merken
PLUS Wirtschaft

Russland will Wasserstoff exportieren

Deutschland will klimaneutral werden. Auf dem Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum wurde diskutiert, wie beide Länder zusammenarbeiten können.

Gestapelte Rohre für den Baus einer Gaspipeline. Diese werden auch in Zukunft in Sachsens Energieversorgung eine große Rolle spielen.
Gestapelte Rohre für den Baus einer Gaspipeline. Diese werden auch in Zukunft in Sachsens Energieversorgung eine große Rolle spielen. © dpa/Jens Büttner

Wasserstoff als Alternative zu fossilen Brennstoffen elektrisiert die Energiewelt, auch in Russland. Das Land will ab dem Jahr 2035 jährlich zwei Millionen Tonnen Wasserstoff auf der Basis von Erdgas exportieren. Das kündigte Pawel Sorokin, stellvertretender Energieminister der Russischen Föderation am Dienstag auf der Wasserstoff-Tagung des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums an.

Unter Schirmherrschaft von Klaus Töpfer trafen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um Ansätze für die Zusammenarbeit beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zu diskutieren. Die Konferenz traf auf großes Interesse, über 800 Teilnehmer hörten zu.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Nachfrage wird bleiben

Russland hat vor kurzem einen Aktionsplan zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft verabschiedet. In den nächsten Jahren will man sich vor allem auf die Verflüssigung und den sicheren Transport von Wasserstoff konzentrieren. Sorokin sieht vor allem bei grauem, also nicht kohlendioxidneutralem Wasserstoff Kostenvorteile für sein Land.

Allerdings müssten die Preise in den nächsten zehn Jahren mindestens halbiert werden, wenn Wasserstoff wettbewerbsfähig sein soll. Aber auch CO2-freien Wasserstoff auf der Basis von Windstrom könne produziert werden.

Die Europäische Union (EU) will bis 2050 in ihrem Wirtschaftskreislauf klimaneutral werden, das heißt ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe auskommen. Deutschland wird auf den Import großer Mengen von CO2-freiem Wasserstoff angewiesen sein, zum Beispiel für die Herstellung von Stahl- und Chemieprodukten.

Nachfrage nach russischen Erdgases werde es langfristig nur noch geben, „wenn es Erdgas in Form von Wasserstoff ist“, stellte Michael Klor-Berchthold vom Auswärtigen Amt klar.

2021 geht es weiter

Deutschland bezieht derzeit ein Drittel seines Erdgasbedarfs aus Russland. Die Bundesregierung wird in der Deutschen Botschaft in Moskau Diplomaten einsetzen, die sich nur auf die Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff-Technologien konzentrieren sollen, betonte Klor-Berchthold.

Hans-Joachim Polk, Vorstandsmitglied des Leipziger Gaskonzern VNG AG stellte die Pläne für einen Energiepark in Bad Lauchstädt vor. Vorgesehen ist der Aufbau eines Windparks mit einer Leistung von 40 Megawatt, der eine Elektrolyse-Anlage mit Strom versorgen soll. In einer unterirdischen Kaverne sollen bis zu 50 Millionen Kubikmeter grüner Wasserstoff gespeichert werden können. Ähnliche Projekte seien laut Polk auch in Russland denkbar und könnten ein Feld für die Zusammenarbeit sein.

Fortgesetzt wird der Austausch auf dem nächsten Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums Ende April 2021 in Leipzig. Dann wird Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer Schirmherr sein.

Mehr zum Thema Wirtschaft