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Wo die Dresdner welche Parteien gewählt haben

Bei der Bundestagswahl gibt es in Dresden drei klare Gewinner und Verlierer. Wo die Parteien ihre Hochburgen haben und wo sie am meisten Verluste einfuhren.

Blaue Ränder, grün-rotes Zentrum: So haben die Dresdner in den einzelnen Stadtteilen gewählt.
Blaue Ränder, grün-rotes Zentrum: So haben die Dresdner in den einzelnen Stadtteilen gewählt. © Grafik: Christoph Knoop / Die Mehrwertmacher GmbH

Dresden. Die SPD ist in Dresden stärkste Partei geworden, allerdings nur, wenn man die Stadtgrenze strikt einhält. Die Wahlkreise zur Bundestagswahl gehen zum Teil über diese Grenzen hinaus. So beispielsweise im Wahlkreis Dresden II / Bautzen II. Durch die Umland-Gemeinden ist die AfD somit offiziell Dresdens Wahlsieger.

Die Wahlergebnisse sind in Dresden sehr unterschiedlich. Vor allem ein Stadtteil sticht besonders heraus. Wo die Parteien in Dresden punkten konnten und sie wo von den Wählern abgestraft wurden.

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CDU, Linke und AfD sind die großen Verlierer

Auch wenn die AfD bei den Parteistimmen in der Stadt Dresden zweitstärkste Kraft geworden ist, so hat sie doch knapp fünf Prozentpunkte im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 verloren.

Noch deutlich höher fallen die Verluste bei der CDU aus. Von 23,5 Prozent im Jahr 2017 ging es jetzt auf 14,5 Prozent, also um neun Prozentpunkte, bergab. Für die Linke stimmten 11,1 Prozent der Dresdner Wähler, das sind nach 17,6 Prozent bei der Wahl davon 6,5 Prozentpunkte weniger.

Grüne, SPD und FDP legten ordentlich zu

Der Dresdner Wahlsieger, die SPD, holte 17,7 Prozent der Stimmen. Das sind 7,7 Prozentpunkte mehr als 2017. Die Grünen legten sogar noch mehr zu. Von 8,7 Prozent ging es auf jetzt 16,8 Prozent, also 9,1 Prozentpunkte mehr.

Auch die FDP legte zu - von 9,9 Prozent auf 12 Prozent bei den Parteistimmen.

Mehr als die Hälfte aller Stadtteile geht an die AfD

Von den 60 Dresdner Stadtteilen hat die AfD in 31 die meisten Zweitstimmen insgesamt erreicht. Die Grünen kommen auf 17 Siege in den einzelnen Stadtteilen, die SPD auf neun und die CDU nur auf drei. Dass dennoch knapp die meisten Dresdner SPD gewählt haben, liegt daran, dass die Einwohnerzahlen und damit auch die Zahl der Wähler in den Stadtteilen sehr unterschiedlich sind.

Die SPD gewinnt überall, vor allem aber im Süd-Osten

Das beste Ergebnis erzielte die SPD in Johannstadt-Süd mit 22,1 Prozent und das schlechteste in Schönfeld/Schullwitz mit 11,9 Prozent. Die Partei hat aber in ganz Dresden dazugewonnen, in der Regel zwischen sechs und neun Prozentpunkte.

In den Bereichen Striesen, Seidnitz, Gruna, Leuben, Laubegast, Kleinzschachwitz, Leubnitz-Neuostra, Rächnitz und auch im Norden in Klotzsche legte die SPD am meisten zu, häufig wurde sie dort auch stärkste Kraft.

Die AfD verliert überall, Hochburgen am Stadtrand

Den deutlichsten Sieg in Dresden fuhr die AfD in Schönfeld-Schullwitz ein. Dort holte sie 31 Prozent der Stimmen. Aber auch in Prohlis und Gorbitz gab es für sie Stimmanteile von um die 30 Prozent. Gar keinen Fuß auf den Boden bekommt die AfD hingegen in der Äußeren Neustadt, da erlangte sie vier Prozent.

Bis zu sechs Prozentpunkte und mehr verlor die AfD in den Dresdner Stadtteilen im Vergleich zu 2017. Am stärksten sind die Einbußen in der Wählergunst in der Pirnaischen Vorstadt, Äußere Neustadt, Radeberger Vorstadt, Innere Neustadt, Leipziger Vorstadt, Albertstadt, Kaditz, Trachau, Langebrück, Leuben, Prohlis-Süd und komplett in Gorbitz. In den Plattenbaugebieten wurde die AfD zwar stärkste Kraft, verliert aber an Zuspruch.

Äußere Neustadt wählt klar grün

Die Grünen haben in Dresden überall Gewinne zu verzeichnen. Am deutlichsten allerdings in der Äußeren Neustadt, wo sie 41,8 Prozent der Stimmen holten. Dort legten sie um mehr als zwölf Prozentpunkte im Vergleich zu 2017 zu. Genauso erfolgreich sind die Grünen beim Stimmzugewinn in der Inneren Altstadt, in Friedrichstadt, Leipziger Vorstadt, Pieschen, Mickten, Südvorstadt-Ost und Löbtau-Süd.

Am Stadtrand sind die Grünen weniger erfolgreich. Das schlechteste Ergebnis gab es in Prohlis-Süd mit 5,2 Prozent.

Die CDU ist der größte Verlierer

Flächendeckend gab es in Dresden für die CDU acht bis zehn Prozentpunkte an Verlusten im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Das beste Ergebnis gab es noch in Gönnsdorf/Pappritz mit 21,5 Prozent.

Vor allem in der Dresdner Innenstadt sieht es für die CDU mittlerweile düster aus. In den Stadtrandgebieten hat sie viele Bereiche an die AfD abgeben müssen. Aber in der Äußeren Neustadt kommt die CDU sogar nur auf 4,5 Prozent. Dafür hat sie die beiden Direktwahlkreise erneut gewonnen und stellt zwei Dresdner Bundestagsabgeordnete.

Die Linke nur noch in der Innenstadt relevant

In der Leipziger Vorstadt hat die Linke 22,4 Prozent geholt. Das ist ihr stärkstes Ergebnis und dennoch ein Verlust zur Wahl vor vier Jahren. Die Partei hat überall in Dresden deutlich an Stimmenanteilen verloren - zwischen fünf und sieben Prozentpunkte im Durchschnitt.

Das schwächste Ergebnis fuhr die Linke in Schönfeld/Schullwitz mit 6,1 Prozent ein. Am meisten Prozentpunkte verlor sie zudem in Cossebaude, Mobschatz, Kaditz, Hosterwitz/Pillnitz, Gönnsdorf/Pappritz und Kleinzschachwitz.

FDP gewinnt, nur in einem Stadtteil nicht

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Die FDP hat in fast ganz Dresden zugelegt. Den besten Stimmenanteil erhielt sie in Loschwitz/Wachwitz mit 17,5 Prozent. Vor allem in Altfranken, Cossebaude, Naußlitz, Mockritz, Weißig, Schönfeld, Langebrück, Weixdorf, Hellerau, Cotta, Pieschen und Wilsdruffer Vorstadt konnte die FDP am meisten zulegen.

Das schlechteste Ergebnis für die FDP gab es in der Leipziger Vorstadt mit 5,7 Prozent. Aber auch dort konnte die Partei zulegen. Im Gegensatz zur Äußeren Neustadt, dem einzigen Stadtteil mit leichten Verlusten für die FDP.

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