwig Oberthür

Freital liegt voll im Trend, zumindest vergleichen mit dem Landkreis und auch mit Sachsen. Am Sonntag holte hier der AfD-Kandidat Steffen Janich die meisten Stimmen und kam in der Großen Kreisstadt auf 30,69 Prozent der Stimmen. Auch bei den Zweitstimmen profitierte die Partei und holte 29,51 Prozent.

Damit distanzierte die AfD und ihr Kandidat alle anderen Bewerber um Längen. Von der politischen Konkurrenz konnte am Ende noch die CDU punkten: Kandidatin Corinna Franke-Wöller kam auf 20,65 Prozent, bei den Zweitstimmen holten die Christdemokraten immerhin noch 17,44 Prozent und damit minimal mehr als die SPD mit 16,7 Prozent. Deren Kandidat Fabian Funke kam auf 12,69 Prozent bei den Erststimmen.

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Doch wie sah es in den einzelnen Wahllokalen aus? In welchem Stadtteil holte die AfD die meisten Stimmen und wo punkteten die anderen Parteien? Hier ist die große Wahlanalyse.

Die Gewinner: AfD trotz Verluste weit vorn

Trotz der Zustimmung zur AfD in Freital musste die Partei Verluste hinnehmen. Bei der Bundestagswahl 2017 lag sie noch bei 35 Prozent. Die AfD dürfte das Minus von fünf Prozent kaum stören, denn die direkte Konkurrenz - die CDU - verzeichnete sogar ein Minus acht Prozent im Vergleich zu 2017. Die Linke büßte in Freital ebenfalls fünf Prozent an Zustimmung ein.

Freuen können sich dagegen die Sozialdemokraten. Von allen Parteien holten sie im Vergleich zu 2017 den größten Zuwachs - unterm Strich ein Plus von sieben Prozent. Auch die FDP (+3,65 Prozent), die Grünen (+2,66 Prozent) und die Freien Wähler (+2,47 Prozent) legten in der Gunst der Freitaler leicht zu.

Die Hochburg: Somsdorf wählt AfD

Wie schon 2017 ist Somsdorf abermals eine AfD-Hochburg. Hier kam die Partei auf 44,5 Prozent bei den Zweitstimmen.

Ebenfalls stark war die Partei im Stimmbezirk Deuben 2. Im Wahllokal an der Pestalozzistraße entfielen 42,8 Prozent der Zweitstimmen auf die AfD. Im Stimmbezirk Zauckerode 4 in der Glück-Auf-Grundschule wurden 40,6 Prozent aller Zweitstimmen für die AfD abgegeben.

Richtige AfD-Hochburgen sind Deuben und Zauckerode jedoch nicht. In den anderen Wahllokalen dieser Stadtteile lag die AfD zwar auch vorn, aber der Anteil der AfD-Wähler pendelt hier zwischen 30 und 38 Prozent.

Die Überraschung: FDP in Kleinnaundorf richtig gut

Die FDP kam in Freital auf 12,3 Prozent Zustimmung - so viel wie seit vielen Jahren nicht. Das liegt leicht über dem bundesdeutschen (11,5 Prozent) und auch dem sächsischen Durchschnitt (10,9 Prozent). Besonders punkten konnten die Freien Demokraten in Kleinnaundorf mit 16,95 Prozent - dem besten Freitaler Ergebnis.

In Burgk kamen sie auf 16,67 Prozent bei den Zweitstimmen.

Auch in Pesterwitz war die FDP stark. Im Wahllokal in der Grundschule machten 16,55 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei den Liberalen, in der benachbarten Märchenscheune waren es 15,81 Prozent der Wähler. Im dritten Pesterwitzer Wahllokal, in der Sporthalle, waren es immerhin noch durchschnittliche 11,45 Prozent Zustimmung für die FDP.

Die Niederlage: Kein grüner Land in Freital

Für bundesweit recht erfolgreichen Grünen (14,3 Prozent) bleibt Sachsen (5,0 Prozent) ein hartes Pflaster. Auch Freital bildet keine Ausnahme. Hier schnitt die Partei mit 5,84 Prozent der Zweitstimmen ab - aus bundesdeutscher Sicht ein schlechtes Ergebnis.

Liegt es am Personal? Die Partei ist in Freital schlecht verankert. Im Stadtrat hat sie mit Ines Kummer und Lydia Engelmann immerhin zwei Vertreterinnen sitzen, Ines Kummer ist zudem Landtagsabgeordnete.

Am Freitaler Bürger scheint das vorbeizugehen. Am besten erging es den Grünen noch in Pesterwitz. Im Wahllokal Märchenscheune votierten 9,05 Prozent der Wähler für die Grünen.

In der AfD-Hochburg Somsdorf reichte es für die Grünen bei den Zweitstimmen nur für 2,37 Prozent. Auch in Zauckerode haben die grünen nur eine verschwindende Fangemeinde. Im Stimmbezirk Zauckerode 2 in der Glück-Auf-Grundschule gab es für die Grünen unterirdische 0,82 Prozent Zustimmung.

Die Enklave: In Pesterwitz wählt man noch CDU

Die CDU hat in allen 29 Freitaler Stimmbezirken weiter massiv eingebüßt und musste der AfD den Vortritt lassen. Lediglich in Pesterwitz sind die Abstände zwischen den beiden Parteien recht gering.

Schaut man auf die Erststimmen, konnte CDU-Kandidatin Corinna Franke-Wöller nur in einem Freitaler Wahllokal den AfD-Bewerber Steffen Janich hinter sich lassen. In der Pesterwitzer Märchenscheune gewann sie 26,93 Prozent der Stimmen, Janich kam hier auf 23,65 Prozent.

Die Chancenlosen: Nur 55 Stimmen für Helga Queck

Da half wohl auch die Bekanntheit als Nudelfabrikantin wenig: Helga Queck, Einzelbewerberin aus Freital, hatte in der Stadt keine Chance. Die Unternehmerin erhielt gerade einmal 55 Stimmen. Das entsprach 0,24 Prozent aller gültigen 23.192 abgegebenen Stimmen. Queck landete abgeschlagen auf dem letzten Platz aller elf Direktkandidaten.

Wenig Ruhm konnte auch Klaus Brähmig einheimsen. Viele Jahre lang hatte er als CDU-Mann im Bundestag gesessen, bevor er bei der Wahl 2017 sein Mandat an die AfD verlor und den Christdemokraten kurz darauf entsagte. Nun war er als Einzelkandidat nochmals angetreten und scheiterte krachend. Nur 764 Freitaler vertrauten ihm. Das entsprach 3,29 Prozent der Stimmen.

Letztendlich auch chancenlos war Christoph Fröse. Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Bannewitz überzeugte immerhin 7,25 Prozent der Wähler und damit mehr als Grünen-Kandidat Nino Haustein, der nur auf 5,16 Prozent bei den Freitaler Erststimmen kam.

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