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Ministerium sieht Versorgung der Döbelner Kinder gesichert

Im Umkreis gibt es vier Kliniken mit einer Kinderabteilung. Der Schließung bei Helios habe das Ministerium deshalb zugestimmt.

Von Cathrin Reichelt
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Die Klinik für Kinder - und Jugendmedizin in der Helios Klinik Leisnig schließt zum 31. Dezember.
Die Klinik für Kinder - und Jugendmedizin in der Helios Klinik Leisnig schließt zum 31. Dezember. © Dietmar Thomas

Leisnig/Dresden. Die Helios Klinik Leisnig habe das Sozialministerium als für die Krankenhausplanung zuständige Behörde darüber informiert, dass die Hauptabteilung Kinder- und Jugendmedizin aufgrund personeller Schwierigkeiten ab dem 1. Januar 2022 nicht mehr aufrechterhalten werden kann, erklärt Theresa Schmotz, Referentin des Ministeriums auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Helios-Klinik habe bis zuletzt um Kooperationspartner geworben und auch mit dem Ministerium in mehreren Gesprächen nach Lösungen gesucht, um eine nachhaltige Absicherung der Kinderklinik in Leisnig zu gewährleisten.

„Es kam jedoch keine tragfähige Lösung für die Kinderklinik zustande, die die Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen stationären 24/7-Versorgung der Kinder und Jugendlichen gewährleistet“, so Theresa Schmotz.

Landarztquote soll helfen

Nach Prüfung der Versorgungssituation in der Region und unter Berücksichtigung der umliegenden Kinderkliniken – Mittweida, Wurzen, Riesa, Borna – schätze das Ministerium die stationäre Versorgung der Kinder und Jugendlichen dennoch weiterhin als gesichert ein. Aus diesem Grund habe sich Helios in Abstimmung mit dem Ministerium entschlossen, die stationäre pädiatrische Versorgung in Leisnig einzustellen.

Wie bei der Schließung der Geburtshilfe und der Gynäkologie nennt die Helios Klinik auch bei der Kinderklinik fehlendes Personal als Grund. Was unternimmt die Regierung, um Ärzte zu motivieren, in ländlichen Regionen zu arbeiten?

„Hier wäre in erster Linie die Einführung einer Landarztquote im Rahmen des „20-Punkte-Programms – Medizinische Versorgung 2030“ zu nennen“, so die Referentin. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass personelle Schwierigkeiten nicht nur den ländlichen Raum betreffen.

Ziel ist gute Versorgung der Patienten

Die demografische Entwicklung einschließlich der Auswirkungen auf die Fachkräftesituation mache es erforderlich, dass die Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft ständige Aufgabe ist.

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Ziel sei weiterhin, dass jeder Patient in jeder Region gut versorgt wird, ohne dass jedes Fachgebiet oder Spezialisierung überall angeboten werden muss. Dafür trage das Sozialministerium, wie bereits seit den 1990er-Jahren geschehen, im Rahmen der Krankenhausplanung für den Freistaat Sachsen Sorge.