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Wie freundlich ist Heidenau zu Radlern?

Bisher gibt es mehr zu beklagen als zu loben: Zu gefährlich, zu wenig Wege, zu eng. Nun sind die Radler wieder gefragt.

Ein Symbol macht noch keinen Radweg: Heidenau hat noch allerhand Nachholfebedarf in Sachen Radfahrerfreundlichkeit.
Ein Symbol macht noch keinen Radweg: Heidenau hat noch allerhand Nachholfebedarf in Sachen Radfahrerfreundlichkeit. © Daniel Schäfer

Wer in Heidenau aufs Fahrrad steigt, fühlt sich dabei nicht immer wohl. Das war das Ergebnis einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) vor zwei Jahren. Hat sich das Gefühl geändert? Das soll nun eine weitere Umfrage beantworten.  Erst im Frühjahr gab es die Ergebnisse einer anderen Umfragen. Sie ähneln sich. Mit ihnen soll die Kommunalpolitik aufgefordert werden, mehr für die Radfahrer zu tun. 

Was wird gefragt?

Der Fragebogen umfasst insgesamt 32 Fragen. In ihnen geht es um unterschiedliche Aspekte des Radfahrens. Sie beginnen bei der Qualität der Wege und reicht bis zur Frage, ob Radfahren in Heidenau mehr Entspannung oder mehr Stress ist. Der Fahrradklima-Test ist nach Aussagen des ADFC die größte Befragung dieser Art weltweit und findet 2020 zum neunten Mal statt.

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Wie sah es 2018 aus?

Beim Test vor zwei Jahren fühlten sich 61 Prozent der Heidenauer Radler, die sich beteiligten, im Straßenverkehr gefährdet. Noch mehr, nämlich 64 Prozent, gaben an, regelmäßig von Autofahrern bedrängt zu werden. 63 Prozent kritisierten die Wegeführung für Radfahrer an Baustellen. Einen besseren Winterdienst auf Radwegen wünschten sich immerhin 58 Prozent, wobei dieser Wert sachsenweit sogar bei 79 Prozent lag. Nur 38 Prozent konnten vor zwei Jahren ihre Kinder mit einem guten Gewissen allein in Heidenau Rad fahren lassen. Als großes Problem betrachteten 60 Prozent den Fahrraddiebstahl in der Stadt. 74 Prozent der 61 an der Umfrage Teilnehmenden nutzten täglich das Rad. Nur 15 Prozent von ihnen war Mitglied des ADFC.

Was hat sich getan?

Zu einer Entspannung im Miteinander von Autos und Fahrrädern soll die neue Regelung in der Straßenverkehrsordnung beitragen. Innerorts müssen Autofahrer seit diesem Jahr einen 1,50 Meter großen Bogen um die Radler fahren, außerorts sogar zwei Meter. Das gilt überall, ist also nicht der Verdienst des Heidenauer Rathauses und der Stadträte. Die haben in den vergangenen Jahren nicht viel, um nicht zu sagen, nichts in Sachen Radlerfreundlichkeit geschaffen. Daran änderte bisher auch der tödliche Unfall eines Radfahrers vor fast einem Jahr nichts. Es bleibt also dabei: 70 Prozent der Teilnehmer einer Studie wünschen sich eine engagierte Förderung des Radverkehrs in Heidenau. 

Wie funktioniert der Test?

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Der Online-Fragebogen kann mit dem PC, dem Tablet oder auf dem Smartphone auf www.fahrradklima-test.de ausgefüllt werden. Der QR-Code auf Flyern und Plakaten leitet direkt zur Umfrage. Die 32 Fragen lassen sich in zehn Minuten beantworten. Falls eine Frage auf die eigene Gemeinde nicht zutrifft, kann man sie unbeantwortet lassen. Am Ende der Umfrage gibt es die Möglichkeit für Anmerkungen und Hinweise. Sie werden nach Abschluss an die zuständige Kommune weitergeleitet. Wer in mehreren Orten mit dem Rad unterwegs ist, kann die Fragen auch für mehrere Orte beantworten. Die Umfrage läuft seit 1. September bis  30. November. Die Ergebnisse werden im kommenden Frühjahr präsentiert.

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