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Sachsen will Medizinstudium stärken

Die Koalition drängt auf den Ausbau der medizinischen Ausbildung - auch von Pflegern. Das sind die Pläne für die sächsischen Hochschulen.

Die Koalitionsfraktionen wollen alle 14 Standorte staatlicher Hochschulen in Sachsen erhalten.
Die Koalitionsfraktionen wollen alle 14 Standorte staatlicher Hochschulen in Sachsen erhalten. © Archiv: Sven Ellger

Der Antrag zur Bildungspolitik stammt von den drei Koalitionsfraktionen, also findet er auch eine Mehrheit im Landtag. CDU, Grüne und SPD fordern die von ihnen gestellte Staatsregierung dazu auf, Sicherheit für die Hochschulen zu gewähren. Mit dem Papier, das Anfang des kommenden Jahres im Parlament beschlossen werden dürfte, verlangen die Fraktionen nicht nur einen umfassenden Bericht zur Zahl der Studierenden und angebotenen Fächer. Sie drängen auch auf die Überarbeitung bisheriger Planungen. Darum geht es.

Anzahl der Hochschulen

Die von CDU und SPD getragene Vorgängerregierung besiegelte den sogenannten Hochschulentwicklungsplan 2025. Zur Sicherung der Einrichtungen garantiert er jährlich rund 9.000 Stellen sowie 600 Millionen Euro für Personalkosten vom Land.

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Mit dem gerade eingebrachten Antrag wollen die Fraktionen die Rolle des Landtags bei der Fortschreibung stärken. Zudem betonen sie: An der Zahl von 14 staatlichen Hochschulen in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Görlitz, Zittau, Mittweida und Freiberg soll nicht gerüttelt werden.

Anzahl der Studierenden

Sachsen soll attraktiv bleiben für junge Menschen, die eine akademische Ausbildung absolvieren. Zwischen 2010 und 2020 schwankte die Zahl der Studierenden in den jeweiligen Wintersemestern an Sachsens Hochschulen zwischen rund 107.000 und 113.000.

CDU, Grüne und SPD nennen nun einen Richtwert von 101.000. Unter den soll die Studierendenzahl nicht sinken. Das heißt: Einen Rückgang kalkulieren die Bildungspolitiker der drei Fraktionen ein. Die Zahl soll aber über der markanten Schwelle von 100.000 bleiben.

Stärkung der Angebote zu Medizin, Pflege und Bildung

Das Coronavirus dürfte bei den Überlegungen eine Rolle gespielt haben: Ein Kernpunkt von CDU, Grünen und SPD ist die „dauerhafte Absicherung von Studienangeboten insbesondere der Daseinsvorsorge“. Das Papier nennt dabei ohne weitere Details den „Ausbau im Bereich der Humanmedizin“.

Gefordert wird zudem eine Konzeption sowie der „Auf- und Ausbau“ der akademischen Gesundheits- und Pflegeberufe. Medizin kann derzeit in Leipzig und Dresden studiert werden, Medizintechnik in Chemnitz. Zu den Angeboten in der Wissenschaft vom Altern zählt der Weiterbildungsstudiengang zu sozialer Gerontologie an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Mit Blick auf Corona fordern die drei Fraktionen, dass der bis Ende 2024 laufende Hochschulplan angepasst werden kann, „um flexibel auf neue – auch pandemiebedingte – Entwicklungen reagieren zu können“. Erhalten werden sollen die 2.400 Studienplätze in der Lehrerbildung. Die Koalitionspartner nennen dabei auch die „Aufstockung um weitere 300 Studienplätze“ – in Verbindung mit der Einrichtung von Studiengängen wie die „Stufenausbildung“ in Leipzig, „Primarstufe plus“ in Chemnitz sowie Angeboten etwa in Görlitz oder Zwickau.

Erhalt „kleiner Fächer“

Die Abgeordneten von CDU, Grünen und SPD befürworten zudem den Erhalt sogenannter „kleiner Fächer“ und Studiengängen, die nur an einer der 14 staatlichen Hochschulen in Sachsen absolviert werden können. Damit wollen sie die ausschließliche Konzentration auf Fächer mit großem Zulauf verhindern und Vielfalt in der Lehre sichern.

Mehr Frauen in die Wissenschaft

CDU, Grüne und SPD sprechen sich für einen höheren Frauenanteil in Wissenschaft und Hochschulgremien aus. Sie empfehlen dazu ein regelmäßig aktualisiertes Gleichstellungskonzept sowie Personalstrategien „zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen bei Professuren und Führungspositionen“. Fortgesetzt werden sollen die Bestrebungen für mehr unbefristete Stellen an Hochschulen. Deren Anteil soll auf mindestens 40 Prozent erhöht werden. Dazu sollen 800 „verstetigte Stellen“ aus dem Zukunftsvertrag ab 2021 sowie die verbesserte Finanzausstallung genutzt werden.

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Zu den weiteren Forderungen zählen der Ausbau familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle sowie Pläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Auch das soll bei der Fortschreibung der Zielvereinbarungen mit den sächsischen Hochschulen berücksichtigt werden.

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