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Neuer Brutvogel breitet sich aus

Der Gänsesäger mag vor allem Fisch und davon nicht wenig.

Auch im Altkreis Riesa ist der Gänsesäger mittlerweile verbreitet.
Auch im Altkreis Riesa ist der Gänsesäger mittlerweile verbreitet. © P. Kneis/pro natura Elbe-Röder

Von Bernd Katzer

Meißen. Die jüngsten Hinweise für den Altkreis stammen von dem Hobby-Ornithologen Jürgen Biller aus  Zehren. Zusammen mit einem weiteren Vogelfreund entdeckte er im Juni dieses Jahres zwei Eier des Gänsesägers in einem nahegelegenen Nistkasten. Erst im April hatte Biller gleich fünf Eier in einem Nistkasten am Ketzerbach registriert. 

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In einem der SZ vorliegenden Protokoll, sind weitere Nachweise der seltenen Vogelart im Meißner Raum festgehalten. Mal hockten Exemplare des Gänsesägers auf einer kleinen Kiesinsel vor dem rechten Meißner Elbufer. Auch Totfunde zählen dazu. Einer der Vögel war an einem zu großen Fisch erstickt. Die festgestellten Ort liegen sowohl im links-, wie im rechtselbischen Bereich etwa auf einer Länge zwischen Zehren und Gauernitz.

Ornithologen gehen aufgrund der Häufigkeit und Stetigkeit der Beobachtungen und Funde seit 2015 mittlerweile davon aus, dass der Gänsesäger sich als Brutvogel im Kreis etabliert hat. Dies wäre eine bemerkenswerte Entwicklung, da die Artenvielfalt auch unter den Vögeln in den letzten Jahren eher rückläufig war. Dies hängt mit schrumpfenden Lebensräumen und fehlendem Nahrungsangebot zusammen.

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Gänsesäger sind deutlich größer als Stockenten und ernähren sich von kleineren Fischen. Sie können bis zu zehn Meter tief nach Beute tauchen, fangen Fische jedoch auch dicht unter der Oberfläche. Rund 300 Gramm werden pro Exemplar täglich vertilgt. Die Tiere brüten in Höhlen von Bäumen, Felsen oder des Ufers. Aus diesen schützenden Höhlen springen die Jungen bereits kurze Zeit nach dem Schlüpfen hinter der Mutter her ins Freie und watscheln zum Wasser. Von Anfang an können sie gut schwimmen. Dank eines Jagdverbotes haben sich die Bestände in Deutschland erholt. 

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