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Auch dieses Jahr war viel zu warm und zu trocken

Nur der Mai 2020 hielt sich im Rahmen. „Das darf die Menschen nicht kalt lassen“, fordert der Deutsche Wetterdienst.

Viele Sonnenstunden - auch in Sachsen - prägten das Jahr 2020.
Viele Sonnenstunden - auch in Sachsen - prägten das Jahr 2020. © dpa/Sebastian Kahnert

Von Isabell Scheuplein

Offenbach. Wie schon in den Vorjahren ist es auch 2020 in Deutschland deutlich zu warm gewesen. Mit 10,4 Grad Durchschnittstemperatur liege das Jahr auf Platz zwei der bisherigen Aufzeichnungen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen mit. Bis auf den Mai waren alle Monate zu warm. 2018 bleibt mit durchschnittlich 10,5 Grad Rekordjahr, 2019 rutscht gemeinsam mit 2014 auf Platz drei (je 10,3 Grad). Insgesamt wurde 2020 zum zehnten Mal in Folge das vieljährige Temperaturmittel übertroffen.

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Mit 710 Litern pro Quadratmeter wurden nur gut 90 Prozent des Solls von 789 Litern erreicht. „Von den letzten zehn Jahren waren neun zu trocken“, so der DWD.

Sachsen gehörte mit 10,3 Grad zu den vergleichsweise kühleren, aber besonders trockenen Regionen in Deutschland. Pro Quadratmeter fielen hier fast 695 Liter Regen – bei rund 1.891 Sonnenstunden. Der Freistaat erlebte den zweitwärmsten Februar seit Messbeginn, meldete aber auch am 5. Februar mit 37 cm in Zinnwald-Georgenfeld die bundesweit höchste Schneedecke des Jahres abseits der Gipfel. Anschließend wurden Ende März die frostigsten Nächte des Jahres gemessen. Im April gab es in Sohland an der Spree weitere 23 Frosttage.

Viel zu wenig Regen

Der Sommer brachte einen der wärmsten Augustmonate, der Herbst startete mit dem drittwärmsten September. Schließlich brachte Tief „Gisela“ am 14. Oktober verbreitet Regen, der aber das Gesamtdefizit an Niederschlägen nicht annähernd ausgleichen konnte. Auch November und Dezember verfehlten ihre Niederschlagsziele erheblich.

„Das sehr warme Jahr 2020 darf die Menschen nicht kalt lassen“, forderte DWD-Klima-Vorstand Tobias Fuchs. Die Dekade zwischen 2011 und 2020 sei die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gewesen. „Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Wir müssen jetzt handeln.“ Der Umstieg auf eine emissionsfreie Gesellschaft müsse in den kommenden Jahren gelingen.

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Neben der Erwärmung bereite die Trockenheit große Sorgen. In den vergangenen drei Jahren habe es insbesondere in den Wachstumszeiten der Pflanzen viel zu wenig geregnet. Vor allem im Frühjahr blieben Niederschläge aus und sorgten regional für staubtrockene Böden bis in den Sommer hinein. Nur etwa die Hälfte der üblichen Regenmenge fiele zwischen März und Mai im deutschlandweiten Schnitt. Am trockensten blieb es in vielen Teilen Nordostdeutschlands. Auch Waldbrände gehörten zu den Folgen. Der Klimawandel sorge dafür, dass Wetterlagen stabiler seien. „Es gibt deutliche Indizien, dass wir uns auf den Umgang mit Trockenheit einstellen müssen“, sagte Fuchs. (dpa/SZ)

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