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So hilft Software aus Dresden beim Wärmespeichern

Die Softwarefirmen Kiwigrid und Devboost haben eine App entwickelt, mit der sich die elektrische Speicherheizung steuern lässt.

Wann wird es warm? Dresdner haben eine App programmiert, mit der Wärmespeicherheizungen per Smartphone geregelt werden können.
Wann wird es warm? Dresdner haben eine App programmiert, mit der Wärmespeicherheizungen per Smartphone geregelt werden können. © Christin Klose/dpa (Symbolbild)

Dresden. Eine Fernbedienung für die Heizung mit integrierter Wettervorhersage: Zwei Dresdner Software-Unternehmen haben diese Technik für den Chemnitzer Energieversorger Envia-M entwickelt. Das Unternehmen teilte mit, Kunden könnten per Smartphone-App ihre elektrische Wärmespeicherheizung steuern.

Laut Envia-M haben 43.000 Kunden des Unternehmens eine elektrische Wärmespeicherheizung – das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Freiberg. Laut Projektleiterin Anke Tallig führt die App zu einem „nie gekannten Komfort“. Die Kunden könnten ihre Wärmespeicher „bedarfsgerecht“ laden und für jeden Raum die Wunschtemperatur einstellen.

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Rabatte für Strom bei gutem Wetter

Sofern erneuerbare Energie genutzt wird, kann die elektrische Heizung als Stromspeicher genutzt werden und so zur Energiewende beitragen. Die App ist laut Envia-M auch „für die Anwendung dynamischer Tarife ausgelegt“. Zu Rabatten für Strom bei gutem Wetter hielt sich das Unternehmen aber bedeckt.

Im Januar hatte Envia-M einen Versuch für eine Straße in Limbach-Oberfrohna angekündigt und auf Nachfrage einen möglichen Nachlass von vielleicht drei bis fünf Cent pro Kilowattstunde Strom in Erwägung gezogen. Im Zuge der Energiewende verschiebt sich die Stromproduktion immer mehr von Großkraftwerken auf Wind-, Sonnen- und Biogasanlagen.

Weil Sonne und Wind nicht ständig Strom liefern, muss die Energie gespeichert werden - und kann zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich viel kosten. Noch sind diese Preisunterschiede aber nur für Großverbraucher an der Leipziger Strombörse ablesbar, für Haushaltskunden bieten die sächsischen Versorger noch keine Preisdifferenzierung nach Wetter oder Tageszeit an.

Kiwigrid spezialisiert sich auf Energie-Programme

Entwickelt wurde die App von den Dresdner Softwareunternehmen Kiwigrid und Devboost sowie Tekmar aus Essen. Kiwigrid wurde 2011 gegründet und hat mehr als 150 Beschäftigte. Das Unternehmen gehört wie die Solartechnikhersteller Solarwatt und Heliatek in Dresden zu den Beteiligungen des BMW-Erben Stefan Quandt.

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Kiwigrid ist nach eigenen Angaben "führend beim intelligenten Energiemanagement" und arbeitet unter anderem mit Baywa und Eon zusammen. Zum Eon-Konzern gehört auch der regionale Energieversorger Envia-M in Chemnitz, allerdings sind außerdem viele Kommunen daran beteiligt. Devboost in Dresden versteht sich als Entwicklungspartner, der Softwareherstellern beim "Skalieren ihrer Entwicklung" hilft.

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