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Sächsische Forscher enträtseln Dürre-Phänomen

Auch im Mittelalter gab es extreme Hitzewellen und Dürren. Sie hatten den gleichen Auslöser wie die Extremwetter der letzten Jahre.

Sachsen, St. Egidien: Ein Traktor wirbelt Staub bei der Feldarbeit auf einem trockenen Feld auf.
Sachsen, St. Egidien: Ein Traktor wirbelt Staub bei der Feldarbeit auf einem trockenen Feld auf. © dpa

Leipzig. Die verheerenden europäischen Dürren im Mittelalter und die Dürren der letzten Jahre hier haben den gleichen Auslöser. Der liegt in der Arktis. Das haben Leipziger Wissenschaftler herausgefunden. Die Wetterlagen von 1302 bis 1307 seien demnach vergleichbar mit der Wetteranomalie von 2018.

In Kontinentaleuropa herrschte jeweils eine außergewöhnliche Hitze und Dürre, das berichten die Forscher der Leibniz-Institute für Troposphärenforschung sowie für Geschichte und Kultur des östlichen Europa. Diese Wettermuster hängen mit der Erwärmung der Arktis zusammen. Die Forscher schlussfolgern, dass die Übergangszeit zwischen zwei Klimaphasen mit lang anhaltenden Großwetterlagen beginnt. Das führe zu mehr Extremwetter in dieser Phase.

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Derzeit erwärmt sich das Klima durch den Einfluss des Menschen. Damals, im Mittelalter, stellte sich in Europa das Klima durch natürliche Schwankungen von warm auf kälter um. Beide Klimaänderungen erzeugen in ihrer Übergangsphase stabile Wetterbedingungen mit Hitzewellen und Dürren. Anfang des 14. Jahrhunderts waren diese Dürren Vorboten der dann folgenden größten europäischen Hungersnot im ganzen Jahrtausend. Es begann die sogenannten Kleine Eiszeit.

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