Deutschland & Welt
Merken

Lauterbach will Nachtdienste in Krankenhäusern reduzieren

Der Bundesgesundheitsminister plant die größte Krankenhausreform der vergangenen 20 Jahre. Um Pflegekräfte zu entlasten, sollen Nachtdienste wegfallen.

 2 Min.
Teilen
Folgen
Angesichts steigender Corona-Zahlen und Personalnot in Krankenhäusern plant Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Reform zur Entlastung.
Angesichts steigender Corona-Zahlen und Personalnot in Krankenhäusern plant Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Reform zur Entlastung. © Symbolfoto: André Schulze

Berlin. Angesichts steigender Corona-Zahlen und Personalnot in Krankenhäusern plant Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Reform zur Entlastung. Dies sei die größte Krankenhausreform der vergangenen 20 Jahre, sagte er am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Ziel dabei sei es, alle dafür geeigneten Behandlungen als Tagesbehandlung durchführen zu können. So würden Nachtdienste wegfallen und Pflegekräfte entlastet, betonte er. "Wir haben ja nicht zu wenig Pflegekräfte gemessen an der Bevölkerung, wir setzen sie sehr wenig effizient ein."

Lauterbach sieht zudem die reale Gefahr, dass im Zuge der Energie- und Inflationskrise bald auch Krankenhäuser Pleite gehen. "Wenn wir da nicht schnell und auch wirklich drastisch reagieren, kommt es zu Schließungen", sagte der SPD-Politiker am Sonntag im ARD-"Bericht aus Berlin". Über mehr staatliche Hilfe verhandele er an diesem Dienstag mit Finanzminister Christian Lindner (FDP). Bis dahin könne er aber "keinerlei" Größenordnung dazu nennen, sagte er.

Skeptisch äußerte sich der Minister zu Forderungen nach einem Sondervermögen speziell für Krankenhäuser, analog zum 100-Milliarden-Topf für zusätzliche Militärausgaben. "Wir können nicht für jeden Bereich ein Sondervermögen einführen", sagte er. Da müsse man vorsichtig sein. "Es muss ja auch alles abgezahlt werden."

Anfang vergangener Woche hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft ein schnelles Handeln der Politik gefordert. Ansonsten drohe die Schließung zahlreicher Krankenhäuser aufgrund der wirtschaftlichen Notlage.

Rückkehr zur Maskenpflicht in Innenräumen

Vor dem Hintergrund der gestiegenen Corona-Infektionszahlen sprach sich Lauterbach erneut für die Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen aus. "Wir haben jetzt schon hohe Fallzahlen." Im späten Herbst und Winter würde dies zu großen Problemen führen. "Ich hoffe, dass sich die Länder verantwortlich zeigen", sagte Lauterbach.

Auch die Amtsärzte haben mit Blick auf die hohen Corona-Inzidenzen in Deutschland eine Rückkehr zur Maskenpflicht in Innenräumen gefordert. "Wir brauchen jetzt eine Maskenpflicht in Innenräumen wie Supermärkten, Geschäften und öffentlichen Gebäuden", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen. "Die Länder sind am Zug, die Maskenpflicht sofort umzusetzen. Sonst droht eine Überlastung des Gesundheitssystems und eine Überlastung der Bereiche mit patientennahem Kontakt wie Kliniken." (dpa)