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Wie die Verkehrsbelastung sinken soll

Die Befragung beim SZ-Familienkompass zeigt, dass die Zittauer unzufrieden mit der Situation in ihrer Stadt sind. Diese Maßnahmen sollen das Problem lösen.

Prof. Jos Tomlow wohnt direkt am Zittauer Ring und hat sich selbst gegen die Verkehrsbelastung geschützt.
Prof. Jos Tomlow wohnt direkt am Zittauer Ring und hat sich selbst gegen die Verkehrsbelastung geschützt. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Unaufhörlich rauschen die Autos am Haus von Jos Tomlow am Stadtring vorbei. Fast fünf Millionen sind es pro Jahr auf der am meisten befahrenen Zittauer Straße. So ist es vor einiger Zeit gezählt und errechnet worden. Danach war klar: Auf einem Teil der Zittauer Straßen fahren so viele Autos, dass die Anwohner Gefahr laufen, krank zu werden. Die Stadt musste auf Anordnung der EU handeln.

Das sind die von Lärm betroffenen Straßen in Zittau. gegen den Lärm wollte die Stadt vorgehen.
Das sind die von Lärm betroffenen Straßen in Zittau. gegen den Lärm wollte die Stadt vorgehen. © SZ Grafik

Auch heute ist das Thema Verkehrsbelastung nicht minder aktuell. Beim Familienkompass der Sächsischen Zeitung beklagen sich die Zittauer über die hohe Verkehrsbelastung. Bei allen Punkten zum Verkehr schneidet die Stadt bei der Befragung ihrer Einwohner im Vergleich zu allen anderen sächsischen Städten und Gemeinden schlechter als der Durchschnitt ab. Die Gesamtnote 3,45 - auf einer Skala von 1 bis 5 - zeigt deutlichen Handlungsbedarf.

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Die Zittauer Umfrageergebnisse beim Familienkompass zum Thema "Verkehr" auf einen Blick.
Die Zittauer Umfrageergebnisse beim Familienkompass zum Thema "Verkehr" auf einen Blick. © Die Mehrwertmacher GmbH

Neben Dauerbrennern wie sichere Schulwege, Lärm, Unfallschwerpunkte und Abgasen stören die Zittauer weitere Probleme. Aktuell sind es zum Beispiel die vielen Straßenbaustellen in der Stadt, die für Staus sorgen und Autofahrer nerven. Auch die zusätzliche Verengung des Stadtrings am Klienebergerplatz während eines Verkehrsversuchs der Stadt sorgt für Unverständnis in der Bevölkerung. "Die Verkehrsführung, wie sie jetzt ist, ist nicht optimal", sagt auch Stadtrat Oliver Johne (CDU). Die Einengung sei ein Verkehrshindernis und "nicht im Mindesten eine Verbesserung". Für Fußgänger sei die Situation sogar eine Katastrophe. Johne wohnt am Klienebergerplatz und sieht täglich, wie es sich staut und Fußgänger - egal, ob sie die von der Stadt empfohlene Fußgängerinsel bei Schnaps-Prentzel nutzen oder die Straße vor der Hillerschen Villa queren - vor allem in Stoßzeiten lange auf die Überquerung der Straße warten müssen oder zwischen den Autos herumhopsen.

Der aus Sicht vieler Autofahrer unglückliche Verkehrsversuch am Ring ist nur ein Beispiel von vielen, mit denen die Stadt das Problem der Verkehrsbelastung in den Griff zu bekommen versucht. Sie empfiehlt Eltern sicherere Schulweg-Routen für Kinder und kämpft für Verkehrssicherheit vor den Schulen. Regelmäßig überprüft sie mit Polizei, Landratsamt und anderen Behörden Unfallschwerpunkte und arbeitet an der Entschärfung. Aus der Untersuchung des möglicherweise krank machenden Lärms hat die Stadt rund 90 Maßnahmen herausgearbeitet, die Abhilfe schaffen sollen. Einige sollten kurz-, einige mittel- und einige langfristig umgesetzt werden. Das sind laut Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft Beispiele für den Stand der Abarbeitung:

Darüber hinaus bemüht sich die Stadt beispielsweise darum, den Öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen, um mehr Autofahrer in die Züge zu locken. So wurde beispielsweise der Bahnhof zu einem sogenannten Mobilitäts- und Nullknoten ausgebaut. Die Busse stoppen an neuen Haltestellen direkt vor dem Bahnhofsgebäude und richten sich künftig nach den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge. Ein P+R-Parkplatz ist eingerichtet worden und künftig sind noch weitere Angebote geplant.

Was die Stadt dagegen nicht ohne Weiteres beziehungsweise massiven Gegenwind kann: die zunehmenden Automassen eindämmen.

"Was ich wahrnehme ist, dass es insgesamt mehr geworden ist", sagt Jos Tomlow, der direkt am Stadtring wohnt. Manchmal muss er ein, zwei Minuten warten, bevor er die zweispurige Straße überqueren kann. Im Vergleich zu Großstädten ist das noch sehr komfortabel. Ansonsten hat er mit der Verkehrsbelastung auf dem Ring kein Problem. Auch nicht mit dem Lärm. Man spüre zwar manche Erschütterungen durch Laster, aber Autos sind in den Wohnungen seines Hauses in der Regel nicht zu hören, sagt der ehemalige Hochschullehrer. Er hat sich nämlich selbst geholfen: Bei der Sanierung des Gebäudes baute er Fenster mit denkmalschutzgerechte Dreifach-Verglasung ein.

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