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Das wünschen sich Sachsens Familien

Familien fühlen sich wohl in Sachsen, sind aber skeptisch, ob ihre Kinder eine Zukunft hier sehen. Passt das zusammen? Auftakt unserer Familienkompass-Auswertung.

Viele Eltern im Freistaat sorgen sich um die Zukunftschancen ihrer Kinder.
Viele Eltern im Freistaat sorgen sich um die Zukunftschancen ihrer Kinder. © dpa/Christin Klose

Dresden. Wer Kinder hat, wünscht sich für sie eine sichere Zukunft – am liebsten mit einem gut bezahlten Job in der Heimat. Doch nur 25 Prozent von knapp 15.000 befragten Sachsen sehen eine gute oder sehr gute Chance, dass dieser Wunsch in ihrer Region in Erfüllung geht. Das ist eines der Ergebnisse aus dem Familienkompass Sachsen 2020.

Die Aussage „Viele Kinder werden später von hier fortziehen, um sich an einem anderen Ort ein Leben aufzubauen“, bekam vor allem von Befragten auf dem Land hohe Zustimmung. Besonders drastisch fällt die Einschätzung in den Städten und Gemeinden im Vogtlandkreis und im Landkreis Görlitz aus, zum Beispiel in der Braunkohle-Region Boxberg. Dort bewerten nur knapp drei Prozent der Befragten die Chance, dass Kinder hier einmal beruflich Fuß fassen, mit gut oder sehr gut, ähnlich im benachbarten Weißwasser.

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Am optimistischsten sind die Leipziger und Dresdner. In beiden Städten haben knapp die Hälfte der Teilnehmer überhaupt keine Sorgen, dass die junge Generation später hier leben und in Lohn und Brot kommen wird. Chemnitz fällt da bereits leicht zurück.

Dabei schätzen Familien auf dem Land ihre derzeitige Lebenssituation als mindestens ebenso gut ein wie Familien in der Großstadt. Auf die Frage, ob sie sich wohlfühlen an ihrem Wohnort, vergaben Umfrage-Teilnehmer aus kleinen Gemeinden unter 5.000 Einwohner die Durchschnittsnote 1,6 auf einer Notenskala von 1 bis 5. Großstadtfamilien werteten den Wohlfühl-faktor mit 1,7. Insgesamt ist dies eine der Fragen mit dem besten Gesamtschnitt in der Umfrage.

Welche Gemeinden sind familienfreundlich?

Ein Widerspruch zu den Zukunftssorgen ist das dennoch nicht. Schaut man in die Details der Umfrage, wird deutlich: Der skeptische Blick auf die Entwicklung der eigenen Region geht vor allem mit der Wahrnehmung einher, dass Arbeit hier generell schwer zu finden ist – selbst wenn der eigene Arbeitsplatz als sicher betrachtet wird.

Der Familienkompass ist eine der größten Studien zur Familienzufriedenheit in Sachsen seit 1990. Entwickelt haben ihn Sachsens drei große Tageszeitungen Leipziger Volkszeitung, Freie Presse und Sächsische Zeitung. Wissenschaftlich begleitet wird die Studie vom Forschungszentrum der Evangelischen Hochschule Dresden. 

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Neben Fragen zur persönlichen Lebenssituation konnten Umfrage-Teilnehmer ihren Wohnort anhand von 57 Kriterien bewerten – in den Kategorien Arbeit, Wohnen und Wohnumfeld, Familienpolitik, Gesundheitsversorgung, Schule, Kita und Sicherheit –, und sie konnten angeben, was sie sich ganz besonders wünschen.

Die detaillierten Ergebnisse stellen Sächsische Zeitung und sächsische.de ab heute in einer vierwöchigen Serie vor. Zum Abschluss wird feststehen, welche Gemeinden in Sachsen von ihren Einwohnern als besonders familienfreundlich eingeschätzt werden und warum.

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