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Zahlreiche Fridays-for-Future-Demos in Sachsen

Bundesweit demonstrieren am Freitag Klimaaktivisten von Fridays for Future gegen die aktuelle Klimapolitik. In Sachsen laufen in Dresden und Leipzig Großkundgebungen.

Von Erik-Holm Langhof
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In Dresden haben sich mehr als 1.000 Teilnehmer zu einer Demonstration von Fridays for Future versammelt. Ein Aufzug läuft durch die Stadt und endet auf dem Theaterplatz.
In Dresden haben sich mehr als 1.000 Teilnehmer zu einer Demonstration von Fridays for Future versammelt. Ein Aufzug läuft durch die Stadt und endet auf dem Theaterplatz. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Dresden/Berlin. Mehrere Tausend Menschen haben sich am Freitag in Sachsen dem zehnten globalen Klimastreik von Fridays For Future angeschlossen. In zahlreichen Städten protestierten sie für eine klimagerechte Zukunft. "Klimaschutz, Freiheit, Sicherheit und auch Ernährungssicherheit erreicht man nur gemeinsam – durch einen raschen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und eine starke Reduktion der Nutztierhaltung", sagte der Vorsitzende des BUND Sachsen, Felix Ekardt. So bringe man die Klimaemissionen auf null und "finanziert nicht länger Putin und sein kriegerisches Tun".

Allein in Dresden zogen nach Einschätzung eines dpa-Reporters mehr als 1.000 Demonstranten durch die Alt- und Neustadt bis zum Theaterplatz. Die Polizei wollte zu Zahlen keine Angaben machen. Die Route führte auch an der Staatskanzlei vorbei. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte scharfe Kritik an dem Plan eines vorgezogenen Kohleausstiegs 2030 geäußert. "Die rückwärtsgewandte Perspektive bringt uns nur weiter in die Sackgasse. Was wir jetzt dringend brauchen, ist eine Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien, auch um so schnell wie möglich unabhängig von fossilen Importen zu werden", sagte Janina Lohmann von Fridays for Future Dresden.

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Insgesamt sind in Deutschland nach Angaben der Aktivisten rund 220.000 Menschen in mehr als 300 Städten auf die Straße gegangen. Allein in Berlin schlossen sich demnach am Freitag mehr als 22.000 und in Hamburg mehr als 12.000 Menschen den Demonstrationen für Klimagerechtigkeit und Frieden an. Weltweit gab es demnach über 1.000 Aktionen.

Die überwiegend jungen Menschen folgen einem Aufruf der Organisation und fordern "als Antwort auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine" ein Ende der Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern. Man verlange "ein Ende des Krieges und einen Importstopp von Kohle, Öl und Gas aus Russland", heißt es von der Bewegung im Internet.

"Während die Klimakrise eskaliert, finanziert die Ampel mit ihren fossilen Energieimporten Putins Angriff auf die Ukraine. Mit ihren Entscheidungen zur Energieversorgung verschlimmert sie den Krieg und die Klimakrise weiter", sagte Carla Reemtsma von Fridays for Future der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ampel müsse jetzt den Importstopp umsetzen und ein Enddatum für Öl und Gas festlegen. "Nur so kann sie bestehende Abhängigkeiten von Autokraten beenden, gleichzeitig darf sie wie in Katar keine neuen eingehen."

Großkundgebungen in Leipzig und Dresden

In Dresden startete eine der Demonstrationen am Freitag 13 Uhr am Alaunpark. Autofahrer müssen vor allem zwischen 16 und 18 Uhr mit erheblichen Einschränkungen im Bereich der Carola- und Marienbrücke rechnen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Nach Einschätzung eines dpa-Reporters zogen mehr als 1.000 Demonstranten durch die Alt- und Neustadt bis zum Theaterplatz. Die Polizei wollte zu Zahlen keine Angaben machen. Die Route führte auch an der Staatskanzlei vorbei. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte scharfe Kritik an dem Plan eines vorgezogenen Kohleausstiegs 2030 geäußert. "Die rückwärtsgewandte Perspektive bringt uns nur weiter in die Sackgasse. Was wir jetzt dringend brauchen, ist eine Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien, auch um so schnell wie möglich unabhängig von fossilen Importen zu werden", sagte Janina Lohmann von Fridays for Future Dresden.

Auf Plakaten war am Startpunkt "Stadtentwicklung for Future" und "Dresden Zero" zu lesen, aber auch "No War". Ein Sprecher auf der Bühne sagte: "Seit drei Jahren gehen wir auf die Straße. Seit drei Jahren merken wir, wie wenig sich geändert hat. Aber wir geben nicht auf." Eine Zusammenfassung des Demo-Geschehens in Dresden lesen Sie hier.

In Leipzig starteten die Aktionen bereits am Vormittag mit einem Klimaunterricht auf dem Augustusplatz. Am Nachmittag folgte ein Demonstrationszug um den Innenstadtring, den Abschluss bildete eine Kundgebung wiederum auf dem Augustusplatz. Reporterangaben zufolge hatten sich zwischen 1.000 und 2.000 Teilnehmer versammelt.

"Wir kämpfen hier nicht nur für unsere Zukunft, sondern auch für die jetzt schon wahrgewordene Realität vieler Menschen. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird es bald zu spät sein", sagte Charlotte Huth, Aktivistin bei Fridays For Future Leipzig.

In Chemnitz wurde der Klimastreik von Fridays for Future gegen 14.15 Uhr eröffnet. Ein Aufzug führte vom Roten Turm durch die Stadt und stoppte an mehreren Stationen für Redebeiträge. Die Polizei berichtete von mehreren Hundert Teilnehmern.

Weitere Klimaproteste wurden auch in Görlitz und Zittau angekündigt. In der deutsch-polnischen Kreisstadt startete 15 Uhr eine Fahrrad-Demo am Marienplatz. Eine weitere Fahrrad-Demo fand in Zittau statt.

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Die örtliche FFF-Gruppe rief unter dem Motto #PeopleNotProfit zum globalen Klimastreik auf. "Was auf der Welt geschieht, geht nicht spurlos an uns vorbei", schrieben die Mitglieder auf ihrer Facebook-Seite. "Trotzdem müssen wir weiterhin für Klimaschutz demonstrieren." Im Blickpunkt haben die Aktivisten im Dreiländereck vor allem die Erweiterung und Verbesserung der Fahrradwege in der Stadt.

Auch in Bautzen, Pirna, Marienberg, Freiberg, Zwickau und Plauen riefen Ortsverbände von FFF nach eigenen Angaben zu kleineren Demonstrationen auf. (mit dpa)

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