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Sachsens CDU muss um die Wahlkreise bangen

Das Duell zwischen CDU und AfD in Sachsen entscheiden maßgeblich die Direktsiege in den 16 Wahlkreisen. Am Wahltag droht das große Rechnen.

Die CDU kämpft um Direktmandate, auch mit ihrem prominentesten sächsischen Gesicht: Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Die CDU kämpft um Direktmandate, auch mit ihrem prominentesten sächsischen Gesicht: Ministerpräsident Michael Kretschmer. © dpa/Jan Woitas

Wie viele Abgeordnete aus Sachsen können CDU und AfD nach dem Wahlsonntag nach Berlin schicken? Ginge es allein um die Zweitstimme, mit der sich jeder Wähler für eine Partei entscheiden kann, wäre die Rechnung einfach: Die sächsische CDU, die bei Umfragen kürzlich 18 Prozent erreichte, erhielte so maximal sechs Mandate und damit nur die Hälfte ihrer bisherigen Bundestagsabgeordneten. Sachsens AfD, die zuletzt auf 26 Prozent kam, könnte dann mit bis zu elf Abgeordneten rechnen – genauso viele wie zur Wahl 2017.

Allein, zu dieser Rechnung gehört eine große Unbekannte: Stark beeinflusst wird das Endergebnis nämlich durch die Entscheidungen in den 16 sächsischen Bundestagswahlkreisen, wo eine Wählermehrheit per Erststimme jeweils einen Bewerber direkt in den Bundestag schicken kann. Viele Jahre dominierte dort die sächsische CDU. Auch 2017 siegten ihre Bewerber in zwölf der 16 Wahlkreise, womit man schließlich auch zwölf Bundestagsabgeordnete stellte – am Ende einen mehr als die AfD. Und das, obwohl man vor vier Jahren bei den sächsischen Zweitstimmen knapp hinter der AfD lag. Die konnte deshalb zwar bundesweit von entsprechenden Ausgleichsmandaten profitieren, eine Auswirkung im Freistaat selbst hatte ihr Sieg damals aber nicht.

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Die AfD kann Prestige gewinnen

Angesichts der schwierigen Ausgangslage setzt die CDU 2021 umso mehr auf möglichst viele Wahlkreisesiege, auch wenn das bedeuten kann, dass es am Ende kein einziger Bewerber von der CDU-Landesliste nach Berlin schafft. Unterm Strich kommt man so deutlich besser. Für die AfD dagegen wären mehr als die drei Wahlkreissiege vom letzten Mal vor allem ein Prestigegewinn. Aufgrund der Zweitstimmen-Prognose dürfte man so oder so etliche Kandidaten über die Landesliste in den Bundestag bringen. Noch vorteilhafter wäre dann nur ein Kantersieg, bei dem man selbst zwölf Wahlkreise und mehr direkt gewinnt.

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