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Großer Zulauf für Scholz bei Wahlauftritt in Leipzig

Der Kanzlerkandidat der SPD war am Sonntag auf Wahlkampftour in Leipzig. Den Menschen in der Messestadt macht er ein Versprechen für die Zukunft.

Mehrere Hundert Zuhören sind am Sonntag in den Clara-Zetkin-Park gekommen, um Olaf Scholz live auf der Bühne zu erleben.
Mehrere Hundert Zuhören sind am Sonntag in den Clara-Zetkin-Park gekommen, um Olaf Scholz live auf der Bühne zu erleben. © Sebastian Willnow/dpa

Bei einer großen Wahlkampfveranstaltung im Leipziger Clara-Zetkin-Park hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz Hoffnung verbreitet, dass kein neuer Corona-Lockdown mehr verhängt wird. „Einen neuen Lockdown werden wir nicht mehr brauchen“, sagte der amtierende Finanzminister vor mehreren Hundert Zuhörer unter großem Beifall und appellierte zugleich an die Menschen, sich impfen zu lassen.

Forderungen von CDU und FDP nach Steuersenkungen für hohe Einkommen lehnte er zugleich ab. „Wir haben in der Pandemie 400 Milliarden Euro neue Schulden gemacht. Eine Entlastung von Besserverdienenden ist unsolidarisch und völlig aus der Zeit gefallen“, rief Scholz von der Bühne.

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Gefragt nach der Wunschkoalition sagte Scholz, er wünsche sich „eine große Koalition mit den Bürgerinnen und Bürgern“. Da allerdings sicher sei, dass die SPD nicht allein regieren werde, könne er sich eine Koalition mit den Grünen sehr gut vorstellen. „Und dann schauen wir mal.“ Zur Linken äußerte er sich nicht.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erlebt zurzeit in den Umfragen einen Höhenflug, er bekommt als Kanzlerkandidat Zustimmungswerte deutlich über 50 Prozent.
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erlebt zurzeit in den Umfragen einen Höhenflug, er bekommt als Kanzlerkandidat Zustimmungswerte deutlich über 50 Prozent. © Sebastian Willnow/dpa

Starkes Mietrecht und mehr Neubau

Daneben forderte Scholz mehr Neubau und ein "starkes Mietrecht", um steigende Mieten in Städten einzudämmen. "Es wird doch wohl gehen, dass wir Jahr für Jahr, viele Jahre lang, 400.000 Wohnungen bauen und 100.000 geförderte Wohnungen, damit endlich wieder genug Angebote da sind und sie sich jeder leisten kann in dieser Gesellschaft", sagte er.

Neubau sorge dafür, dass es genügend Angebote gebe und jeder es sich leisten könne, eine Wohnung zu mieten. Scholz erinnerte an die früheren Wohnungsbauprogramme. 1973 seien in Deutschland - in Ost und West zusammen - 800.000 Wohnungen gebaut worden. Jetzt seien es 300.000 pro Jahr.

Solange nicht genügend Angebot vorhanden sei, brauche es ein starkes Mietrecht, sagte Scholz. Nur so könne verhindert werden, dass Mieten bei Neuvermietung und bei Bestandsmieten nicht "durch die Decke steigen". Dafür müssten Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten.

Hohe Zustimmungswerte für Scholz und die SPD

Scholz erlebt zurzeit in den Umfragen einen Höhenflug, er bekommt als Kanzlerkandidat Zustimmungswerte deutlich über 50 Prozent. 70 Prozent der Befragten trauen Scholz das Kanzleramt zu. „Es ist sehr, sehr berührend zu sehen, wie viele mir das Amt zutrauen“, sagte der Kandidat. „Dazu muss man aber SPD wählen.“ Die SPD liegt lediglich bei 25 Prozent, allerdings fünf Punkte vor der CDU und fünf Punkte mehr als zur Bundestagswahl 2017.

Das sogenannte „Zukunftsgespräch“ fand am späten Nachmittag im Clara-Zetkin-Park bei blauem Himmel, Sonnenschein und Liedern von Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel regen Zulauf. Als Redner traten unter anderem auch Wirtschaftsminister Martin Dulig, Sozialministerin Petra Köpping und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung auf.

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