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Solarpflicht für Neubauten gefordert

Acht Jahre nach der Pleitewelle der Fotovoltaik-Fabriken schreiben die Nachfolger Wunschzettel. Sie sehen eine neue Chance für Exporte.

Mehr Solaranlagen: Die Hersteller fordern eine nationale Industriestrategie, also staatliche Förderung.
Mehr Solaranlagen: Die Hersteller fordern eine nationale Industriestrategie, also staatliche Förderung. © dpa/Ingo Wagner

Dresden. Soll Deutschland noch einmal versuchen, mit Fördergeld für die Solarbranche neue Arbeitsplätze zu schaffen? Die Fotovoltaik-Firmen Meyer-Burger und SMA haben am Donnerstag gefordert, eine nationale und eine europäische Industriestrategie für ihre Branche zu entwickeln. Dazu soll eine „Solarpflicht für Neubauten“ gehören, teilten die Unternehmen gemeinsam mit.

Meyer-Burger besitzt in Hohenstein-Ernstthal die Anlagenbaubetriebe des früheren Unternehmens Roth & Rau und hat angekündigt, im nächsten Jahr in Freiberg und Bitterfeld-Wolfen groß mit der Produktion von Solarmodulen zu beginnen – mit Tausenden Arbeitsplätzen. Laut Meyer-Burger-Chef Gunter Erfurt wird Europa künftig vollständig auf ausländische Solartechnik-Lieferanten angewiesen sein, wenn es keinen „strategischen industriepolitischen Ansatz“ gibt. Die europäische Produktion könne aber auch zum Exporttreiber werden und „Tausende nachhaltige Arbeitsplätze schaffen“.

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Allerdings waren in Sachsen und den Nachbarländern ab dem Jahr 2010 mit der Schließung von Fotovoltaik-Fabriken Tausende Arbeitsplätze wieder weggefallen. Als Grund wurde die starke Billigkonkurrenz aus Asien genannt. Acht Jahre nach der Pleitewelle der Fotovoltaik-Fabriken schreiben die Nachfolger Wunschzettel. Sie sehen eine neue Chance für Exporte.

Sächsische Energiewendestrategie vorgeschlagen

Die Hersteller sehen nun nach eigenen Angaben jetzt neue Möglichkeiten, die Solarenergie durch Kostensenkungen weltweit zur Schlüsseltechnologie der künftigen Energieversorgung zu machen. An Bedeutung gewinnen nach ihren Angaben etwa die schwimmende Fotovoltaik auf Seen und die Möglichkeit, landwirtschaftliche Nutzflächen zugleich als Solarstandorte zu nutzen. Die Firmen erwarten vom Staat stärkere Förderung: Mittelständler sollten beim Eigenverbrauch von Solarenergie von Umlagen befreit werden. Ein nationales Zehn-Millionen-Dächer-Programm oder ein europäisches für 100 Millionen Dächer sind weitere Wünsche.

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Einen umfangreichen Wunschzettel für die Energiewende hat auch die Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien (VEE) in Dresden vorgelegt. Der sächsische Verein übergab an Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) ein Papier von 14 Seiten namens „Sächsische Energiewendestrategie 2020“. Darin beklagt die VEE, das trotz Ankündigungen im Koalitionsvertrag noch kein neues Energie- und Klimaprogramm in Sicht sei. Anstelle des „faktischen Ausbaustopps“ in Sachsen sei ein Sofortprogramm nötig.

Für Windenergie in Sachsen würden mehr Flächen benötigt, auch in reinen Nutzwäldern. Für Neubauten im Sozialen Wohnungsbau schlägt der Verband vor, eine Fotovoltaik-Anlage zur Versorgung der Mieter zum Standard zu machen.

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