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Meißner CDU-Chef tritt nach Wahlniederlage nicht mehr an

Sebastian Fischer bleibt aber Mitglied der CDU. Der Vorstand vertagte die anstehende Neuwahl auf den Dezember.

Nachfolge gescheitert: Sebastian Fischer (l.) wollte das Bundestagsmandat von Thomas de Maizière (r.) erkämpfen. Er unterlag aber der AfD-Kandidatin deutlich und tritt als Meißner Kreis-CDU-Chef nicht wieder an.
Nachfolge gescheitert: Sebastian Fischer (l.) wollte das Bundestagsmandat von Thomas de Maizière (r.) erkämpfen. Er unterlag aber der AfD-Kandidatin deutlich und tritt als Meißner Kreis-CDU-Chef nicht wieder an. © Kristin Richter

Meißen. Auf der Sitzung des Meißner Kreis-CDU-Vorstandes am Montagabend in Meißen ging es hoch her. Die deutliche Niederlage ihres Kandidaten und Kreisvorsitzenden Sebastian Fischer hat die Meißner CDU schwer getroffen. Fischer schaffte - als Nachfolger von Thomas de Maizière - nicht das angestrebte Direktmandat, sondern verlor gegen die AfD-Kandidatin Barbara Lenk. Sie erreichte 31 Prozent, Fischer nur 22,3. Er hatte damit eines der schlechtesten Erststimmenergebnisse aller sächsischen CDU-Direktkandidaten.

Selbst in den AfD-Hochburgen Bautzen und Görlitz war die CDU stärker. Fischer verbuchte damit reichlich 14 Prozentpunkte weniger Wählerstimmen als Thomas de Maizière vor vier Jahren. Fischer erklärte, dass er nicht mehr als Vorsitzender kandidieren werde. Er möchte aber in der CDU bleiben und den Weg der Erneuerung unterstützen, sagt er am Dienstag Sächsische.de

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De Maizière, der an der Sitzung selbst teilnahm, hatte Fischer im Interview mit sächsische.de aber in Schutz genommen. Er habe tapfer gekämpft und keine oder kaum Fehler gemacht. Das wiederholte er auch vor den Vorstandsmitgliedern. Der Ex-Bundesminister hatte Fischer dennoch empfohlen, über einen möglichen Rücktritt als Meißner CDU-Kreisvorsitzender mal einige Tage nachzudenken. Das tat er ja dann auch.

Es kam trotzdem heftige Kritik. „Dass nach der krachenden Wahlniederlage jemand in dem Laden Verantwortung übernimmt, wie seinerzeit Frau Güldner und Herr Richter, darauf können wir noch jahrelang warten. Das ist ähnlich wie bei Laschet“, sagte ein CDU-Funktionär aus dem Landkreis Meißen, der nicht genannt sein möchte. Ein sofortiger Rücktritt des Vorsitzenden wäre ehrlicher gewesen. Ein anderer: „Unsere CDU spielt wieder mal verrückt.“ Fischer dazu: "Ich übernehme Verantwortung, in dem ich nicht wieder antrete, aber auch einen geordneten Übergang ermögliche."

Ursprünglich war die Neuwahl des Vorstandes für einen Kreisparteitag am Freitag in Niederau vorgesehen. Das könnte zeitlich zu knapp werden. Eile sei kein Gebot der Stunde, hieß es in einer Mitteilung an die Parteimitglieder vom Dienstag. Darum werde der Kreisparteitag mit der Wahl eines neuen Vorstandes um wenige Monate verschoben. Dabei sollen alle Kandidaten, die sich an einer Mitarbeit im neuen Kreisvorstand interessieren, eingebunden werden. Es gehe dem Vorstand "um Transparenz und Chancengleichheit". In mehreren Regionalkonferenzen sollen Meinungs- und Stimmungsbilder in der Partei aufgenommen werden. Fischer bestätigte sächsische.de, dass er den Dezember als Monat für den verschobenen 15. Kreisparteitag vorgeschlagen habe.

Erste Namen kursieren

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Landtagsabgeordneter und Kreisvorstandsmitglied Geert Mackenroth sieht die Lage so: "Wir brauchen an der Spitze jemanden, der die Flügel der Partei im Kreis vereinen kann, im besten Sinne ein moderner Konservativer ist und für eine neue Generation in der CDU steht." Erste Namen als neue Vorsitzende kursieren bereits. Dazu gehören Landtagsabgeordnete Daniela Kuge, die bisherige Vize-Vorsitzende Yvonne Olivier oder die schon mal aus dem Vorstand ausgetretene Madlen Güldner.

Möglicher Kandidat ist auch Sven Eppinger aus Radebeul. Möglicherweise gibt es aber noch ganz andere Kandidaten. Fischer wird wohl wieder als Mietkoch und Küchenmeister arbeiten.

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