merken
Politik

Migrationsbericht: Mehr Studierende

Deutschland bleibt weiterhin ein Hauptzielland von Migration. Es sinkt aber die Zahl derjenigen, die hier Schutz suchen.

Unbegleitete Kinder aus überfüllten griechischen Flüchtlingslagern werden nach Deutschland gebracht. Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist 2019 erneut gesunken.
Unbegleitete Kinder aus überfüllten griechischen Flüchtlingslagern werden nach Deutschland gebracht. Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist 2019 erneut gesunken. © dpa

Berlin. Immer mehr ausländische Studierende, weniger Asyl-Erstanträge: Die Migration nach Deutschland wandelt sich. "Die humanitäre Zuwanderung ist in den letzten vier Jahren zurückgegangen, aber es kommen mehr Menschen nach Deutschland, um zu studieren und zu arbeiten", heißt es im Migrationsbericht für das Jahr 2019, den die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen hat.

Von den 81,8 Millionen Einwohnern Deutschlands hatte 2019 mehr als jeder Vierte (21,2 Millionen) einen Migrationshintergrund. Das sind etwa 400.000 mehr als im Vorjahr. Menschen aus der Türkei stellen hier die größte Gruppe. "Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt", heißt es im Bericht.

Anzeige
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter

Die Wohnungsgenossenschaft Zittau eG bietet für engagierte Bewerber ein attraktives und verlässliches Arbeitsumfeld.

Weniger Asylsuchende

Insgesamt zogen 2019 rund 1,6 Millionen Menschen nach Deutschland, ähnlich viele wie im Jahr zuvor. Etwa 66 Prozent der Zugewanderten kamen demnach aus einem europäischen Land. Gleichzeitig wurden 1,2 Millionen Fortzüge erfasst. Es handelt sich laut Bericht um den niedrigsten Wanderungssaldo seit 2011.

Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist 2019 erneut gesunken. 142.509 Menschen stellten einen Erstantrag, etwa 20.000 weniger als im Vorjahr. Von den Erstantragstellern waren etwa 22 Prozent Kinder im Alter von unter einem Jahr, die in Deutschland geboren wurden.

Die Zahl der Antragstellenden war von 2008 bis 2016 neun Jahre in Folge gestiegen. 2018 fiel sie dann unter das Niveau von 2014 (173.072 Erstanträge) - also des Jahres vor dem großen Flüchtlingszustrom. Im vergangenen Jahr sank sie abermals. "Seit dem Jahr 2014 belegt Syrien unter den zugangsstärksten Staatsangehörigkeiten für Fluchtmigration den ersten Rang", heißt es im Bericht. 2019 kam etwa jede vierte Person unter den Erstantragstellern aus Syrien.

Mehr ausländische Studenten

Während die Zahl der Erstantragstellenden sinkt, steigt eine andere: die der ausländischen Studenten. An den deutschen Hochschulen waren im Wintersemester 2019/20 rund 410.000 Studierende aus dem Ausland eingeschrieben. Davon gehörten über drei Viertel zu sogenannten "Bildungsausländern". Hiermit sind unter anderem Studenten gemeint, die über eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Rund 110.000 dieser Bildungsausländer haben 2019 ein Studium in Deutschland begonnen. Zum Vergleich: 2015 waren es noch etwa 10.000 weniger. Die meisten ausländischen Studienanfänger kamen 2019 aus China, gefolgt von Indien und Italien.

Weiterführende Artikel

Tief Ahmet setzt ein Zeichen für Vielfalt

Tief Ahmet setzt ein Zeichen für Vielfalt

Ein Verein will auf Diversität aufmerksam machen. Dafür greift das Netzwerk zu einem ungewöhnlichen Mittel - dem Wetterbericht.

Flüchtlinge nachts im Schnee ausgesetzt

Flüchtlinge nachts im Schnee ausgesetzt

56 Menschen sind bei Schneefall und Kälte kurz hinter der tschechischen Grenze in der Oberpfalz ausgesetzt worden. Die Polizei brachte sie zur Feuerwehr.

Flüchtlinge: Dresden wird kein "sicherer Hafen"

Flüchtlinge: Dresden wird kein "sicherer Hafen"

Der Vorstoß, mehr Menschen aufzunehmen, wird knapp abgelehnt, bringt einen Eklat mit sich - und zeigt erneut die Zerrissenheit im Stadtrat.

Unmut auf den Kanaren wächst

Unmut auf den Kanaren wächst

Lange hat Spaniens Regierung nur zögerlich auf die Migrationskrise reagiert. Sie sollen zunächst in Notlagern und Hotels unterkommen.

Daneben stieg auch die Zahl der sogenannten Erwerbsmigranten aus Nicht-EU-Staaten - im Vergleich zu 2018 um etwa fünf Prozent auf circa 64 000. 2010 lag die Zahl der Erwerbsmigranten noch bei etwa 30.000. Bei Fachkräften und Hochqualifizierten wurde im gleichen Zeitraum ein Anstieg von gut 19.000 auf rund 39.000 Zuwandernde verzeichnet. (dpa)

Mehr zum Thema Politik