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„Ich stehe keinem Flügel nahe“

Wahlgewinnerin Barbara Lenk (AfD) spricht im Interview über ihr Interesse für Kultur, Medien und Technologie.

Die glückliche Wahlgewinnerin in der Meißner Innenstadt
Die glückliche Wahlgewinnerin in der Meißner Innenstadt © Claudia Hübschmann

Frau Lenk, hatten Sie mit dem Wahlsieg gerechnet und damit, der CDU das Direktmandat abzunehmen?

Nein, ich habe mit gar nichts gerechnet. Ich habe diese Bundestagswahl einfach auf mich zukommen lassen.

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Welche Ihrer Argumente, denken Sie, haben die Wähler am meisten überzeugt?

Ich denke mal, das Wahlprogramm der AfD mit einer konservativen, bürgernahen Politik hat die Wähler bewogen, uns das Vertrauen zu geben.

Wie haben Sie den heutigen Tag verbracht?

Ich war zu Hause, habe ausgeschlafen. In den letzten Tagen hatte ich sehr viel zu tun, habe Infostände betreut und war mit plakatieren beschäftigt. Meine Stimme habe ich gegen Mittag abgeben. Und jetzt sitzen wir hier in kleinem privaten Kreis zusammen, eine offizielle AfD-Wahlparty gibt es nicht.

Was ist für Montag und die Woche geplant?

Am Montag werde ich im Wahlkreis unterwegs sein, um die Wahlplakate wieder abzunehmen. Ansonsten haben wir von der AfD-Fraktion schon einen kompletten Wochenplan erhalten. Das lässt sich mit der Einführungswoche an der Hochschule vergleichen. Der Höhepunkt der Woche ist die konstituierende Fraktionssitzung.

Welche Themen möchten Sie im Bundestag übernehmen, in welche Ausschüsse gehen?

Mich interessieren Themen wie Kultur und Medien, Europa , Bildung, Technologie und Folgenabschätzung. Um welche Schwerpunkte ich mich kümmere, entscheidet am Ende die Fraktion.

Was sagen Sie zum Ausgang dieser Bundestagswahl?

Letztendlich hat der Wähler entschieden. Alle Parteien müssen daraus ihre Konsequenzen ziehen, Bei der CDU war das Wählervotum die Quittung für 16 Jahre Merkel.

Warum ist die AfD hier so stark, deutschlandweit aber nicht so?

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Die Frage stelle ich mir auch. Vielleicht sind die Sachsen sensibler für die aktuelle Situation, haben eine andere Wahrnehmung, was ich natürlich toll finde.

Wo reihen Sie sich innerhalb der AfD politisch ein?

Ich bin Mitglied der AfD, das Wahl- und Grundsatzprogramm meiner Partei ist für mich maßgeblich. Ich fühle mich keinem Flügel zugehörig.

Das Interview führte Ulf Mallek.

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