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Die Rente bleibt absehbar sicher

Die kurzfristige Aussicht für die Rentner ist nicht wirklich schön. Aber es gibt Schlimmeres. Ein Kommentar.

Ab 2022 wird es, wenn mit Corona alles gut geht, wieder ordentliche Rentenerhöhungen geben.
Ab 2022 wird es, wenn mit Corona alles gut geht, wieder ordentliche Rentenerhöhungen geben. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Rente wird 2021 nicht wie in den letzten Jahren teils kräftig steigen. Im Westen gibt es eine Nullrunde, im Osten eine sehr überschaubare, geringe Erhöhung. Sie kommt nur dadurch zustande, dass vor Corona die Angleichung ans Westniveau bis Ende 2024 in eben jenen kleinen jährlichen Schritten ins Gesetzbuch geschrieben wurde.

Dank der wirtschaftlichen Entwicklung hat sich die gesetzliche Rente zuletzt prächtig entwickelt. Im Osten ist der Rentenwert im zurückliegenden Jahrzehnt um etwa 30 Prozent angestiegen. So wird es – vorerst – nicht weitergehen. Für diese Prognose braucht es keine komplizierten Rechnungen. Die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen werden natürlich auch Spuren in der Rentenkasse hinterlassen. Allein Millionen Beschäftigten in Kurzarbeit und diejenigen, die ihren Job ganz verlieren, werden die Gesamt-Lohnsumme deutlich abnehmen lassen. Und die Renten folgen weitgehend der Lohnentwicklung.

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Aber: Während viele Arbeitnehmer in der Corona-Krise mit sinkenden Einkommen klarkommen und auch mit steigenden Rentenbeiträgen rechnen müssen, haben Rentner auf Jahre hinaus keine Abstriche an ihren Bezügen zu befürchten. Ihre Rente und deren Höhe ist sicher, jedenfalls für die nächsten Jahre. Die damalige Große Koalition hat nämlich während der Finanzkrise 2009 eine Rentengarantie eingeführt: Danach dürfen Renten selbst dann nicht gekürzt werden, wenn die Löhne schrumpfen. Rein rechnerisch müssten sie nächstes Jahr ansonsten kräftig gesenkt werden: um vier Prozent.

Allerdings sollten, sobald sich die Wirtschaft erholt und auch die Löhne wieder steigen, die dann möglichen Rentenerhöhungen nur halb so hoch ausfallen wie rechnerisch möglich. Und zwar so lange, bis die zuvor vermiedene Rentenkürzung wieder ausgeglichen ist. Doch dieser Passus wurde 2018 gestrichen.

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Und noch eine positive Nachricht: Ab 2022 wird es, wenn mit Corona alles gut geht, wieder ordentliche Rentenerhöhungen geben. Fazit: Die kurzfristige Aussicht für die Rentner ist nicht wirklich schön. Es gibt in diesen Tagen aber wirklich viel schlechtere Nachrichten.

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