merken
Politik

Waffen und Munition bei Soldat gefunden

Waffen, Munition, Sprengstoff: Ermittler in Hessen haben einen Bundeswehrsoldaten und zwei Verwandte festgenommen.

© Symbolbild/Patrick Pleul/dpa

Berlin. Spezialkräfte der hessischen Polizei haben einen Bundeswehrsoldaten festgenommen und Waffen sowie Munition sichergestellt. Auch ein Verwandter des Mannes wurde festgenommen, ein dritter Tatverdächtiger stellte sich, wie das Landeskriminalamt Hessen und die Staatsanwaltschaft Hanau am Montag mitteilten. Den Männern aus Glashütten im Hochtaunuskreis werde zur Last gelegt, "illegal Waffen und Munition gehortet und sich in rechtsextremer Weise geäußert zu haben", hieß es in einer Pressemitteilung.

"Bei der Durchsuchung der Privat- und Diensträume wurden umfangreiche Beweismittel, darunter scharfe Schusswaffen, diverse Munition, Spreng- und Explosivstoff sowie Schriftstücke und Datenträger aufgefunden und sichergestellt", teilten die Behörden mit. Eine Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Hanau habe gegen alle drei Männer Haftbefehle erlassen. Die Ermittlungen dauerten an, weitere Angaben könnten derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden.

Anzeige
Ab jetzt kauft man Hyundai bei Winter!
Ab jetzt kauft man Hyundai bei Winter!

Winter Automobilpartner hat vier Standorte in Ostsachsen – und ab sofort eine dritte Top-Automarke im Angebot.

Der 21-jährige Heeressoldat wurde am Sonntag nach einem Hinweis gestellt. Der freiwillig Wehrdienstleistende ist an einem Standort in Pfullendorf in Baden-Württemberg eingesetzt. Dort hat das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen seinen Sitz.

Bruder stellt sich freiwillig

Festgenommen wurden demnach in Hessen auch sein Vater, freiwillig stellte sich sein Bruder. Die Behörden ermitteln wegen Verdachts der Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Sprengstoff-, Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz. Die Bundeswehr erklärte, die Strafverfolgungsbehörden würden bei ihren Ermittlungen unterstützt. Weitere Auskünfte könnten nicht gegeben werden.

Die Polizei stellte Kurz- und Langwaffen, Munition, eine Handgranate sowie Sprengmittel sicher. Dabei geht es nach ersten Erkenntnissen überwiegend um Material, das nicht aus Bundeswehrbeständen stammt. So handelt es sich bei der Handgranate wohl um ein Modell aus dem früheren Jugoslawien.

Weiterführende Artikel

KSK-Soldat gesteht unter Tränen

KSK-Soldat gesteht unter Tränen

Nachdem er ein Waffenlager in seinem Garten bei Wermsdorf anlegte, zeigt sich ein Elitekämpfer vor dem Leipziger Landgericht reumütig.

Streit um früheren KSK-Offizieren eskaliert

Streit um früheren KSK-Offizieren eskaliert

Ein langjähriger KSK-Offizier protestiert bei der Wehrbeauftragten gegen seine drohende Entlassung. Er macht ein großes Fass auf. Was ist in Afghanistan passiert?

Skandal-Kompanie des KSK aufgelöst

Skandal-Kompanie des KSK aufgelöst

Die wegen rechtsextremistischen Vorfällen in Verruf geratene Elitetruppe wird aufgelöst. Doch jetzt steht das ganze Kommando auf dem Spiel.

Zuletzt machte mehrfach das Kommando Spezialkräfte (KSK) im Zusammenhang mit Munitionsvorfällen Schlagzeilen. So war bei einem Kommandosoldaten aus Sachsen im Garten ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff gefunden worden. Auf den Fall in Hessen sind die Behörden aber ganz unabhängig von schon laufenden Ermittlungen aufmerksam geworden. (dpa)

Mehr zum Thema Politik