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Dresden

Dresdner Wahlforum: Der rechte Platz bleibt leer

Beim zweiten Wahlforum des Wahlkreises Dresden I fehlt der AfD-Kandidat Jens Maier. Die Frage, was die Kandidierenden für Dresden wollen, nimmt viel Platz ein.

Podium im Albertinum. Sitzend: Katja Kipping (Linke), Torsten Herbst (FDP), Rasha Nasr, (SPD), Markus Reichel (CDU) und Kassem Taher Saleh (Grüne). AfD-Kandidat Jens Maier nahm nicht teil. Er hatte sich den 3G-Bestimmungen zu Coronasicherheit verweigert
Podium im Albertinum. Sitzend: Katja Kipping (Linke), Torsten Herbst (FDP), Rasha Nasr, (SPD), Markus Reichel (CDU) und Kassem Taher Saleh (Grüne). AfD-Kandidat Jens Maier nahm nicht teil. Er hatte sich den 3G-Bestimmungen zu Coronasicherheit verweigert © Christian Juppe

Auf der Bühne im Lichthof des Albertinums sind nur fünf der sechs Sitzblöcke belegt. Der AfD-Kandidat, Jens Maier, ist nicht gekommen, weil er die 3G-Regel nicht einhalten will. Der rechte Platz auf dem Podium bleibt leer. Die Spitzenkandidatin der Linken, Katja Kipping, findet dafür etwas später deutliche Worte: „Dass er heute nicht da ist, zeigt einmal mehr die demokratische Einstellung der AfD.“

Gleich zu Beginn der Veranstaltung fällt die Frage, die viele der Besucher am meisten interessiert: „Was wäre Ihr Fernsehturm für Dresden?“, fragt Andreas Weller, Chefreporter der Dresdner Stadtredaktion der Sächsischen Zeitung, die Kandidierenden nach ihren Schwerpunktprojekten für die Stadt. Was also würden sie ändern?Der CDU-Kandidat Markus Reichel hat eine Antwort darauf. Er sieht solche Projekte in der Sanierung des Blauen Wunders und in der Unterstützung der Innovationskraft der Mikroelektronik, denn sie sei das Rückgrat von Dresden. Außerdem plädiert er für mehr Zivilcourage in der Stadt.

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Bessere Schienenanbindung

Auf die Frage eines Zuschauers, ob die Kandidierenden denn wüssten, wo der Mietpreis pro Quadratmeter in Dresden aktuell liegt, ist er der Einzige mit einer Antwort: „Bei etwas mehr als neun Euro“, sagt Reichel. Beim Stichwort günstiger Wohnraum verweist er auf den vielen Leerstand beim Wohnungsunternehmen Vonovia.Eine laute Stimme für die Dresdner Bürgerinnen und Bürger will die Kandidatin der SPD sein: „Gerade für Sachsen ist die Tarifbindung ein wichtiges Thema, und die Erhöhung des Mindestlohns“, sagt Rasha Nasr. Sie will für die Entlastung der kleinen Einkommen sorgen: „Lassen Sie sich bitte nicht einreden, dass die Rot-Rot-Grünen Parteien an ihr Konto wollen, denn unsere Steuermodelle sehen eine Entlastung bei mittleren und kleinen Einkommen vor.“

Der Grünen-Kandidat Kassem Taher Saleh will die Stadt zum Big Player in der Mietpolitik machen, denn die Mietpolitik sei die soziale Frage des 21. Jahrhunderts: „Ich möchte mehr Gebäude in der Stadt, die bezahlbar und trotzdem nachhaltig gebaut sind“, sagt er.Katja Kipping von der Linken erinnert an das Sozialticket, das sie mit auf den Weg gebracht habe, und das mittlerweile von mehr als 15.000 Menschen in Dresden genutzt werde: „Ich will für den bundesweiten Mietendeckel kämpfen, denn davon profitiert auch Dresden.“

Auch der FDP-Kandidat hat das Blaue Wunder auf seiner Projektliste stehen: „Wir müssen uns um die Sanierung kümmern, aber das wird nur mit Hilfe von Bundesmitteln gehen“, sagt Torsten Herbst. Auch sonst hat er für Dresden vor allem das Thema Verkehr im Blick: „Die Schienenanbindung nach Dresden muss besser werden“, sagt er, „und ich möchte Dresden zu einer Modellstadt in Sachen moderner Verkehrssteuerung machen.“

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Beim Thema Sicherheit, das den Zuschauern ein wichtiges Anliegen war, sieht er das Ordnungsamt mehr in der Pflicht: „Man sieht es oft beim Knöllchen verteilen, wenn Leute falsch parken, aber es sollte auch nachts unterwegs sein, um für Sicherheit zu sorgen.“

Das komplette Wahlforum zum Nachsehen im Stream:

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