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Skeleton wirbt kräftig Kapital ein

Mehrere Investoren haben ihre Anteile erhöht. Der Energiespeicher-Spezialist konnte die letzte Finanzierungsrunde damit deutlich erfolgreicher beenden.

Taavi Madiberk, Mitgründer und Vorstandschef von Skeleton Technologies, hat die vierte Finanzierungsrunde erfolgreich hinter sich gebracht.
Taavi Madiberk, Mitgründer und Vorstandschef von Skeleton Technologies, hat die vierte Finanzierungsrunde erfolgreich hinter sich gebracht. © J. Loesel, loesel-photographie.d

Skeleton Technologies hat die vierte Finanzierungsrunde D mit insgesamt 70,4 Millionen Euro abgeschlossen. Zu den schon eingesammelten 41 Millionen Euro seien noch zusätzliche 29 Millionen Euro von Bestandsinvestoren und neuen Geldgebern hinzugekommen, teilte der Hersteller von Ultrakondensatoren aus Estland mit. Skeleton produziert in Großröhrsdorf. Eine weitere Finanzspritze von 51 Millionen Euro erhält das Start-up vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und vom Freistaat Sachsen. Damit hat Skeleton innerhalb eines Jahres rund 121 Millionen Euro eingeworben.

Mehrere frühere Investoren wie die MM Grupp und Harju Elekter hätten sich angesichts der jüngsten Erfolge im Vertrieb entschlossen, ihre Anteile am Unternehmen zu erhöhen, teilte Skeleton mit. Auf Nachfrage von Sächsische.de berichtete Vorstandschef Taavi Madiberk, dass das Unternehmen Lieferverträge im Gesamtwert von über 150 Millionen Euro unterzeichnet hätte. „Wir liefern Ultrakondensatoren für Straßenbahnen in Mannheim, Ludwigshagen und Warschau“, so Madiberk. Außerdem gibt es nach eigenen Angaben Lieferverträge mit Windturbinenherstellern, einer der größten LKW-Produzenten und für MRT-Geräte im Medizinsektor. Im Automobilbereich seien Absichtserklärungen von über einer Milliarde Euro für Hybrid-Elektrofahrzeuge unterschrieben worden. "Skeleton wächst schnell und bereitet sich auf die nächste Phase des Unternehmens vor, die eine signifikante Skalierung unserer Aktivitäten beinhalten wird“, betont Madiberk, der Skeleton Technologies mit gegründet hat.

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Börsengang vielleicht, aber nicht jetzt

Unter den neuen Geldgebern befindet sich auch eine Gruppe von Unternehmern, die das Zahlungsunternehmen Adyen von der Gründung bis zum erfolgreichen Börsengang geführt haben. Ob auch Skeleton einen Börsengang anstrebe, verneint der Vorstandschef – vorerst. „Wir denken über verschiedene Möglichkeiten der weiteren Kapitalbeschaffung nach, aber ein Börsengang ist kein Selbstzweck, sondern ein Weg, um das Wachstum zu beschleunigen“, sagt Madiberk. Aber er glaubt, dass Skeleton „ähnlich wie andere erfolgreiche High-Tech-Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt ein börsennotiertes Unternehmen sein wird“.

Skeletons Ultrakondensatoren basieren auf dem selbst entwickelten Material „Curved Graphene“ und sollen besonders leistungsfähig sein. In Großröhrsdorf baut die Firma eine hoch automatisierte Fertigung auf. Damit sollen die Herstellungskosten um 90 Prozent sinken. Die Batteriefabrik gehört zu den sogenannten IPCEI-Projekten, also wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse, und wird mit 51 Millionen Euro gefördert. Ziel des Projekts ist eine Kombination von Ultrakondensator und Li-Ionen-Batterie, um die Antriebsstränge nicht nur im Automobil, sondern auch in Schwerlast- und Industrieantrieben effizienter und langlebiger zu machen.

Im Gegensatz zu Tesla, Panasonic und LG , die ähnliche Rohstoffe verwenden und in der Technik konkurrieren, verfolgt Skeleton einen anderen Ansatz. „Wir konzentrieren uns auf eine vollständige vertikale Integration, basierend auf dem patentierten Material Curved Graphene“, heißt es. Man habe mit dem relativen Nischenmarkt der Superkondensatoren begonnen. Jetzt gehe Skeleton zu den Superbatterien über, die den Teil des Batteriemarktes mit hoher Effizienz und hoher Leistung bedienten.

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„Als nächsten Schritt unserer Strategie ist unser Ziel, die Superkondensatoren mit langer Lebensdauer und schneller Aufladung mit der Hochenergie- und Langzeitbatterietechnologie zu verschmelzen, um eine wettbewerbsfähigere EV-Batterie mit längerer Reichweite anbieten zu können als derzeit auf dem Markt oder in der Entwicklungspipeline verfügbar", so Madiberk

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