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Juniorwahl: Gymnasiasten wählen strategisch

Am Görlitzer Joliot-Curie-Gymnasium gab es interessante Ergebnisse. Sie fielen anders als bei der U-18-Wahl im Kreis aus. Noch zählen aber diese Stimmen nicht. Landrat Lange ruft derweil zur Wahl auf.

Bei der U-18-Wahl im Kreis Görlitz, hier ein Wahllokal in der Schkola Ebersbach im Oberland, lag die AfD vorn.
Bei der U-18-Wahl im Kreis Görlitz, hier ein Wahllokal in der Schkola Ebersbach im Oberland, lag die AfD vorn. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Landrat Bernd Lange und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu haben die Einwohner des Landkreises und der Stadt Görlitz aufgefordert, am Sonntag ihr Wahlrecht wahrzunehmen und an der Bundestagswahl teilzunehmen. "Seit über 30 Jahren sind wir in der Lage, die eigene Stimme in Freiheit und mit hoher Verantwortung abzugeben", erklärte Lange. "Ich möchte Sie ermutigen von diesem hohen Gut rege Gebrauch zu machen". Octavian Ursu fügt hinzu: "Jede Stimme zählt".

Von 8 bis 18 Uhr sind die Wahllokale am Sonntag geöffnet. Im Landkreis sind es 200, davon 36 allein in der Stadt Görlitz. Rund 205.000 Wahlberechtigte haben die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. In der Stadt Görlitz sind es 42.000 Einwohner, von denen 1.677 Erstwähler sind.

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Joliot-Curie-Gymnasium: Oest liegt vor Chrupalla

Jugendliche unter 18 Jahren können am Sonntag nicht wählen gehen. Zwar gibt es politische Parteien, die das Wahlrecht auf 16 Jahre absenken wollen, doch noch gilt es nicht. Daher finden traditionell vor Wahlen Abstimmungen in Schulen oder Jugendeinrichtungen statt.

So fand am Dienstag die Juniorwahl am Joliot-Curie-Gymnasium statt. Dabei ging es wie bei einer authentischen Wahl zu mit Wählerlisten, Wahlbenachrichtigungen, Wahlkabinen und Wahlurnen, Stimmzettel für den Wahlkreis Görlitz sowie Auszähllisten. Beteiligen konnten sich Schüler der Klassenstufen 9 bis 12, die zuvor im Unterricht auf die Wahl vorbereitet wurden.

Das Ergebnis fiel überraschend aus. Bei den Erststimmen machte unter den 253 Wahlberechtigten CDU-Kandidat Florian Oest mit 40,4 Prozent der Stimmen das Rennen, gefolgt von Hans Grüner (FDP) 15,6 und Annett Jagiela (Grüne) mit 12,9 Prozent. Vierte wurde Marko Schmidt (Linke) mit 10,7 Prozent vor Harald Prause-Kosubek (SPD) 7,1 Prozent. Tino Chrupalla landete hier auf dem sechsten Platz mit 6,7 Prozent.

Bei den Zweitstimmen schnitt die FDP am besten ab mit 25,7 Prozent, vor den Grünen 13,3 Prozent, CDU 12,4 Prozent, SPD 11,1 Prozent, Die Partei 10,2 Prozent, Die Linke 7,5 Prozent und der Tierschutzpartei mit 5,8 Prozent. Erst dann folgt die AfD mit 5,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 90 Prozent.

U-18-Wahlergebnis im Kreis fällt ganz anders aus

Deutlich weniger Aufwand betreiben die Organisatoren der U-18-Bundestagswahl. Hier konnte kreisweit an 25 Stellen abgestimmt werden, allerdings ohne Wählerverzeichnis - wer wollte, konnte in verschiedenen Abstimmungslokalen seinen Zettel einwerfen. Hier gab es unter den 900 Wählern im Landkreis Görlitz ein ganz anderes Bild als am Joliot-Curie-Gymnasium. Bei den Direktkandidaten lag Tino Chrupalla mit 26,7 Prozent vor Florian Oest 23,05 Prozent, Hans Grüner 13 Prozent und Harald Prause-Kosubek 12,88 Prozent vorn. Erst dann folgen Annett Jagiela (10,4 Prozent) und Marko Schmidt (8,75 Prozent). Die anderen Direktbewerber spielten hier wie auch am Joliot-Curie-Gymnasium keine Rolle.

Bei den Zweitstimmen lag ebenfalls die AfD vorn mit 23, 67 Prozent vor der FDP 17,55 Prozent. Erst dann folgen CDU (10,87 ), SPD (10,42), Grüne (9,74), Die Linke (8,04), Tierschutzpartei (5,66) und Die Partei (4,08).

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