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Jubelstimmung bei Sachsens SPD

Die sächsischen Genossen freuen sich nicht nur über ihr eigenes Ergebnis. Der Grund für den Erfolg ist klar: Olaf Scholz.

Sachsens SPD-Chef Martin Dulig jubelt mit den Dresdner Bundestagskandidaten Rasha Nasr und Stephan Schumann.
Sachsens SPD-Chef Martin Dulig jubelt mit den Dresdner Bundestagskandidaten Rasha Nasr und Stephan Schumann. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Die Freude ist groß, die Schadenfreude fast größer. Um Punkt 18 Uhr brandet Jubel auf im Elbegarten in Dresden. Die SPD feiert das historisch schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Bundestagswahl. Als die Verluste der Union eingeblendet werden, gibt es höhnisches Gelächter. Dass die SPD da einen Hauch vor der Union liegt, damit hatten die Genossen gerechnet.

Schon bevor die ersten zahlen über den Bildschirm flimmern, ist die Stimmung im Biergarten unter dem Blauen Wunder prächtig. Sachsens SPD-Chef Martin Dulig bedankt sich bei allen, die in den letzten Wochen „hart gekämpft“ haben. Schon lange hatte die SPD nicht mehr so viel Hoffnung an einem Wahlabend wie bei dieser Bundestagswahl, „lasst uns trotzdem mit der notwendigen Demut an diese Herausforderung rangehen“, sagt Dulig. "Aber wenn es heute läuft, dann dürfen wir uns auch freuen."

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Es läuft. "Wir sind die Gewinner dieses Abends", sagt Dulig nach der ersten Prognose. "Und, auch wenn es noch knapp ist: Diese CDU hat Vertrauen verloren und deshalb ist sie auch abgewählt worden."

Scholz war "der beste Kandidat"

So richtig glauben konnte das jedoch auch nach der ersten Prognose keiner. Das knappe Ergebnis und der hohe Anteil der Briefwähler lassen einen langen Abend erwarten. Schnell wird der Fernsehsender gewechselt, im ZDF beträgt der Vorsprung der SPD vor der Union zwei Prozentpunkte. Das gibt Sicherheit bis zur ersten Hochrechnung - und Zeit sich an der Bar auf der anderen Seite des Biergartens noch schnell ein Bier zu holen. Dafür gibt es für alle Gäste Wertmarken.

Als die erste Hochrechnung 18.44 Uhr die Prognose bestätigt, macht sich Erleichterung breit. "Das ist ein großer Erfolg für Olaf Scholz und die SPD, und er ist auch verdient", sagt Generalsekretär Henning Homann.

Den Erfolg allein dem Kanzlerkandidaten anheften, will er dann aber doch nicht. "Die SPD war in den letzten Jahren unterbewertet." Scholz habe es verstanden, die "gute Arbeit" der SPD in den vergangenen Jahren, wie Mindestlohn und Grundrente, auch der SPD zuzuschreiben - etwas, das vorher so nicht gelungen ist. Auch Dulig erinnert die Genossen daran, wo die SPD noch vor ein paar Wochen stand, wo sie die letzten Jahre stand: "eingemauert bei 13, 14 Prozent".

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"Dazu kommt, dass Olaf Scholz einfach der beste Kandidat war", sagt Homann. Das sehen auch ei paar Kinder so, die direkt neben dem Partyzelt auf dem Spielplatz Fange spielen. "Du bist Kanzler", ruft ein Junge. "Du bist Olaf Scholz." Die anderen müssen ihn einfangen.

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