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Was wollen Sie für den Wahlkreis in Berlin erreichen?

Die Direktkandidierenden im Wahlkreis im Dresdner Norden und Teilen von Bautzen stellten sich Dienstagabend auch Fragen der Bürger.

Sechs Direktkandidierende diskutieren beim Wahlforum der Landeszentrale für politische Bildung.
Sechs Direktkandidierende diskutieren beim Wahlforum der Landeszentrale für politische Bildung. © René Meinig

Dresden. Ziemlich düster war es im Militärhistorischen Museum in Dresden. Die Landeszentrale für politische Bildung hatte zur Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl geladen.

Die sechs Kandidierenden der im Bundestag als Fraktion vertretenen Parteien und Bewerber um das Direktmandat für Teile Dresdens und des Landkreises Bautzen diskutierten über Klima, Gesundheit, Außenpolitik und einiges mehr.

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Die komplette Veranstaltung im Videostream:

Es dauerte bis kurz vor Schluss der auf zwei Stunden angelegten Runde, bis aus dem Publikum die wohl entscheidende Frage kam: "Was wollen Sie in Berlin für den Wahlkreis erreichen?"

AfD-Kandidat Andreas Harlaß fand zunächst keine reine Dresdner oder Bautzner Antwort. "Wir müssen die soziale Frage klären, das betrifft auch die Menschen im Wahlkreis." Er wolle die drohende Altersarmut bekämpfen und attackierte den politischen Gegner. "Die CDU hat Sachsen zum Billiglohnland gemacht." Dann ging er seinen direkten Konkurrenten um das Direktmandat an, CDU-Kandidat Lars Rohwer, an. "Herr Rohwer hat als Landtagsabgeordneter versprochen, das Stauseebad Cossebaude zu erhalten, jetzt will er nach Berlin und lässt seine Wähler im Stich."

Freibad, Gesundheit und Clubkultur

Das ließ Rohwer nicht auf sich sitzen. "Für das Stauseebad gibt es eine Vereinbarung, es bleibt erhalten. Um das Pumpspeicherwerk zu erhalten, gibt es in Deutschland leider kein Geschäftsmodell." Rohwer wurde dann schon konkreter, was er in Berlin erreichen will. "Den Bau der B6 in Cossebaude weiter voranbringen, mitwirken, die Lücken im Elberadweg zu schließen und den Waldumbau in der Dresdner Heide und der Massenei."

FDP-Kandidatin Silke Müller erklärte, dass sie als Ärztin ihren Schwerpunkt in der Gesundheitspolitik sieht. "Für Dresden möchte ich erreichen, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, damit Straßen und Radwege schneller gebaut werden."

Die Verkehrswende brachte dann SPD-Kandidat Stephan Schumann ins Spiel. "Wir müssen den ländlichen Teil des Wahlkreises besser anbinden und die Stadt Dresden entlasten." In der Wohnungspolitik wolle er den Markt in Dresden regulieren, um die steigenden Mieten einzudämmen. Außerdem will er Gelder vom Bund für die Sanierung des Blauen Wunders und mit der Krankenhausfinanzierung vom Bund das städtische Krankenhaus Dresden-Neustadt erhalten.

Mit ihr werde Dresden weltoffener und lebenswerter, so Grünen-Kandidatin Merle Spellerberg. Mit dem Demokratieförderungsgesetz, dass die Grünen fordern, werde es mehr Unterstützung für Initiativen aus dieser Richtung geben. Sie werde sich für die Clubkultur einsetzen und natürlich den Klimaschutz.

Bezahlbares Wohnen

Die zentrale Frage für Dresden sei das Thema bezahlbares Wohnen, so Linke-Kandidat Silvio Lang. "Deshalb wollen wir in Berlin einen Mietendeckel durchsetzen und zehnmal so viele Mittel für den sozialen Wohnungsbau wie bisher." Dazu die Stärkung der Dresdner Verkehrsbetriebe und des Nahverkehrs insgesamt. "Und natürlich der Kampf gegen Menschenfeindlichkeit und rechte Bestrebungen, wie sie Herr Harlaß und seine Partei vertritt", ging Lang nochmal auf Attacke.

Was auffiel: Rohwer versuchte Schumann, wegen des Umfragehochs für die SPD, die Linke als Partner auszureden - Lang tat dies ebenfalls, mit Blick auf die CDU. "Lassen Sie das doch bitte unsere Sorge sein", reagierte Schumann gelassen.

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