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SOE: Das sind unsere besten Absolventen

Ausgerechnet im Corona-Schuljahr 2020/21 gibt es so viele Einser-Schüler wie noch nie. Drei von ihnen erzählen, wie sie das schafften.

Gruppenbild mit Schloss: Das sind die besten Schulabsolventen dieses Jahres im Landkreis.
Gruppenbild mit Schloss: Das sind die besten Schulabsolventen dieses Jahres im Landkreis. © Norbert Millauer

Töchter in eleganten Kleidern, Söhne mit Fliege, stolze Väter, Mütter, die sich eine Träne wegwischen: Nein, es sind keine Hochzeiten, aber ein ebenso festlicher Anlass. Am Donnerstag folgten 34 der Einser-Absolventen der Einladung von Landrat Michael Geisler (CDU) auf Schloss Weesenstein. Wären alle gekommen, hätte der Platz nicht erreicht. Insgesamt 63-mal steht dieses Jahr auf Abschlusszeugnissen eine 1 vor dem Komma, 20-mal sogar eine glatte Null dahinter. Das sind so viele wie noch nie. Das ist umso erstaunlicher, als dass dieses Schuljahr das erste komplette Corona-Jahr war.

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Für Geisler sind die überdurchschnittlichen Ergebnisse ein Zeichen für die Stärken der jungen Leute. Sie hätten mit ihrer Flexibilität und Stress-Bewältigung gezeigt, dass man es schaffen kann. Er stellte zu Beginn seiner Rede ein leeres Bierglas auf das Rednerpult, das er mit Steinen füllte. Große Steine als Symbole für Gesundheit, Familie, Freunde, kleinere für das, „was man sich alles so wünscht“. Über alles rieselte er „Sand des Lebens“, der für die Kleinigkeiten steht. Zum Schluss etwas Bier. „Egal, was das Leben bringt, für ein Bier ist immer Platz.“ Die Botschaft seines Glases aber war: Sich nicht von den kleinen Dingen ablenken lassen, sondern an die großen denken. Dafür wünschte er den Absolventen Mut, Gesundheit und ein Stück Fröhlichkeit, mit der alles besser geht.

Nadine Diesel, Gymnasium Dippoldiswalde, Note: 1,0

In der elften Klasse dachte ich, es wäre schön, das Abitur mit einer 1 vorn zu machen. Dann hatte ich so gute Noten, dass ich dachte, es könnte eine mittlere Eins werden. Das Ziel 1,0 kam dann schließlich in der zwölften Klasse, als es noch besser lief. Da hatte ich dann auch den Ehrgeiz, so gut wie möglich für mich abzuschließen.

Nadine Diesel: Als es immer besser lief, hatte ich den Ehrgeiz, einen bestmöglichen Abschluss zu machen.
Nadine Diesel: Als es immer besser lief, hatte ich den Ehrgeiz, einen bestmöglichen Abschluss zu machen. © Norbert Millauer

Wir hatten alle ein ungeheures Privileg, denn es wurde für uns sehr viel möglich gemacht. Wir hatten so viel Zeit, uns individuell vorzubereiten. Ich kann mich überhaupt nicht beschweren. Da ich eher der naturwissenschaftliche Typ bin, liegen mir die künstlerischen Fächer nicht so, Musik zum Beispiel ist nicht so meins. Aber am Ende hat es aber auch da geklappt.

Nach den Ferien mit Freunden und rund um „Haus und Hof“ will ich Physik an der TU in Dresden studieren. Weil ich damit meine naturwissenschaftliche Neugier befriedigen kann und weil es ein weites Fach ist. Ich kann danach Lehramt machen, in die Forschung oder Wirtschaft gehen.

Marco Pöntör, Lessing-Oberschule Freital, Note: 1,06

Es war nicht immer leicht. Wir mussten uns mehr als vorher Wissen selbst aneignen, also eigenverantwortlich lernen. Das ging nicht ohne Anstrengungen, aber dadurch haben wir auch was fürs Leben gelernt. Mein Hauptknackpunkt war Mathematik. Sprachen und Geschichte liegen mehr eher. Ich habe da eben mehr geübt und nachgefragt. In den Schoß ist mir der gute Abschluss nicht gefallen. Aber so ab der achten Klasse hatte ich schon das Ziel, es soll ein sehr guter werden.

Marco Pöntör: In den Schoß ist mir der gute Abschluss nicht gefallen.
Marco Pöntör: In den Schoß ist mir der gute Abschluss nicht gefallen. © Norbert Millauer

Ich werde nun noch in Dresden an der Berufsschule mein Abitur machen. Danach soll es in Richtung Neurobiologie/Genetik gehen. Das entspricht meinen Interessen und ich kann da etwas für die Gesellschaft tun, Stichwort Erbkrankheiten. Außerdem bin ich familiär medizinisch etwas vorbelastet.

In den Ferien werde ich viel Natur genießen, noch ein bisschen Mathe machen, aber nicht nur. Noch mal das Gefühl von Freiheit genießen, bevor es weitergeht. Und nach Weesenstein fahren, der Schlosspark ist wunderschön.

Matild Hentschel, Oberschule Stolpen, Note: 1,1

Ich hatte mir das letzte Schuljahr eindeutig schlimmer vorgestellt. Ich dachte zum Beispiel, dass ich für die schriftlichen Prüfungen noch viel mehr lernen muss. Nicht so einfach war nur die schriftliche Prüfung in Chemie. Weil ich in Biologie und Physik schon eine Eins hatte, habe ich mich dafür entschieden, um mich noch zu verbessern. Und es hat geklappt. Dass es am Ende ein so guter Abschluss wird, war aber Zufall und hätte ich nicht von mir erwartet.

Matild Hentschel: So einen guten Abschluss hatte ich von mir gar nicht erwartet.
Matild Hentschel: So einen guten Abschluss hatte ich von mir gar nicht erwartet. © Norbert Millauer

Ich hätte sicher schon eher aufs Gymnasium gehen können, aber da wäre ich allein ohne meine Freunde gewesen. So bin ich auf der Oberschule in Stolpen geblieben. Nun trennen sich unsere Wege zwar, aber wir hatten die Zeit noch gemeinsam. Und ganz gehe ich ja nicht weg. Ich werde als Nächstes am Pirnaer Berufsschulzentrum das Wirtschafts-Abitur machen.

Vorher aber sind erst einmal Ferien, die ich unter anderen mit Freunden in Franken verbringen will. Und ich werde etwas Ferienarbeit auf der Burg Stolpen machen.

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