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Zittau

Erneuter Greenpeace-Protest gegen Turow und Co.

Umweltaktivisten demonstrieren am 18. September beim Dreiländerpunkt für ein Leben ohne Kohle. Sie fordern einen Ausstieg bis 2030 statt 2038.

Bereits im Februar haben Mitglieder von Greenpeace am Dreiländerpunkt gegen das polnische Kraftwerk Turow demonstriert.
Bereits im Februar haben Mitglieder von Greenpeace am Dreiländerpunkt gegen das polnische Kraftwerk Turow demonstriert. © Matthias Weber/photoweber.de

Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace aus der Oberlausitz demonstrieren am 18. September am Dreiländerpunkt für ein Leben in Vielfalt und ohne Kohle. Ab 12 Uhr werden auf deutscher Seite Redner auftreten, die in der Richtung tätig sind. Sie zeigen, wie viel an anderen Orten schon läuft und praktisch umgesetzt wird. Das Rahmenprogramm bietet Livemusik, eine Menschenkette, Essen, Getränke, Infostände und eine Kunstausstellung zum Thema.

"Den Strukturwandel zu vollziehen ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine große Chance Dinge zum Besseren zu gestalten", teilt die Ortsgruppe aus der Oberlausitz dazu mit. Im Blickpunkt stehen Kraftwerk und Grube Turow, aber nicht nur. Laut Greenpeace führt die Kohleverstromung zu Gesundheitsschäden, hohem CO2-Ausstoß, Wasserverknappung, Verschmutzung der Neiße, Bodenverschlechterung, Gebäudeschäden und Verlust von Kulturraum. "Wir wünschen uns die Unterstützung der alternativen Lösungen", so Greenpeace. Diese seien vielfältig und dezentral.

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Der deutsche Kohleausstieg muss nach Angaben der Umweltorganisation von 2038 auf 2030 vorgezogen werden. "Daran führt kein Weg vorbei." Sonst sei bereits ein Großteil des deutschen CO2-Budgets verbraucht.

Greenpeace fühlt sich bisher von der Politik sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene nicht unterstützt. Deutschland habe sich Tschechiens Klage gegen die Erweiterung von Turow nicht angeschlossen und auch keine klaren Worte gefunden, heißt es. Auch im eigenen Land sei die Entwicklung viel zu langsam.

Die Umweltorganisation hat bereits mit eigenen Aktionen auf die Problematik aufmerksam gemacht. Bereits im August vorigen Jahres rief Greenpeace zu einem Protest am Dreiländerpunkt gegen Turow auf. Dabei musste die Polizei einschreiten. Im Februar dieses Jahres gab's eine erneute Demo an der Stelle. Einen Monat später besetzten die Aktivisten sogar den Abraumbagger in der Grube, um gegen Polens Klimapolitik zu protestieren - doch selbst Tschechien zeigte sich davon wenig begeistert. Im Mai setzte Greenpeace mit einer Leuchtschrift am neuen Kraftwerks-Block ein Zeichen gegen Kohle-Verstromung. Anlässlich der Turow-Klage vor dem Europäischen Gerichtshof laufen aktuell Verhandlungen zwischen Tschechien und Polen. (SZ)

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