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Kretschmer berichtet von "übler Morddrohung"

Sachsens Ministerpräsident und mehrere Direktkandidaten präsentieren ein Wahlplakat. Doch eine Drohung überschattet den Auftritt.

Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in Taucha.
Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in Taucha. © dpa/Jan Woitas

Taucha. Am Freitagmorgen steht Ministerpräsident Michael Kretschmer auf einer stark befahrenen Hauptstraße in Taucha und spricht mit einem Tablet auf Rädern.

Eigentlich will Sachsens CDU-Chef mit der Bundestags-Kandidatin Christiane Schenderlein, die in Taucha lebt, ein großes neues Wahlplakat der Union präsentieren. Doch Schenderlein ist trotz vollständiger Impfung an Corona erkrankt, wenn auch mit milden Symptomen.

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Zum Wahlkampf-Endspurt ist sie zur Quarantäne verdammt und muss Zuhause bleiben. Also erscheint sie via Internetverbindung auf Augenhöhe auf dem mobilen Display. Es rollt wie ein kleiner Roboter auf einem Stativ auf dem Bürgersteig herum und wird von ihr aus der Ferne per App gesteuert, samt Bild- und Ton-Übertragung. Mit dieser „E-Christiane“, die die CDU kurzfristig hat, ist die Landtagsabgeordnete die kleine Sensation der Präsentation. „Du siehst schon viel besser aus, aber noch nicht ganz so gut wie auf dem Plakat“, witzelt Kretschmer.

Über eine Roboterkamera nimmt die Direktkandidatin der CDU in Nordsachsen, Christiane Schenderlein, an dem Wahlkampftermin teil.
Über eine Roboterkamera nimmt die Direktkandidatin der CDU in Nordsachsen, Christiane Schenderlein, an dem Wahlkampftermin teil. © dpa/Jan Woitas

„Unsere Heimat braucht Macher statt Spalter“, steht groß auf dem CDU-Plakat und richtet sich deutlich gegen die AfD. „Ich glaube, es ist ziemlich klar, wer die Spalter in diesem Land sind“, sagt Kretschmer. Er habe gerade an diesem Morgen wieder eine „üble Morddrohung“ gegen sich in der Post gehabt, erzählt Kretschmer. Sie sei garniert gewesen mit zig Flyern der Rechtsaußenpartei. „Wir müssen dieser bösartigen und verletzenden Art, Politik zu machen und die Gesellschaft zu spalten, massiv entgegentreten.“ Sonst habe er große Sorge, dass die Bundestagswahl am 26. September zur Protestwahl werde. Der Freistaat brauche aber Volksvertreterinnen und Volksvertreter im Bundestag, mit denen man auch vor Ort sprechen könne und die etwas für Sachsen und für die soziale Gerechtigkeit bewirken.

Mehr als 1000 großformatige Plakate mit Kretschmer und allen 16 Direktkandidaten lässt die CDU seit diesem Freitag im ganzen Freistaat aufhängen, erzählt Generalsekretär Alexander Dierks. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir unser Land nicht denen überlassen, die den ganzen Tag mit Presslufthämmern an den Grundfesten unserer Demokratie bohren“, sagt Dierks.

Michael Kretschmer klebt mit Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks ein Wahlplakat für die Bundestagswahl.
Michael Kretschmer klebt mit Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks ein Wahlplakat für die Bundestagswahl. © dpa/Jan Woitas

Dass die CSU in München mittlerweile parteiintern für eine Spaltung der Union sorgt und wegen der schlechten Umfragewerte auf Distanz zum CDU-Spitzenkandidaten Armin Laschet geht, nimmt Kretschmer öffentlich gelassen. „Wir haben natürlich unterschiedliche Persönlichkeiten und die CSU hat an diesem Wochenende einen Parteitag“, sagt er. „Aber am Ende ist der Wahlausgang ein gemeinsamer Erfolg – oder eine gemeinsame Niederlage. Ich bin für das Erste.“ CSU-General Markus Blume hatte angesichts des Umfrage-Rekordtiefs der CDU von 19 Prozent gesagt: „Mit Markus Söder stünden wir besser da.“ Auf den großformatigen Plakaten der Sachsen-CDU ist Laschet indessen ebenfalls nicht zu sehen.

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